Manchester City gewinnt Acht-Tore-Spiel

Vorbereitungsturnier in München / Veröffentlicht am , im Sportticker

Manchester's Yaya Toure (li): Zweikampf mit Kevin-Prince Boateng 

(Foto: dpa)

Testturnier, München: Manchester City ist beim internationalen Münchner Fußballturnier dank eines wahren Offensivfeuerwerks ins Endspiel eingezogen. In einem außergewöhnlich torreichen Halbfinale schlug die hochkarätig besetzte Mannschaft von Trainer Manuel Pellegrini den AC Mailand am Mittwoch mit 5:3 (5:3). Am Donnerstag trifft der Zweite der abgelaufenen Premier-League-Saison im Finale des Audi-Cups auf den FC Bayern. Schon zur Pause waren alle acht Treffer gefallen - vor allem die sonst für ihre gute Defensive bekannten Italiener schluderten im Rückwärtsgang gehörig. Gerade etwas mehr als eine halbe Stunde war um, als es nach Toren von David Silva (4.), Micah Richards (19.), Aleksandar Kolarov (22.) und des früheren Bundesliga-Torjägers Edin Dzeko (32./36.) bereits 0:5 aus Milan-Sicht stand. Es passte zum fehlerbehafteten Spiel, dass der AC noch vor der Pause durch Stephan El Shaarawy (37./39.) und Andrea Petagna (43.) innerhalb von sechs Minuten deutlich verkürzen konnte. Letztlich reichte es aber nicht für das Team um den ehemaligen deutschen Nachwuchs-Nationalspieler Kevin-Prince Boateng, der aus dem offensiven Mittelfeld heraus nur wenig Schwung erzeugen konnte. In seiner besten Szene drosch Boateng den Ball klar übers Tor (27.).

Benefizspiel, Dresden: Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat sich am Mittwochabend bei der SG Dynamo Dresden blamiert und unterlag beim Zweitligisten mit 0:4 (0:1). Damit verpatzte das Team von Trainer Thorsten Fink bei der Partie zugunsten der Flutopfer die selbst ernannte Generalprobe für den DFB-Pokal, in dem am Sonntag Oberligist SV Schott Jena der Gegner ist. Die Partie brachte einen Erlös von 80 000 Euro. Davon werden 40 000 Euro in die Stiftung "Dresdner helfen Dresdnern" und 40 000 Euro in "Lichtblick" fließen. Die Tore für Dresden erzielten vor 15 762 Zuschauern Christoph Menz (42. Minute), Filip Trojan (55.), Tobias Kempe (63.) und Soufian Benyamina (65.). Der HSV ließ zu Beginn der Partie Rafael van der Vaart sowie Artjoms Rudnevs, Lasse Sobiech und Maximilian Beister auf der Bank. Fink wechselte sie zur zweiten Halbzeit aber ein. Auch Dresden lief nach dem 1:1 am Montagabend beim VfL Bochum nicht mit seiner Stammelf auf. Torschütze Cristian Fiel und Tormann Benjamin Kirsten wurden geschont, alle anderen spielten nur 45 Minuten. Dresden pausiert nach dem Ausschluss aus dem DFB-Pokal am Wochenende allerdings nicht. Der Club empfängt am Samstag im eigens kreierten "FDGB-Pokal" (Für Dynamo Gemeinsam Blechen) den englischen Premier-League-Aufsteiger Hull City.

Borussia Dortmund, Robert Lewandowski: Der Stürmer hat erneut Kritik an den Offiziellen von Borussia Dortmund geübt und drängt offenbar weiter auf seinen sofortigen Wechsel zu Bayern München. "Ich gebe immer alles, aber dass sie mich behalten, ist nicht fair", sagte der Pole der Zeitung Fakt aus seiner Heimat und drohte sogar indirekt: "Das Supercup-Spiel gegen Bayern war nur der Anfang der Saison. Ich weiß nicht, ob die Situation auf Dauer spurlos an mir vorbeigeht. Es sitzt im Unterbewusstsein und es wird eine Zeit kommen, wo ich mit schlechter Stimmung zum Spiel kommen werde." Zudem sagte der Torjäger, er fühle sich beim BVB unterbezahlt.

