Im Stadionstreit stärkt die Richterin die Position von 1860 München: Der Vertrag des Zweitligisten mit der Münchner Stadion GmbH könnte einen Verstoß gegen das Kartellrecht beinhalten.
Es hat in München schon lange kein richtiges Derby mehr gegeben, dafür sind die Rivalen FC Bayern und TSV 1860 mittlerweile sportlich viel zu weit voneinander entfernt. Nun steigt wieder einmal ein Lokalduell, aber nicht mit Toren und Fouls, sondern mit Paragraphen und Fristen. Als sich die ungleichen Klubs am Mittwochmorgen im Saal 301 des Landgerichts München I am Lenbachplatz trafen, ließen sie ihre Anwälte sprechen. Offiziell ist es nicht der FC Bayern, der die Löwen verklagt, sondern die Stadion GmbH; die Betreiberin der Arena in Fröttmaning ist allerdings eine hundertprozentige FCB-Tochter. So erschien für die ArenaGmbH auch Bayern-Anwalt Gerhard Riedl.
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Der Vertrag zwischen 1860 München und der Münchner Stadion GmbH könnte einen Verstoß gegen das Kartellrecht beinhalten. (© Foto: ddp)
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Bei diesem Termin wurde auch bekannt, dass 1860 vorzeitig die zweite Derby-Halbzeit eröffnet hat: In einem weiteren Verfahren steht die grundsätzliche Rechtmäßigkeit des gesamten Vertragswerks von 2006 auf dem Prüfstand, als 1860 seine Arena-Anteile an den FC Bayern verkauft hatte und Mieter geworden war. (siehe hier)
Im aktuellen Prozess geht es um rückständige Bewirtungskosten von rund 500.000 Euro, weil 1860 seit Juli weniger für das Catering überwiesen hat als vertraglich vereinbart. 1860 konterte mit einem Antrag, seit 2006 bezahlte Aufwendungen für das Catering in Höhe von 2,1 Millionen Euro zurückerstattet zu bekommen. Der dauerklamme Zweitligist will nicht mehr akzeptieren, dass die Verpflegungspauschale für 3000 Business-Seats-Kunden bezahlt werden muss. Denn pro Spiel erscheinen nur 900 bis 1500 Löwenfans in diesem Bereich.
Was eindeutig klingt - nach dem bekannten Motto, Verträge seien einzuhalten -, ist längst nicht so einfach. Beim ersten Treffen stellte die Vorsitzende Richterin Elisabeth Waitzinger klar, dass sie den Argumenten des TSV in Teilen folgen könne. Sie schlug eine Mediation vor, damit sich beide Parteien ohne Prozess einigen könnten, aber Riedl war mit dem Auftrag erschienen, dies abzulehen: "Das schließe ich von vorneherein aus."
Von den zwei Argumenten der Löwen gegen den Vertrag - Sittenwidrigkeit und Kartellrechtswidrigkeit - zog aus Sicht der Richterin zumindest eines. "Mit der Sittenwidrigkeit haben wir so unsere Probleme", sagte Waitzinger, am Vertrag seien auf beiden Seiten schließlich so genannte "Vollkaufleute" beteiligt gewesen, die wissen mussten, was sie taten.
Auf Seiten der Löwen verhandelte der damalige Geschäftsführer Stefan Ziffzer. "Der Gedanke, der eher greift, ist die Kartellrechtswidrigkeit", sagte Waitzinger: "Das ist nicht abwegig." Die Stadion GmbH habe wohl eine Monopolstellung, da es für 1860 kein geeignetes anderes Stadion gebe. In diesem Zusammenhang erscheint es geschickt, dass 1860 kürzlich mit seiner "Projektgruppe Stadionzukunft" öffentlich erläuterte, dass andere Spielstätten nicht in Frage kämen.
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Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
"Die Stadion GmbH habe wohl eine Monopolstellung, da es für 1860 kein geeignetes anderes Stadion gebe"
Ist das Dantestadion abgerissen worden ?
