Die New Orleans Saints gewinnen die 44. Super Bowl gegen die Indianapolis Colts. Sie widmen den Triumph einer Stadt, die vor vier Jahren als verloren galt.
Drew Brees stand auf dem Spielfeld und schüttelte ungläubig den Kopf. "Wer hätte vor vier Jahren gedacht, dass so etwas jemals passieren könnte", stammelte der Quarterback der New Orleans Saints. "85 Prozent der Stadt standen unter Wasser, niemand wusste, ob es die Stadt überhaupt wieder geben würde und ob die Saints zurückkehren können."
Die Fans der Saints finden Trost und Zuversicht in ihrer Mannschaft. (© Foto: rtr)
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Nun durften Brees und seine Kollegen die Vince-Lombardi-Trophäe in die Luft strecken - sie hatten die 44. Super Bowl gegen die Indianapolis Colts mit 31:17 gewonnen.
Es war nicht nur der Sieg im Endspiel der nordamerikanischen Meisterschaft im American Football - es war das Happy End einer Geschichte, für die vor Jahren der Begriff "der amerikanische Traum" eingeführt wurde und die kein Regisseur sentimentaler hätte erzählen können.
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Im August 2005 wurde die Stadt New Orleans durch den Hurrikan Katrina verwüstet wurde. 85 Prozent des Stadtgebietes standen bis zu 7,60 Meter unter Wasser, mehr als 1800 Menschen starben, der wirtschaftliche Schaden wurde auf insgesamt 125 Milliarden Euro geschätzt. 60.000 Menschen flohen damals in den Louisiana Superdome, der Spielstätte der Football-Mannschaft. Es gab sogar Politiker, die forderten, New Orleans aufzugeben und die Bürger umzusiedeln.
Auch die Saints sollten eine neue Heimat finden. Der Football-Verein spielte damals derart schlecht, dass sich die Fans Plastiktüten über den Kopf zogen, wenn sie ins Stadion gingen, um nur ja nicht erkannt zu werden. Die Saints wurden lange Zeit "Aints" genannt - was so viel bedeutet wie: "Die schaffen es nie."
Ein Jahr nach der Naturkatastrophe kehrte der Verein zurück nach New Orleans, zurück in den renovierten Superdome, zurück zu den Einwohnern, die sich nach Zuversicht sehnten - und spielte plötzlich erfolgreich. Die Saints wurden zum Symbol einer Stadt, deren Einwohner beschlossen hatten nicht aufzugeben. Der Superdome wurde zum Wahrzeichen, das Vereinslogo Be a Saint ("Sei ein Heiliger") zum Motto der Stadt.
Ähnlich wie die jüngere Geschichte der Stadt verlief auch das Endspiel in Miami. Die Saints waren als Außenseiter nach Florida gereist - und die Indianapolis Colts wurden ihrer Favoritenrolle zunächst gerecht. Nach einem Field Goal warf Peyton Manning, der beste Spielmacher der Gegenwart, noch einen Touchdown-Pass. Es stand 10:0, gespielt waren gerade einmal zehn Minuten. Bis zur Halbzeit konnten die Saints zwei Feldtore erzielen und zumindest auf 6:10 verkürzen.
Gewaltiger Wirtschaftsfaktor
In der Pause spielte die Uralt-Rockband The Who im Stadion von Miami. Überhaupt war das Endspiel wieder ein perfekt inszeniertes Spektakel - und ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor in den Vereingten Staaten. "Die Fed sollte den Super Bowl in ihren Pool der Konjunkturindikatoren mit aufnehmen", riet die New York Times schon vor dem Spiel. Mehr als 100 Millionen Menschen verfolgten das Spiel in den Vereinigten Staaten, es wurde weltweit übertragen.
In Zeiten digitaler Videorekorder seien Sportereignisse die einzigen TV-Sendungen, die der Zuschauer noch live ansehen und damit auch die Werbeunterbrechungen nicht herausschneiden würden. Kein Wunder, dass der Sender CBS für einen 30-sekündigen Spot knapp drei Millionen US-Dollar verlangen konnte und damit mehr als 230 Millionen Dollar einnahm. Die Werbefilmchen selbst gehören mittlerweile zur Popkultur.
Nach dem Intermezzo von The Who sollten die Indianapolis Colts den Ball erhalten, doch Saints' Trainer Sean Payton entschied sich für einen riskanten Trickspielzug, den er selbst "Hinterhalt" getauft hatte. Anstatt den Ball weit in die gegnerische Hälfte zu kicken, versuchten es die Saints mit einem kurzen Anstoß. "Ich war nicht nervös oder besorgt", sagte Kicker Thomas Morstead nach dem Spiel. "Ich hatte Panik."
