Reaktionen auf Aufsichtsrat-Entscheidung "Uli Hoeneß gehört zum Verein"

Freut sich: Uli Hoeneß beim Basketball-Spiel der Bayern gegen Alba Berlin.

(Foto: dpa)

Spieler und Funktionäre des FC Bayern begrüßen die Entscheidung des Aufsichtsrats, dass Uli Hoeneß im Amt bleiben soll. Kritik übt dagegen SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück. Und das ziemlich heftig.

Nationalspieler Toni Kroos vom FC Bayern München hat die Entscheidung des Aufsichtsrates für ein Festhalten an Uli Hoeneß gut geheißen. "Jeder in der Mannschaft ist der Meinung, dass Uli Hoeneß zum Verein gehört. Von daher wird es begrüßt. Bayern München ohne Uli Hoeneß ist nicht vorstellbar", sagte der derzeit verletzte Mittelfeldspieler in Berlin bei der Übergabe des DFB-Pokals anlässlich des Endspiels am 1. Juni zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart.

Auch das Präsidium findet es richtig, dass Hoeneß im Amt bleibt. In einer kurzen Erklärung, die auf der Homepage des FC Bayern veröffentlicht wurde, heißt es: "Das Präsidium des FC Bayern München e.V. (vertreten durch den 1. Vizepräsidenten Karl Hopfner und den 2. Vizepräsident Rudolf Schels) sowie der Verwaltungsbeirat des Klubs (vertreten durch den Vorsitzenden Dr. Edmund Stoiber) begrüßen die Entscheidung des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG vom gestrigen Abend und stimmen dieser vollinhaltlich zu."

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge wertete die Rückendeckung des Aufsichtsrates als wichtiges Signal vor dem Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund: "Sie zeigt: Der Klub steht sehr eng zusammen", sagte Rummenigge der Nachrichtenagentur dpa. "Ich glaube, Uli war sehr erleichtert, dass der Aufsichtsrat ihm das Vertrauen geschenkt hat." Vor den "zwei extrem wichtigen Endspielen" gegen Dortmund und im Pokal gegen den VfB Stuttgart sei es von großer Bedeutung gewesen, "dass der Verein Geschlossenheit demonstriert", so Rummenigge: "Es war ein Zeichen an die Mannschaft, die Fans und die Mitglieder."

Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hatte zuvor bereits der Bild-Zeitung gesagt. "Es spricht für Uli, dass der Aufsichtsrat sein Angebot abgelehnt hat. Ein toller Vertrauensbeweis für Uli. Jetzt kann ich nur hoffen, dass er möglichst gut aus der Steueraffäre herauskommt."

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kritisierte dagege die Entscheidung. Sie sei falsch, sagte Steinbrück am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion in Düsseldorf. Die Aufsichtsräte hätten die Verhaltensregeln, die sie ihren Unternehmen auferlegten, auch auf das "Fußball-Unternehmen" Bayern München übertragen müssen, sagte der SPD-Politiker.

Hoeneß hätte sein Mandat wenigstens ruhen lassen müssen. "Der Aufsichtsrat hat die Pflicht, ihm dies nahezubringen." Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dagegen sagte der Münchner Abendzeitung: "Ihn jetzt nicht vor Abschluss der Ermittlungen zum Rücktritt zu drängen, gebietet meiner persönlichen Auffassung nach der Respekt vor seinem Lebenswerk, das einzigartig ist."

FC Bayern München Aufsichtsrat stützt Uli Hoeneß

Nie zuvor hat eine Aufsichtsratssitzung der FC Bayern München AG einen solchen Rummel ausgelöst. Das Ergebnis war so nicht erwartet worden: Einvernehmlich lehnt das Gremium das Angebot seines Vorsitzenden Uli Hoeneß ab, das Amt ruhen zu lassen - trotz der Steueraffäre. Die sportlichen Ziele sollen nicht gefährdet werden.

Der Aufsichtsrat des deutschen Rekordmeisters hatte am Montag das Angebot des Aufsichtsratsvorsitzenden Hoeneß abgelehnt, sein Amt vorerst ruhen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Vereinspräsidenten wegen Steuerhinterziehung.