Ein Mann, der die DDR in- und auswendig kennt - vor allem ihre hässlichen Seiten: Kulturstaatsminister Neumann will offenbar den Journalisten und DDR-Oppositionellen Roland Jahn als künftigen Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde vorschlagen.
Ein Porträt von
Sarina Pfauth
Die Leiterin der Stasi-Unterlagenbehörde beklagt Schilys "schlechten Stil" und freut sich über das anhaltende Interesse der Bevölkerung.
Von
Interview: Constanze von Bullion
Die Stasi-Unterlagenbehörde ist nicht das jüngste Gericht, das war für ihre früheren Chefs Gauck und Birthler klar. Der neue Behördenleiter Jahn jedoch handelt als Vertreter der Stasi-Opfer. Und er hat dabei die Unterstützung des Gesetzgebers. Die Schärfe der Beurteilung von Stasi-Kontakten wächst im Quadrat des Zeitabstands zur DDR.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Roland Jahn, der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, will 45 Bedienstete loswerden, weil sie für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet haben. Ein neues Gesetz schafft dafür nun die rechtliche Grundlage. Im SZ-Gespräch erklärt der Behördenchef, warum ihm dies so wichtig ist.
Interview:
Franziska Augstein
Auf Marianne Birthler soll Roland Jahn folgen: Das Kabinett hat den früheren DDR-Bürgerrechtler offiziell für das Amt des Beauftragten für die Stasi-Unterlagen nominiert.
Kurzmeldungen im Überblick
Politfilz und geschäftliche Sauereien, übelste Geldgeschichten und Stasi-Verwicklungen - das prägt die 20-jährige Geschichte des MDR. Die einmalige Karriere eines ARD-Senders, der bei seinen vielen Skandalen immer nur eines tat: sich zu wundern.
Von
C. Kohl und H. Leyendecker
Marianne Birthler geht in die Offensive: Die Leiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde weist den Vorwurf zurück, die Aufklärung vernachlässigt zu haben. Die Debatte kann sie damit aber nicht beenden.
Von
Thorsten Denkler, Berlin
Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, hat dem Immunitätsausschuss des Bundestages neue Unterlagen zu Linke-Fraktionschef Gregor Gysi erläutert - und ihre Vorwürfe bekräftigt.
Von
Constanze von Bullion, Berlin
Fünf kraftvolle Tage im letzten Herbst der DDR waren es, in denen mit Mut und Phantasie alles möglich zu sein schien - doch dann fiel die Mauer. Ulrich Mühe, Marianne Birthler und Jens Reich erinnern sich.
Von
Von Marcus Jauer
Nicht nur aktive Polit-Profis entscheiden am 30. Juni darüber, wer der neue Bundespräsident wird. Unter den 1244 Wahlleuten sind auch Prominente aus Sport und Film - neben einigen Politik-Urgesteinen.
Innenminister Thomas de Maizière plant nach den vereitelten Paketbombenanschlägen einen Fünf-Punkte-Katalog für mehr Sicherheit im Luftfrachtverkehr. Meldungen im Überblick
Imposanter Provokateur: Günter Grass war nicht Verharmloser, sondern aufrechter Sozialdemokrat - seine Stasi-Akte erscheint in Buchform.
Von
Jens Bisky
Linke-Chefin Gesine Lötzsch distanziert sich vom Stalinismus. Und sie verteidigt ihren Artikel "Wege zum Kommunismus" als Stich ins Wespennest: Die Reaktion offenbare die Angst von Neoliberalen und der Medien.
Wenn es nach der EU-Kommission geht, kann das kleine Balkanland Montenegro EU-Beitrittskandidat werden. Bei den Anträgen anderer Länder gibt man sich zurückhaltend.
Kurzmeldungen
im Überblick
In der DDR-Amtssprache hieß so einer "Zersetzer": Der Bürgerrechtler Roland Jahn wird Herr über die Stasi-Akten. Der Bundestag wählte den parteilosen Journalisten mit absoluter Mehrheit.
Von
C. von Bullion
Hans Altendorf, Direktor der Stasiakten-Behörde, war Mitglied im Sozialistischen Hochschulbund - und räumt ein, die DDR als Student verklärt zu haben.
Interview:
Constanze von Bullion
Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley ist
im Alter von 65 Jahren gestorben. Die Künstlerin, die das Neue Forum mitgründete, erlag einem Krebsleiden. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte sie als "Stimme der Freiheit".
Bundespräsident Köhler hat bei seiner Wahl die denkbar knappste absolute Mehrheit erlangt. Nun bekennt eine Grünen-Abgeordnete, dass sie für Köhler gestimmt hat.
Von
Daniel Brössler
Herrschaftszeiten, es geht den Männern an den Kragen: Frauen werden immer einflussreicher, heißt es. Manchmal zu einflussreich. Wirklich? Was Frauen mit Macht machen.
Von
Petra Steinberger
Linkspartei-Fraktionschef Gregor Gysi hat erneut einen Rechtsstreit gegen das ZDF verloren. Das Landgericht Hamburg kommt zu dem Schluss, es gebe "hinreichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür", dass Gysi als Anwalt in der DDR "wissentlich und willentlich an die Stasi berichtet" habe.
Von
Hans Leyendecker, Hamburg
Der streitlustige Anwalt und der ewige Stasi-Vorwurf: Gregor Gysis Auseinandersetzung mit dem ZDF könnte erstmals bis vor den BGH gehen.
Von
Hans Leyendecker
Der DDR-Experte Hubertus Knabe über Gregor Gysis Auftritt im Bundestag, dessen Stasi-Verstrickungen, die Rolle der Linkspartei und warum ehemalige SED-Kader die Gewinner der Deutschen Einheit sind.
Interview:
Kathrin Haimerl