Der Spielzug jedoch funktionierte, die Saints behielten den Ball und gingen kurze Zeit später nach einem Touchdown-Pass von Drew Brees zum ersten Mal in Führung.
Erfolg für die Bürger der Stadt
"Wir wollten aggressiv und kreativ spielen, deshalb haben wir diese Taktik gewählt", sagte Payton über seine Auswahl seiner Spielzüge. Auch nach der erneuten Führung der Colts ließen sich die Saints nicht beirren. Brees, der nach der Partie zum wertvollsten Spieler gewählt wurde, schaffte noch einen Touchdown-Pass, während sich sein Gegenüber Peyton Manning einen Fehlwurf leistete, der das Spiel entschied. "Das war heute ihr Spiel, ihr Feld, ihre Meisterschaft", sagte Manning, der einst in New Orleans geboren wurde. "Ich weiß, wie sich der Gewinn der Super Bowl anfühlt. Ich weiß, wie sich die Saints nun fühlen."
"Ich hatte mir lange vorgestellt, wie dieser Moment sein würde", sagte Brees nach dem Spiel. "Ich muss sagen: Es ist viel besser." Und während er die Trophäe in die Luft hielt, sagte er: "Jeder Bürger der Stadt wird an diesem Erfolg teilhaben." Die Einwohner von New Orleans müssen nun keine Plastiktüten mehr über den Kopf ziehen. Nach Jahren der Entbehrung haben sie wieder etwas, worüber sie sich freuen und auf das sie stolz sein dürfen.
(sueddeutsche.de/jja)
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Kleiner Tipp wie es spannender wird: Man muss sich nur ordentlich emotional reinsteigern und für eine Mannschaft konsequent subjektiv Partei ergreifen. Ich habe mehrere Superbowl-Endspiele gebraucht, um die Regeln und Begriffe zu kapieren. Seit einigen Jahren gefällt mir die typisch amerikanische Show des Rasenschach um das schwierig zu fangende Ei ausnehmend gut und ich gehe als Fussballbegeisterter auch beim Football richtig mit. Bin sogar mittlerweile in der Lage, so tolle Anglizismen zu verwenden wie der Quarterback wurde ge-sackt (Sack) oder er hat ge-fumbelt (Fumble) und sondere bewundernswerte Kommentare über die tackles von 140-Kilo-Anabolika-Kolossen ab. Das erforderte natürlich jahrelanges Sprachtraining, gibt mir aber nun einen gewissen, jugendlichen Anstrich. ;-)
"" Wie der Titel schon sagt...
... ein amerikanischer Traum.
Wer da wen besiegt ist für mich in etwa so interessant wie für die Amis unser CL-Finale. "
Warum lesen Sie dann?
Herrjeh...."
Weil mich Sport an sich interessiert. Ich nehme das Ergebnis auch interessiert zur Kenntnis. Und ich gönne jedem Fan seinen Spass an diesem Spiel und an dieser Sportart. Wenn man es regelmäßig verfolgt hat es ja auch was (in den 90ern hab ich das auch mal getan). Aber mittlerweile kommt American Football bei mir halt weit weit hinter anderen Sportarten.
Was kann man den Schlimmes über Football schreiben, dass man zensiert wird, @willie esco, firdalion?
;-)
" Wie der Titel schon sagt...
... ein amerikanischer Traum.
Wer da wen besiegt ist für mich in etwa so interessant wie für die Amis unser CL-Finale. "
Warum lesen Sie dann?
Herrjeh....
unterwegs, kann ich's ja mal loswerden.
Ganz herzliche Congrats an New Orleans und mich freut es sehr für die Stadt und die Fans.
Aber gestern Nacht habe ich doch mal wieder festgestellt, dass sich das Spiel mir nicht erschließt, ich steh weiterhin auf Fußball ("soccer", brrr),...
...und der alte Witz von den Amis, das Soccer ja so langweilig ist mit seinen 1:0 und 2:1-Ergebnissen, den retourniere ich unmittelbar:
Ich komme einfach nicht hinter den Thrill den Herren Muskelbepackten dabei zuzugucken, wie sie dauernd drei Meter nach vorne rennen, dann ist Pause, dann wird wieder aufgestellt und sie rennen nochmal weiter und ab und zu schafft es einer über die und die Linie.
No capisce... gebe aber zu, ich geb mir auch nicht viel Mühe;-))
Paging