Spanien:Schwulenverband will homophobe Hetzjagd gegen Ronaldo verhindern

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Cristiano Ronaldo wurde in Madrid offenbar beleidigt. (Foto: Getty Images)

Gegenspieler sollen den Real-Profi beleidigt haben. Dennis Schröder wirft in der NBA gegen die Knicks nur daneben. BVB-Boss Watzke stänkert schon wieder in Richtung Leipzig.

Fußball, Spanien: Der spanische Schwulen- und Lesbenverband Arcópoli hat die Aufnahme von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Beleidigungen gegen Fußball-Star Cristiano Ronaldo gefordert. In einem am Montag veröffentlichten Brief an die Profi-Liga LFP behauptet der Verband, der portugiesische Stürmer des spanischen Rekordmeisters Real Madrid sei am Samstag im Stadtderby bei Atlético (3:0 für Real) von Gegenspielern mit "homophoben Beleidigungen" attackiert worden.Nach Berichten des Radiosenders Cadena Ser und anderer Medien wurde der Portugiese im Estadio Vicente Calderón unter anderem als "Maricón" (Schwuchtel) beschimpft.

Arcópoli, das sich auch für die Rechte von Bi- und Transsexuellen einsetzt, fordert eine Untersuchung der LFP. Bei Bestätigung der Vorwürfe müsse die Antigewalts-Kommission des Parlaments eingeschaltet werden.Die homophobe Hetzjagd gegen Ronaldo in der Primera División sei nicht neu, hieß es. "Das kann so nicht weitergehen. Es scheint so, als ob weder die Fußballer noch die Clubs diesem Phänomen, dass den Hass fördert, Bedeutung beimessen." Der Fußball, so Arcópoli-Koordinator Yago Blando, sei weiterhin einer der unsichersten Bereiche für Homosexuelle oder für Menschen, die als solche betrachtet werden. Es herrsche Schweigen und Straflosigkeit.

Fußball, Bundesliga: Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich erneut kritisch über Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig geäußert. "Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht", sagte Watzke am Montag auf der BVB-Aktionärsversammlung: "Ich ziehe aber den Hut vor der sportlichen Leistung." Watzke gilt als einer der größten Kritiker des Leipziger Modells. Er hatte schon in der Vorwoche das Leipziger Konzept kritisiert. "Bei Rasenballsport, wie sie ja tatsächlich heißen, haben wir das erste Mal - auch im Gegenteil zu Hoffenheim oder Wolfsburg - den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist", sagte Watzke der Sport Bild: "Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen." RB-Kapitän Dominik Kaiser hatte Watzke am Sonntag bei Sport1 gekontert: "Ich spiele nicht bei RB, um eine Dose zu performen und stehe auch nicht als Dose auf dem Feld. Und dann hätte ja Dortmund ja auch gegen elf Dosen verloren."

Basketball, NBA: Dennis Schröder hat in der Basketball-Profiliga NBA seine bislang schwächste Saisonleistung gezeigt und mit den Atlanta Hawks die zweite Niederlage in Serie kassiert. Im Madison Square Garden unterlagen die Gäste den New York Knicks verdient 94:104, Schröder (23) kam bei 21 Minuten Einsatzzeit nur auf einen Punkt sowie drei Assists. Der Braunschweiger setzte alle acht Würfe aus dem Feld vorbei.

"Dennis hat in dieser Saison bislang großartig gespielt", betonte Trainer Mike Budenholzer. Auch Paul Millsap nahm seinen Mitspieler in Schutz: "Es war nicht Dennis' Schuld. Alle haben mal Probleme, wir machen 82 Spiele. Wenn so etwas passiert, müssen wir anderen besser sein."Die Hawks hatten erst am Freitag 96:100 bei den Charlotte Hornets verloren, mit neun Siegen und jetzt vier Niederlagen ist die Mannschaft von Trainer Mike Budenholzer weiter Tabellenzweiter in Osten. Bester Werfer der Knicks war Carmelo Anthony mit 31 Punkten, als Topscorer bei Atlanta verbuchte Millsap 19 Zähler. Für die Hawks geht es am Dienstag mit einem Heimspiel gegen die New Orleans Pelicans weiter.

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Von Freddie Röckenhaus

Bundesliga, BVB: Borussia Dortmund hat den Sieg im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayern München (1:0) teuer bezahlt. Schlussmann Roman Bürki hat sich am Samstagabend einen Mittelhandbruch zugezogen und muss operiert werden. Der Schweizer Nationaltorhüter fällt etwa acht Wochen aus, dies teilte der BVB am Sonntag mit. Der Eingriff findet in den kommenden Tagen im Knappschaftskrankenhaus in Brackel statt. Bürki spielte gegen die Bayern 90 Minuten durch. Erst einen Tag später erfolgte die Diagnose. Damit ist die Hinrunde für den 26-Jährigen beendet, die ehemalige Nummer eins Roman Weidenfeller (36) rückt bis zum Beginn der Rückrunde wieder zwischen die Pfosten.

© SZ.de/dpa/sid/ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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