Wintersport Biathlon-WM: Fourcade freut sich zu früh

Johannes Thingnes Bø: Bezwingt Fourcade (hi.) im Schlussspurt

(Foto: AFP)

Martin Fourcade hat einen historischen Sieg bei der Biathlon-WM in Oslo verpasst. Der Franzose wurde zum Abschluss im Massenstart Zweiter und scheiterte damit knapp bei dem Versuch, als erster Biathlet bei einer WM alle vier Einzeltitel zu gewinnen. Der 27-Jährige musste sich über 15 Kilometer dem Norweger Johannes Thingnes Bø geschlagen geben. Den dritten Platz belegte dessen Landsmann Ole Einar Bjørndalen. Fourcade hatte zuvor bereits in Sprint, Verfolgung, Einzel und der Mixed-Staffel gesiegt.

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Bester Deutscher war Arnd Peiffer als Fünfter nach einer Strafrunde mit einem Rückstand von 19,9 Sekunden auf Bø. Erik Lesser verfehlte beim letzten Schießen zwei Scheiben und wurde 14. Benedikt Doll beendete das Rennen als 18., Simon Schempp wurde mit drei Schießfehlern 19.

"Ich bin erst mal zufrieden. Aber klar, natürlich sind wir bei einer WM, um Medaillen zu gewinnen und darum hatten wir uns schon gewünscht, dass heute einer durchkommt", sagte Peiffer im ZDF. Mit Silber in der Staffel, aber ohne Einzelmedaille lieferten die Schützlinge von Bundestrainer Mark Kirchner das schlechteste WM-Ergebnis seit drei Jahren ab. "Auch heute haben die Jungs ein gutes Resultat gebracht, aber kein sehr gutes", sagte Kirchner.

Dahlmeier feiert Silber

Silberner Abschluss einer märchenhaften WM: Biathletin Laura Dahlmeier hat bei den Titelkämpfen in Oslo auch im Massenstart Edelmetall gewonnen. Im Rennen über 12,5 km musste die 22-Jährige aus Partenkirchen nur der Französin Marie Dorin Habert den Vortritt lassen, Bronze ging an Kaisa Mäkäräinen aus Finnland. Für Dahlmeier war es die fünfte Medaille am Holmenkollen - zu ihrer zweiten Goldmedaille nach dem Triumph in der Verfolgung fehlten ihr 7,3 Sekunden.

"Es ist absolut gigantisch. Ich hätte das zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehalten", sagte Dahlmeier im ZDF: "Es waren wirklich tolle Weltmeisterschaften. Ein bisschen überrascht bin ich schon, dass ich in jedem Rennen eine Medaille gewonnen habe." Das letzte Frauen-Rennen der Titelkämpfe war von den ersten Metern an der erwartete Krimi - mit Dahlmeier in einer prominenten Rolle. Während deren Teamkolleginnen Franziska Preuß (Haag/8.) und Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/14.) beim ersten Schießen patzten, traf Dahlmeier zunächst alle Scheiben.

Nach knapp sieben Kilometern übernahm Dahlmeier, die nach dem Titel in der Verfolgung sowie Bronze in Sprint, Einzel und mit der Staffel völlig befreit auflaufen konnte, erstmals die Führung. Nach dem ersten Fehler im Stehendanschlag fiel die Deutsche aber etwas zurück, Gold war angesichts der makellosen Leistung von Dorin Habert zu diesem Zeitpunkt faktisch nicht mehr zu erreichen. Mit einem wahren Kraftakt und cleverer Taktik sprintete sie im Duell mit Mäkäräinen aber noch auf den zweiten Platz. Die junge Bayerin scheint nun bereit zu sein, die Szene in den kommenden Jahren mitzudominieren.

"Sie hat auf jeden Fall das Zeug dazu", sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig. Die Ausnahmekönnerin sieht das jedoch entspannt: "Es bringt gar nicht so viel, sich jetzt schon große Gedanken um die Zukunft zu machen. Ich versuche das ein bisschen wegzuschieben." Bei aller Euphorie zeigte sich aber auch, dass Dahlmeier noch Reserven hat. Im Staffelrennen gingen ihr auf der Schlussrunde die Kräfte aus, erschöpft führte sie das Team am Ende noch zur Bronzemedaille.

Trotzdem erhielt Dahlmeier auch von höchster Stelle Lob. "Sie hat die Erwartungen erfüllt, das ist die Kunst", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann dem SID. Auch Neuner ("Besser geht es nicht!") und Uschi Disl ("Super-Laura!") verneigten sich vor der fünfmaligen Saisonsiegerin.