SZ: Was in Deutschland funktioniert, ist die Kontrolle durch den Verband. Im vergangenen Jahr klagten Sie über die Tatenlosigkeit des Ligaverbandes LFP und der staatlichen Sportbehörden.

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Gay: Da hat sich nichts verändert. Wir stehen da, wo wir vor Jahresfrist waren. In Deutschland werden die Daten der Klubs verfolgt, es gibt eine Überprüfung der Bilanzen. In Spanien gibt es das alles nicht. Ich sage: In Spanien müssen wir uns endlich Gedanken darüber machen, was die Rolle des Ligaverbands und des Fußball-Verbandes ist. Ob sie zu irgendwas nutze sein sollen oder nicht. Und was die oberste Sportbehörde CSD machen kann. Sie müsste und könnte intervenieren, weil sie über Präsidentschaftswahlen und solche Dinge erhaben ist. Doch von ihr hört man nichts.

SZ: Wie steht es um den Rekordmeister Real Madrid?

Gay: Real hat mehr Eigenmittel als der FC Barcelona, ist aber sehr verschuldet. Ähnlich wie ACS übrigens, das Bauunternehmen von Real-Präsident Pérez. Real holt einen Spieler nach dem anderen. Wir werden sehen, wie die Zahlen für die vergangene Saison ausgesehen haben. Aber prinzipiell gilt: Um das ganze Ausgabenvolumen tragen zu können, müsste Real Madrid schon alles gewinnen.

SZ: Dafür hat die europäische Fußballunion Uefa gehandelt und Real Mallorca von der Europa League ausgeschlossen.

Gay: Das konnte man kommen sehen. Mallorca war in sehr kompromittierter Lage, mit einem großen Schuldenstand, einem Konkursverfahren, einer, sagen wir: hinkenden Bilanz. Die Uefa hat Ernst gemacht, gedroht hatte sie ja schon länger. Mir tut das um Mallorca leid, der Klub gefällt mir, aber vor allem haben die Spieler in der vergangenen Saison eine grandiose Seite in der Geschichte des Klubs geschrieben, obwohl sie lange ihr Gehalt nicht bekommen haben.

SZ: Glauben Sie, dass die Botschaft des Ausschlusses in Spanien ankommt?

Gay: Wenn die Klubs merken, dass die Uefa ernst macht: dann ja. Was man im Fußball machen muss, ist einfach: weniger Geld auszugeben, als man einnimmt. Dann gibt es keine Krise.

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(SZ vom 29.07.2010)