Tatsache ist, dass sich ein Wahnsinniger auf das Abenteuer AA eingelassen hat und sich auch noch schmieren hat lassen.
Durch den Abstieg verschlechterte sich die Vermarktung und Publikumswirksamkeit der Löwen. Damit geht automatisch eine Qualitätsminderung der Mannschaft einher, was die Attraktivität weiter mindert. In dieser Abwärtsspirale hatte man solche Leute wie Hilz und Konsorten im Aufsichtsrat, so dass alle möglichen Pflaumen in der schwersten Zeit die Weichenstellungen vornahmen. Schließlich schickte eine himmlische Macht den Ziffzer aufs Parkett, der seinem Gewissen folgend die Lage aufdeckte und so die Bayern veranlasste angesichts der neuen Seriosität des Partners einen Rettungsdeal mit der Anteilsübernahme gegen Millionenbeträge zu tätigen. Dabei musste alles mögliche geschluckt werden von den Sechzgern, war die Lage doch verzweifelt und der Strohhalm so nah.
Ziffzer musste gehen als er die Wahrheit sagte über Präsident und Aufsichtsrat.
Die Zwischenfälle mit Investor und so weiter haben nichts mit der Klage zu tun. Die neuen Verantwortlichen, die unentwegt gegen den Insolvenzsog anschwimmen, haben von Personaleinsparung über Talentverkauf bis zur AA-Alternative alles versucht und stellten nun Zweifel an den Cateringverträgen fest, die sie prüfen ließen. Da der Baukostenzuschuß vom Caterer an die Berechtigung zur Bewirtung der Business-Seats gebunden war, ist der TSV eigentlich beim Ausscheiden als Eigentümer aus dieser Vereinbarung befreit gewesen.
Warum man sich auf eine Verpflichtung im Mietvertrag eingelassen hat, die man zuvor schon nicht erfüllen konnte und deshalb für Essen, Getränke, Dekoration, Betreuung und Dienstpersonal bezahlte obwohl die Seats immer leer sind, ist nicht nachvollziehbar.
Diesen Vertrag überprüfte man, wie man alle Kosten überprüft hat und fand Schwachpunkte, die die Juristen beanstandeten.
Für die Bayern schaut es aus, dass der Mieter nicht zahlt, Stoffers dagegen wollte sehr wohl mit der Stadiongesellschaft darüber reden, blitzte aber ab. Nun steht man vor Gericht.
Die Löwen hatten doch ein Rückkaufrecht für die verkauften Anteile, auf das sie dann verzichteten. Jetzt wollen sie das Geschäft rückabwickeln?
Wie wollen sie sich das denn jetzt plötzlich leisten? Durch den Verkauf haben die Bayern sie damals vor der Insolvenz gerettet, jetzt ist aber Geld für den Rückkauf da?
So wie ich die Bayern zuletzt verstanden habe, lassen sie die Löwen doch aus den Veträgen raus. Es zwingt 1860 damit doch niemand mehr in der AA zu spielen.
Die Bayern würd's freuen. Mit jemanden der Verträge erst nachverhandelt, dann einfach nicht mehr zahlt und dann auch noch von Sittenwidrigkeit schwafelt, möchte ich auch nicht in meinem Haus haben.
Es wird Zeit, dass sich 1860, die Stadt München und ein Investor sich zusammensetzen und eine überdachte Arena mit Kunstrasen für 35000-40000 Zusachauern kreieren. Für Sportveranstaltungen, Konzerte, kleine Messen. etc. ...Sowas -in dieser Dimension- fehlt nicht nur in der Weltstadt München, sondern in ganz Deutschland, wenn nicht sogar in Europa.
Die Bayern sollten gar nicht mehr nachgeben. Bei nichts... Die Richterin hat nur gesagt, dass das eine Argument von 60 abwegig ist und das andere zu prüfen. Macht ruhig weiter ihr Blauen, wir haben ja nicht so viel zu lachen...
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