Auch Lewandowskis Berater Maik Barthel kündigte via Sport Bild an: "Es ist richtig, dass wir noch Gesprächsbedarf mit den BVB-Verantwortlichen haben." BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betrachtet das Verhalten des polnischen Nationalstürmers weiter gelassen. "Wir haben ja momentan ein bisschen ein spezielles Verhältnis. Es ist klar, dass er enttäuscht ist und das an meiner Person festmacht. Aber ich muss eben meine Entscheidungen im Sinne von Borussia Dortmund treffen", sagte Watzke Sport1, erklärte aber auch: "Ich habe mich sehr gefreut, dass er so klar gesagt hat, dass er sich komplett bei uns reinhängt. Robert ist ein total anständiger Junge." Auf die Frage, ob beide Seiten noch miteinander sprechen, sagte Watzke: "Wir sprechen schon miteinander. Aber es ist weniger als sonst, früher haben wir öfter miteinander gesprochen."

Champions League, Qualifikation: Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Roger Schmidt müssen mit RB Salzburg um die Play-offs zur Champions-League-Gruppenphase zittern. Der österreichische Fußball-Vizemeister kassierte in der dritten Qualifikationsrunde gegen den türkischen Vizemeister Fenerbahce Istanbul in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1 (0:0). Der Sieger des Duells könnte auf den Bundesligavierten Schalke 04 treffen. Der Brasilianer Alan hatte den Spitzenreiter der österreichischen Bundesliga in der 68. Minute in Führung gebracht. Sein Landsmann Cristian glich per Foulelfmeter in der Schlussminute für Istanbul aus. Beim 18-maligen türkischen Meister stand der ehemalige Leverkusener Michal Kadlec in der Startformation. Ob Fenerbahce auch bei weiteren Erfolgen überhaupt an der Champions League teilnehmen darf, entscheidet sich allerdings erst nach den Rückspielen der Play-offs (27. August). Fener war nach dem Manipulationsskandal in der Türkei für zwei Jahre von allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen worden, hatte aber vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS eine einstweilige Verfügung gegen den UEFA-Beschluss erwirkt und spielt so unter Vorbehalt in der Qualifikation zur Königsklasse. Erst am 28. August entscheidet der CAS endgültig, ob Fenerbahce international spielen darf oder nicht.

Tennis, Washington: Andrea Petkovic hat beim WTA-Tennisturnier in Washington das Viertelfinale erreicht. Die 25-Jährige aus Darmstadt gewann am Mittwoch das deutsche Duell gegen die Neumünsteranerin Mona Barthel mit 6:2, 6:2. Nächste Gegnerin für Petkovic bei der mit 235 000 Dollar dotierten Hartplatzveranstaltung ist die Gewinnerin der Partie Olga Putschkowa (Russland) - Paula Ormaechea (Argentinien). Die Kielerin Angelique Kerber bestritt ihr Achtelfinalmatch gegen Melanie Oudin aus den USA in der Nacht zum Donnerstag.

Tennis, ATP-Tour: Daniel Brands ist beim Turnier in Kitzbühel im Achtelfinale ausgeschieden. Der 26 Jahre alte Tennisprofi unterlag am Mittwoch dem Niederländer Robin Haase klar in zwei Sätzen mit 4:6, 1:6. Der Weltranglisten-68. Haase hatte die mit 467.800 Euro dotierte Sandplatzturnier in den vergangenen beiden Jahren gewonnen. Nachdem Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber bereits am Vortag gescheitert war, geht das Turnier nun ohne deutsche Vertreter weiter. Der Deggendorfer Brands hatte in der Vorwoche mit einem Sieg über den früheren Weltranglisten-Ersten Roger Federer in Gstaad überrascht und am Dienstag den Argentinier Carlos Berlocq besiegt.

