Verletzter İlkay Gündoğan "Wir machen alles, was der Schmerz erlaubt"

İlkay Gündoğan: "Im Alltag kann ich wieder ein normales Leben führen."

(Foto: AFP)

İlkay Gündoğan hat fast die komplette Saison in Dortmund verpasst, er war der erste Langzeitverletzte der DFB-Elf in der WM-Saison. Im SZ-Interview spricht er über sein Rückenleiden, das Interesse vom FC Barcelona und die Sehnsucht nach einem Comeback.

Von Freddie Röckenhaus

Wenn man so will, hat die unheimliche Serie mit ihm begonnen: İlkay Gündoğan, war der erste aus dem engeren Kreis der Nationalspieler, der sich vor der WM verletzte. Später folgten Spieler wie Khedira, Schweinsteiger, Lahm und Neuer. Doch während sich dieses Quartett Hoffnungen macht, im WM-Auftaktspiel der Deutschen am 16. Juni gegen Portugal in Bahia dabei zu sein, hat Gündoğan ein völlig anderes Ziel im Auge: Den Einstieg in die kommende Saison. Die vergangene hat er, bis auf das Auftaktspiel mit seinem Verein Borussia Dortmund, komplett verpasst. Jetzt sagt er im SZ-Interview (Montagsausgabe): "Selbst wenn ich bis zum Start unserer Saison-Vorbereitung am 5. Juli noch nicht fit sein sollte - bis zum Saisonauftakt möchte ich es auf jeden Fall sein. Das traue ich mir zu." Die Saison beginnt Mitte August.

"Wir stolpern hier nicht rum"

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Derzeit befindet sich der 23-Jährige die meiste Zeit in der Reha in Donaustauf, in der Praxis von Klaus Eder, des Physiotherapeuten der Nationalmannschaft. Lange hatte sich Gündoğan kaum oder gar nicht über seinen Gesundheitszustand geäußert, nun spricht der Profi von "einer Entzündung einer Nervenwurzel eines Lendenwirbels". Gündoğan erklärt: "Es können bei Überlastung oder zum Beispiel Stauchungen oder Prellungen an den Nerven der Wirbelsäule Reizungen und Entzündungen entstehen. Das ist bei mir der Fall. Und es ist offenbar schwer zu sagen, wie lange es dauert, bis diese Entzündung endgültig abgeklungen ist."

Noch immer habe er Schmerzen, "die hauptsächlich in den Po und in die Außenseite des Wadenbeins ausstrahlen, vom Knie abwärts. Das zeigt, dass der Nerv irgendwo irritiert wird. Mir geht es schon viel besser, aber die meisten sagen mir: Das braucht noch ein bisschen Zeit. Ich bin sicher, dass es wieder gut werden wird. Geduld ist das Wichtigste."

Größerer Bewegungsradius

Für den Grad der sportlichen Belastung gebe es derzeit für ihn ein einfaches Kriterium: "Wir machen alles, was der Schmerz erlaubt." Und da stellt er Fortschritte fest: "Bei gewissen Übungen merke ich, dass der Bewegungsradius, der vorher nicht allzu groß war, größer geworden ist - und dass der Schmerz später kommt oder kleiner ist." Grundsätzlich hat er bereits festgestellt: "Im Alltag kann ich wieder ein normales Leben führen."

Wann alles begann, ist auf den Tag genau belegt: Es war der 14. August 2013, an dem Gündoğan in Kaiserslautern im Testländerspiel gegen Paraguay (3:3) ausgewechselt werden musste. Kurz zuvor hatte er noch den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt, es war sein zweiter Treffer im achten Länderspiel. Dann begann der Leidensweg, gerade in einer Phase, in der viele Spitzenklubs um ihn warben.

Verbrieft ist es, dass sich der FC Barcelona für ihn interessierte, der die Nachfolge für Spielmacher Xavi zu regeln hat. Doch anstatt die Wechselgedanken weiterzuverfolgen, verlängerte Gündoğan während der Rekonvaleszenz seinen Vertrag in Dortmund, allerdings nur bis 2016. "Es war die vernünftigste Entscheidung", sagt Gündoğan, "um ein Jahr zu verlängern, damit beide Seiten zumindest für einen gewissen Zeitraum Gewissheit haben. Langfristige Entscheidungen sollte man treffen, wenn man gesund ist, und nicht, wenn man ein paar Monate keinen Fußball spielen durfte."

Im Augenblick werde er motiviert von der "Sehnsucht, wieder für Dortmund zu spielen. Wir spielen hier einen Fußball, der mir vielleicht bisher das Entscheidende in meiner Karriere gegeben hat. Ich möchte für den Verein endlich wieder auf dem Rasen stehen."

Das vollständige Interview lesen Sie in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder auf dem iPad.

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