Ribamar bei 1860 München Wunderstürmer mit Slapstick-Potential

Mit Rot vom Platz: Ribamar von TSV 1860 München.

(Foto: M.i.S./imago)
  • Endlich ist der teuerste Zugang des TSV 1860 München wieder fit - und dann kassiert er im DFB-Pokal sofort eine unnötige rote Karte.
  • Möglicherweise wird er darum nun auch für die zweite Liga gesperrt.
Von Markus Schäflein

Als der brasilianische Stürmer Ribamar, 19, ein halbes Jahr nach seiner Verpflichtung und einer Reihe von Verletzungen wieder ins Training einstieg, war die Freude unter den Anhängern des TSV 1860 München groß. Im Wintertrainingslager auf der portugiesischen Halbinsel Troia meldete er sich zurück, und weil damals ja noch keine anderen Zugänge aus aller Welt bei Sechzig erschienen waren, setzten die mitgereisten Fans all ihre Hoffnungen für die Restrunde auf Ribamar. Er hatte schließlich 2,5 Millionen Euro gekostet und war der teuerste Transfer der Klubgeschichte.

Doch dass er ein Wunderstürmer ist, konnte Ribamar bislang nicht nachweisen. Auch nicht unter Trainer Vitor Pereira, seit dessen Ankunft vieles leichter geworden ist für den Brasilianer. "Ich war vorher ein bisschen isoliert", erzählte Ribamar, "jetzt sprechen der Trainerstab und ein paar Spieler Portugiesisch, das ist natürlich viel einfacher für mich. Der Trainer versucht, mich immer weiter zu fördern."

Pereira setzte den Brasilianer, den 1860-Investor Hasan Ismaik über den Londoner Fußball-Geschäftsmann Kia Joorabchian nach Giesing gebracht hatte, in den bislang drei Pflichtspielen unter seiner Führung drei Mal ein.

"Das darf nicht passieren"

Allerdings spielte Ribamar bei allen Einsätzen nur kurz, in der Schlussphase. In Lotte war er bloß 21 Minuten auf dem Feld, als er sich mit einer Roten Karte wieder verabschiedete. In der 71. Minute war er für Filip Stojkovic ins Spiel gekommen, zu einem Zeitpunkt, als gar nichts mehr darauf hindeutete, dass die Münchner den 0:2-Rückstand noch egalisieren könnten. An diesem Eindruck änderte sich auch mit dem Stürmer nichts. Und in der zweiten Minute der Nachspielzeit trat Ribamar dann den Lotter Dennis Brock an der Außenlinie einfach um. Es sah ziemlich nach Slapstick aus, Schiedsrichter Christian Dingert zog selbstredend die rote Karte.

"Das darf nicht passieren", kommentierte Pereira die Szene knapp. "Das war ein Fehler." Möglicherweise wird der Angreifer, auf dem so viele Hoffnungen ruhten, nun auch für die zweite Liga gesperrt. Denn im Falle eines groben Foulspiels kann der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes wettbewerbsübergreifende Sperren verhängen. Dass Ribamar den Löwen wirklich fehlen würde, lässt sich nach den bisherigen Eindrücken allerdings ohnehin nicht behaupten.

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