Fußball, Homosexualität: Liga-Präsident Reinhard Rauball sieht die Zeit für ein Coming-out eines homosexuellen Fußballers noch nicht gekommen. "Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich einem Spieler noch nicht guten Gewissens zu einem öffentlichen Coming-out raten", sagte Rauball in der Sport Bild: "Einem Spieler zu diesem Schritt zu raten - so weit ist der Fußball nicht. Hier gibt es noch eine Menge zu tun. Das ist beschämend, aber meine hundertprozentige Überzeugung allen Sonntagsreden zum Trotz." Rauball erinnerte an Jason Collins, der sich als bisher einziger Basketballer aus der NBA geoutet hatte. "Seitdem hat er keinen Verein mehr gefunden. Das sagt alles", erklärte der 66 Jahre alte Jurist: "Wenn ich einem 25-jährigen Fußball-Profi dazu raten würde, besteht genauso die Gefahr, dass dessen Karriere zu Ende ist. Weil es zwar kein Problem der Spieler untereinander ist oder zwischen den Vereinsoffiziellen und dem Spieler. Aber dass der Spieler bei Auswärtsspielen von den gegnerischen Fans die Akzeptanz bekommt, die er verdient, kann ich ihm nicht garantieren."

Doping, Türkei: Wenige Monate nach dem Skandal um Olympiasiegerin Asli Cakir Alptekin und Europameisterin Nevin Yanit sind erneut neun türkische Leichtathleten des Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden. Das gab der Weltverband IAAF am Mittwoch bekannt. Allein sechs Athleten wurden im Mai bei den türkischen Studenten-Meisterschaften in Bursa positiv auf die verbotene Substanz Stanozolol getestet. Drei von ihnen wurde auch die Einnahme des Anabolikums Oral-Turinabol nachgewiesen, das früher das am häufigsten verwendete Dopingmittel in der DDR war. Alle neun Athleten sind international nahezu unbekannt. Lediglich 400-Meter-Läufer Ali Ekber Kayas konnte sich 2012 für die Hallen-Weltmeisterschaften in Istanbul qualifizieren. Zwei der überführten Athleten sind erst 17 beziehungsweise 18 Jahre alt.

Uli Hoeneß, Steueraffäre: Der Bayern-Präsident will sich zur Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Steuerhinterziehung nicht äußern. "Ich sage nichts dazu, weil es dazu nichts mehr zu sagen gibt. Es steht alles in der Pressemitteilung des Oberlandesgerichts", sagte der 61-Jährige der Bild-Zeitung. Bereits zuvor hatte der Rekordmeister in Person von Mediendirektor Markus Hörwick eine Stellungnahme ebenso verweigert wie Bayerns Teilaktionär adidas. Vorerst weitere Rückendeckung erhielt Hoeneß von Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber.

"Es bleibt weiter abzuwarten, zu welchem Ergebnis die gerichtliche Klärung dieses Steuerfalls und dieser Selbstanzeige kommt", sagte der ehemalige bayerische Ministerpräsident dem Münchner Merkur. Der 71-Jährige verwies zudem auf die "besondere Struktur" der nicht an der Börse notierten FC Bayern München Aktiengesellschaft - und auf den Beschluss des Aufsichtsrats vom 6. Mai, mit dem das Gremium ein Rücktrittsangebot von Hoeneß einstimmig ablehnt hatte. "Bei allen Erwägungen ist auch zu berücksichtigen, dass die FC Bayern München AG zu über 80 Prozent dem Verein und damit den Mitgliedern gehört. Die haben Uli Hoeneß in den Aufsichtsrat entsandt. Ihre Sprechchöre in London, Berlin und München waren nicht zu überhören", sagte Stoiber.