Kampf für historische Fairness: In der Frühphase des Jugoslawien-Tribunals lag der Fokus zu einseitig auf den Verbrechen der serbischen Truppen. Die Chefankläger Carla del Ponte und Serge Brammertz betteten die Wahrheitssuche aber in ein differenzierteres Bild ein. Alle Seiten des Konflikts sind inzwischen wohl etwa gleich unglücklich mit der Arbeit des Strafgerichtshofs.
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Ronen Steinke
Ein neuer Angriff kurdischer Rebellen zwingt die türkische Regierung zur Reaktion. Nach dem Fastenmonat Ramadan soll es eine neue Offensive gegen kurdische Kämpfer geben. Eine politische Lösung des Konflikts rückt in weite Ferne.
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Bei drei Bombenexplosionen sind in der nordirakischen Stadt Kirkuk mindestens 27 Menschen getötet und knapp 90 weitere verletzt worden. Die Anschläge richteten sich gegen die irakische Polizei.
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Viele Jahre haben die serbischen Sicherheitsbehörden die Suche nach Ratko Mladic torpediert. Dass sie jetzt auf einmal kooperativ waren, könnte mit einem ganz konkreten Datum in diesem Jahr zu tun haben. Dennoch warnen in Europa manche Diplomaten davor, das Tor für Serbien nach der Verhaftung allzuweit aufzumachen.
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Martin Winter, Brüssel
Viele Zeugen sind verstorben, viele Beweise sind inzwischen 15 Jahre alt: Vor dem Kriegsverbrecher-Prozess gegen Ratko Mladic in Den Haag muss die Anklage Schwerarbeit leisten. Es könnte ihr letzter Einsatz werden. Eine Blamage wie im Fall Karadzic soll unbedingt vermieden werden.
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Ronen Steinke
Ratko Mladic gilt als mitverantwortlich für das Massaker an etwa 8000 bosnische Muslime bei Srebrenica 1995. Die Anklage vor UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien lautet deshalb auf Völkermord. Doch was verstehen Völkerrechtler unter diesem Begriff?
In Serbien ist der meistgesuchte Kriegsverbrecher Europas festgenommen worden. Präsident Boris Tadic bestätigte die Verhaftung des ehemaligen Generals Ratko Mladic. Er ist in Den Haag wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs angeklagt.
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Ratko Mladic wird für das Massaker in Srebrenica verantwortlich gemacht. Nun ist er nach jahrelanger Flucht in Serbien verhaftet worden. Seine Festnahme galt stets als Vorraussetzung für einen EU-Beitritt Serbiens.
Nach 16 Jahren Flucht ist Ratko Mladic gefasst, jetzt soll er so schnell wie möglich an das UN-Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert werden. Der Chefankläger ist endlich zufrieden mit der serbischen Regierung, lobende Worte kommen auch aus Deutschland. Mit Mladics Festnahme könnte der EU-Beitritt Serbiens näher rücken.
Als vor drei Jahren Radovan Karadzic verhaftet wurde, stand Belgrad nach Massenprotesten in Flammen. Ultra-Nationalisten prügelten auf Polizisten ein. Ratko Mladic wird noch mehr verehrt. Doch große Proteste bleiben nach dessen Festnahme aus - bislang. Der bekannte serbische Journalist Bosko Jaksic glaubt, dass sich seine Landsleute verändert haben. Und warnt.
Von
Sebastian Gierke
Nach seiner Auslieferung an das UN-Tribunal hat Ratko Mladic die Nacht in einem Gefängnis in Den Haag verbracht. Am Freitag muss der mutmaßliche Kriegsverbrecher erstmals vor das UN-Tribunal treten.
Der serbische Ex-General Ratko Mladic soll so schwer an Krebs erkrankt sein, dass er seinen Prozess vor dem UN-Tribunal nicht durchstehen werde. Das behauptet sein Anwalt. Kritiker sprechen dagegen von einer gefälschten Diagnose.
Bei den Nürnberger Prozessen gegen Nazi-Größen wurden erstmals die juristischen Prinzipien erprobt, auf deren Grundlage später Milosevic und Hussein vor Gericht gestellt werden konnten. In Deutschland allerdings stießen die "Nürnberger Prinzipien" jahrzehntelang auf Widerstand. Wie die Bundesregierung nun trotzdem von Nürnberg aus der Welt das Völkerrecht beibringen will.
Von
Ronen Steinke
Das Ende einer jahrelangen Flucht: Goran Hadzic, der frühere Präsident der serbischen Minderheit in Kroatien, ist von serbischen Behörden festgenommen worden. Das bestätigte der serbische Präsident Boris Tadic. Hadzic ist der letzte vom UN-Tribunal in Den Haag gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher.
Der Finanzminister sieht in dieser Legislaturperiode keinen Spielraum für eine Steuerreform - und verteidigt das Sparpaket.
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Die französische EU-Ratspräsidentschaft begrüßt die Festnahme von Radovan Karadžić als "wichtigen Schritt" auf dem Weg hin zu einer Annäherung Serbiens an die EU. Lob für Belgrad kam auch von den USA und dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag.
Der mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Karadzic ist in den Niederlanden gelandet und an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausgeliefert worden. Schon am Donnerstag wird dort die erste Anhörung stattfinden.
Einen Tag nach seiner Überstellung nach Den Haag ist Radovan Karadzic erstmals vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal erschienen - und gab sich äußerst selbstbewusst.
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Radovan Karadzic macht seine Ankündigung wahr und erscheint zu einer Anhörung vor Gericht. An seinem Boykott des Prozesses hält der frühere bosnisch-serbische Präsident trotzdem fest. In Bildern.
Mit der Verhaftung Karadzics ist die Arbeit des Jugoslawien-Tribunals in Den Haag fast vollendet. Jetzt fehlt nur noch Ratko Mladic, der damalige Befehlshaber der bosnisch-serbischen Streitkräfte.
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Nicolas Richter
Während der Flucht trank er Kaffee in Sarajewo und besuchte seine kranke Mutter: Der Psychiater, Vater von zwei Kindern und Kriegsverbrecher Radovan Karadžić führte seine Verfolger jahrelang an der Nase herum. Stationen seines Lebens im Überblick.
Der neue Chefankläger Brammertz setzt im Gegensatz zu seiner Vorgängerin del Ponte auf Kooperation. Er sieht jetzt den "Moment, konstruktiv mit der Regierung in Belgrad zusammenzuarbeiten."
Von
Nicolas Richter und Enver Robelli
Ein zweites Leben als Dr. Dabic - wie war das möglich? Nach Karadžićs Verhaftung sind viele Fragen offen. Selbst der serbische Innenminister bestätigt inzwischen, dass der gesuchte Kriegsverbrecher vom Geheimdienst gedeckt wurde. Doch der Verdacht geht viel weiter.
Von
Irene Helmes
Sondereinheiten der Polizei und des Geheimdienstes haben in Belgrad einen der vier meistgesuchten mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrecher gefasst. Er soll an der Ermordung und Misshandlung Zehntausender Muslime beteiligt gewesen sein.