sueddeutsche.de: Sollte ein Verein wie der SC nicht öfter das Risiko eingehen, viel in junge Spieler zu investieren, um sie später mit großem Gewinn weiter zu verkaufen?

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Dufner: Wenn wir solche Risiken eingehen und es geht zweimal schief, wäre das fatal.

sueddeutsche.de: In der vergangenen Saison holte der SC den Stürmer Papiss Cissé, der derzeit mit drei Treffern an der Spitze der Torjägerliste steht. Ein Rekordtransfer.

Dufner: Wir zahlten 1,5 Millionen Euro. Im Ligavergleich ist diese Summe für einen Stürmer absurd niedrig. Für uns ist es aber ein großes Investment. Wir haben Cissé lange und intensiv beobachtet. Einen wie ihn, bei dem man die Gewissheit hat, der hilft einem weiter, den können wir uns normalerweise gar nicht leisten. Wir stehen oft vor dem Problem: Wir müssen Spieler holen, die entweder schon nachgewiesen haben, dass sie gut sind - nur in letzten beiden Jahren nicht, sonst sind sie zu teuer. Oder sie haben noch nicht nachgewiesen, dass sie gut sind, haben aber das Potenzial dazu. Dieses Risiko müssen wir immer eingehen.

sueddeutsche.de: Andere Vereine wie der 1. FC Nürnberg leihen viele Spieler aus. Der SC leiht fast nie. Wieso nicht?

Dufner: Wir haben vor dieser Saison Zvonko Pamic von Leverkusen ausgeliehen. Den Spieler haben wir schon in Kroatien beobachtet. Wir waren sogar vor Bayer dran, konnten ihn uns aber nicht leisten. Es ist eine zweijährige Leihe und einen solchen Spieler haben wir nicht im eigenen Unterbau, deshalb die Ausnahme. Doch grundsätzlich stehe ich Leihen skeptisch gegenüber: Denn man kann keine Transfererlöse erzielen und die Spieler sind nicht an den Verein gebunden.

sueddeutsche.de: Was muss der SC tun, um keine Fahrstuhl-Mannschaft mehr zu sein?

Dufner: Ohne ein modernes Stadion mit allen Vermarktungsmöglichkeiten halte ich das fast für ausgeschlossen. Selbst in der zweiten Liga gibt es sechs bis acht Vereine, die bessere Voraussetzungen haben, dauerhaft in der ersten Liga zu spielen. Mit diesem Thema müssen wir uns intensiv auseinander setzen.

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(sueddeutsche.de/dabi)