Chaos fünf Tage vor Beginn der Fußball-WM in Südafrika: Bei einem Testspiel in Johannesburg ist eine Massenpanik ausgebrochen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.
Chaotische Szenen: Eine Massenpanik bei einem Testspiel in Johannesburg hat fünf Tage vor Beginn der Fußball-WM in Südafrika für blutige Szenen und große Bestürzung gesorgt. Mindestens 15 Menschen wurden teils schwer verletzt worden.
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Verzweifelt versuchen Polizisten im Makhulong-Stadion die aufgebrachten Fans zurückzuhalten. Fünf Tage vor Beginn der Fußball-WM brach dort eine Massenpanik aus. (© ap)
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"Es gab keine Toten, aber einen schwerverletzten Beamten und mindestens 14 leichter verletzte Zivilisten", sagte Colonel Opperman von der zuständigen Tembisa Police im Nordosten von Johannesburg. Auch zwei Kinder, nicht älter als zehn Jahre, sollen unter den Opfern sein. Eine Frau musste den Berichten zufolge von einem Beamten wiederbelebt werden.
Nach Angaben der WM-Einsatzzentrale Natjoc wurde bei den Tumulten an den Eingangsstoren des Makhulong-Stadions zudem ein Polizist von der Menge niedergetrampelt und schwer verletzt. Tausende von Zuschauern hatten versucht, in das Stadion zu gelangen, viele stürzten dabei. Hunderte Menschen trampelten auf die am Boden Liegenden. Aufgebrachte Fans versuchten mehrfach, die Eingangstore zum Stadion niederzureißen.
Ein Sprecher sagte, es habe eine Kommunikationspanne gegeben. Die Fans hätten geglaubt, dass sie für das Vorbereitungsspiel Eintritt bezahlen müssten, obwohl es ein Gratisspiel war. Möglicherweise waren auch gefälschte Tickets im Umlauf. Während der zweiten Halbzeit musste das Spiel wegen der Tumulte für rund 20 Minuten unterbrochen werden. Nigeria gewann das Testspiel schließlich mit 3:1.
Probleme hatte es bereits am Sonntagnachmittag bereits gegeben, als die Stadiontore geöffnet wurden. Die Polizei hatte offenbar nicht mit dem großen Interesse der Fans an diesem Spiel gerechnet. Ein Sicherheitsdienst der Weltmeisterschaft war nicht anwesend, weil es ein Freundschaftsspiel war und die Partie nicht unter der Aufsicht des Weltverbandes FIFA stand. Ein Polizist sagte: "Die FIFA wollte, dass der Eintritt frei ist - und jetzt sieht man die Folgen."
Das Makhulong-Stadion in Tembisa fasst rund 12.000 Zuschauer. Im vergangenen Jahr kamen bei einer Massenpanik bei einem Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft in der Elfenbeinküste 22 Menschen ums Leben.
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(dpa, AP, sid/afis)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
...dieser Massenwahnveranstaltung, wundert mich nichts mehr!
Wenn man die ganez Zeit vom ominösen Phänomen "Massenpanik" spricht, entsteht eine fatalistische Haltung, dass man ohnehin nichts dagegen ausrichten kann. Das ist jedoch nicht richtig. Erlebensgier ist zwar kaum zu unterbinden. Aber organisieren kann man sehr schlecht oder sehr gut. Der Veranstalter ist in der Verantwortung trotz überschäumender Begeisterung einen sicheren Ablauf zu gewähren und die Polizei ist in der Verantwortung jene, die nichts als Gewalt im Sinn haben, im Vorfeld zu kassieren.
...lassen wir es "crushen" bei der WM!
Ursache des Unglücks war offensichtlich, dass die Zuschauer erlebensgierig und die Organisation miserabel waren. Bei der Erlebensgier kann man eher vom Gegenteil von Panik sprechen als von Panik selbst.
Dass es in der Hochphase des Unglücks auch zu extremer Angst (Panik) kam, ist trivial. Diese Angst war jedoch nicht der Auslöser. Man könnte somit mit gleichem Recht bei Schiffsuntergängen oder Flugzeugabstürzen von "100 Tote bei Massenpanik" sprechen. Auch dort haben die Menschen extreme Angst, und dort ist die Angst genausowenig Auslöser des Unglücks wie hier.
Das ist in dieser Weise nun aber seit mindestens 20 Jahren Stand der Forschung. Es ist auch Stand der Forschung, dass die Presse ihre Artikel zum Thema immer noch auf jener Psychologie aufbaut, der auch dei Nationalsozialisten vertraut haben. Offenbar hält man sich in den Redaktionen aber beide Finger in die Ohren und singt laut "lalalalala", um die Art der Berichterstattung ja nicht ändern zu müssen.
Die BBC benutzt in ihrer Berichterstattung übrigens das neutralere Wort "crush". Es geht also.