Real im Fokus der EU-Kommision Real Madrid soll verbotene Staatshilfen angenommen haben

Verdacht auf illegale Beihilfen: Die EU-Kommission untersucht undurchsichtige Immobiliengeschäfte zwischen dem Fußballverein Real und der Stadt Madrid. So soll Real etwa ein Grundstück in der Nähe des Bernabéu-Stadions zu erstaunlich niedrigen Preisen erworben haben.

Von Javier Cáceres, Brüssel

Joaquín Almunia hat sich als europäischer Wettbewerbskommissar mit gewaltigen multinationalen Konzernen angelegt. Er hat sich mit Google angelegt, Microsoft und Bildröhrenkartelle mit Milliardengeldbußen überzogen, seit einiger Zeit ermittelt er auch gegen Großbanken wegen Absprachen bei der Festsetzung von Leitzinsen.

Nun muss er sich wohl bald entscheiden, ob er sich auch an die größte faktische Macht seiner spanischen Heimat heranwagt. Denn auf Almunias Schreibtisch liegt ein Dossier, auf dem der schillerndste Name des spanischen Fußballs steht: Real Madrid.

Der Sprecher Almunias, Antoine Colombani, bestätigte am Mittwoch in Brüssel die Grundzüge eines Berichts der englischen Zeitung The Independent, wonach die EU-Kommission der Frage nachgehe, ob Real möglicherweise illegale Beihilfen spanischer Behörden erhalten hat. "Ich kann bestätigen, dass die EU-Kommission solche Informationen erhalten hat und wir das analysieren", sagte Colombani.

Konkret geht es um verwirrend undurchsichtige Immobiliengeschäfte aus den Jahren des Booms. Ende der 90er Jahre hatte Real Madrid im Rahmen des umstrittenen Verkaufs seines früheren Trainingsgeländes, der legendären Ciudad Deportiva, von der Gemeinde unter anderem auch ein Grundstück im Vorort Las Tablas erhalten.

In den Büchern des spanischen Rekordmeisters war es jahrelang mit einem Wert von knapp 500 000 Euro verbucht worden, doch selbst dieser Wert war wohl übertrieben: Das Gelände durfte nicht bebaut werden. Jahre später wurde dieser "Verwaltungsfehler" dann "korrigiert". Im Tausch für das Brachland in Las Tablas erhielt Real Madrid von der Gemeinde diverse Grundstücke in der Innenstadt, die schon sehr viel exquisiter waren.