13. Dezember 2012 10:18 Die teuersten Kaffeesorten der Welt Wie man Mist zu Geld macht

Thailändische Elefanten und nachtaktive Schleichkatzen fressen und verdauen Kaffeebohnen - verkauft wird das Ergebnis als teures Gourmet-Getränk. Vor allem das Aroma der von Elefanten "veredelten" Kaffeebohnen erinnere im Duft an Schokolade, heißt es.

Ihr Anblick versetzt Feinschmecker in Ekstase, treibt Sterneköchen Freudentränen ins Gesicht: Das Fleisch der Kobe-Rinder gilt als das beste der Welt. Leider ist es nur einem exklusiven Kreis zugänglich, denn der Kilopreis liegt bei ungefähr 600 Euro. Was es so besonders macht? Kobe-Rinder fressen Heu aus Oregon und Kanada, das im Container über den Pazifik verschifft wird. Doch vor allem werden sie angeblich täglich von Hand massiert, was dem Fleisch seine ganz besondere Marmorierung geben soll.

Thailändische Elefanten sind da genügsamer. Etwa 30 Dickhäuter auf einem Gnadenhof 750 Kilometer nördlich von Bangkok fressen einen Brei aus Obst, Reis und Kaffeebohnen - und produzieren durch ihre Verdauung eine der teuersten Kaffeesorten der Welt.

Für ein Kilo des illustren Kaffees werden 33 Kilo rohe Bohnen, die in Thailand auf einer Höhe von 1500 Metern wachsen, an die Elefanten verfüttert. Viele Bohnen werden im Maul zerdrückt und sind damit unbrauchbar. Bis zu 30 Stunden lang bleiben jedoch die unversehrten Bohnen im Verdauungstrakt der Elefanten. "Ihre Magenenzyme zerkleinern komplizierte Proteine und schaffen so das besondere Aroma, das im Duft an Schokolade erinnert", sagt Blake Dikin, der kanadische Inhaber des Kaffeeprojekts. Nachdem die Kaffebohnen im Magen der Elefanten "veredelt" wurden, picken Arbeiter aus dem Dung der Tiere die einzelnen Bohnen per Hand heraus. Danach trocknen die Bohnen stundenlang in der Sonne.

"Black Ivory Coffee" heißt die Sorte, 35 Gramm kosten 34 Euro. Ein Kilo ist für etwa 850 Euro zu haben, verkauft wird das Getränk exklusiv in vier Luxus-Resorts der Anantara-Hotelgruppe auf den Malediven und einem Sterne-Haus in Nordthailand.

Die Enzyme im Verdauungstrakt der Dickhäuter spalten Proteine der Kaffeebohnen - dadurch soll das außergewöhnliche Aroma entstehen. Zum stolzen Preis: Ein Kilo kostet 850 Euro.

(Foto: dpa)

Im Magen der Schleichkatze

Auch in Indonesien hat man entdeckt, wie Ausscheidungen zu Geld gemacht werden können: Dort werden Rohstoffkaffeebohnen von nachtaktiven asiatischen Schleichkatzen verdaut und wieder ausgeschieden. Die Enzyme im Magen des Fleckenmusangs (Paradoxurus hermaphroditus) spalten die Bitterstoffe der Bohne auf und sorgen dafür, dass der Bohnengeschmack ein weicheres Profil bekommt. So haben die Bohnen bereits den ersten natürlichen Nass-Fermentationsprozess durchlaufen. Ein Kilogramm des Kopi-Luwak-Kaffees kostet 1200 Euro. Allerdings hat die steigende Nachfrage mittlerweile dazu geführt, dass immer mehr Schleichkatzen gefangen und mit Kaffeebohnen vollgestopft werden. Die Tiere sterben dann meist an Mangelernährung.

Anders die Elefanten: Das tierische Kaffeeprojekt findet zugunsten der Golden Triangle Asian Elephant Foundation statt - einer Einrichtung, die sich um misshandelte Elefanten kümmert. Auch die Anantara-Hotelgruppe belohnt die Tiere für ihr Engagement: Acht Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf des Elefanten-Kaffees gehen an die Stiftung zurück.

So kann man aus einer Menge Mist nicht nur Geld, sondern auch Wohltätigkeit herausholen. Und praktischerweise sorgen die Tiere so auch noch selbst für ihren Unterhalt.