Lewandowski-Debüt beim FC Bayern Zufrieden in Rot-Blau

Zwei vergebene Chancen, ein Tor: Es hätte schlechter beginnen können beim FC Bayern für Robert Lewandowski

(Foto: imago sportfotodienst)

Zwei vergebene Chancen, ein Tor: Beim Testspiel gegen den MSV Duisburg gelingt Bayern-Stürmer Robert Lewandowski ein ordentliches Debüt. Weil Trainer Pep Guardiola munter verschieben lässt, muss auch der Rest des Teams seine Spielintelligenz beweisen.

Robert Lewandowski schaute nach rechts, die Flanke von Rafinha kam scharf. Der ehemalige Dortmunder lief schnell, er streckte den linken Fuß nach vorn, stoppte den Ball perfekt. Nicht so, dass der Ball liegen blieb, sondern er passte ihn sich quasi mit dem linken auf den rechten Fuß. Dann schoss er, drin, unhaltbar, 1:0, 62. Minute. Sein erstes Tor in Rot-Blau, ein Tor, wie man es von ihm auch schon oft in Schwarz-Gelb gesehen hat.

1:1 ging das Testspiel des FC Bayern am Montagabend gegen den MSV Duisburg aus, Fabian Schnellhardt hatte in der 69. Minute den Ausgleich nach einem Sololauf erzielt. Es war ein lange geplantes Benefizspiel, um den Duisburgern zu helfen. Der MSV war vergangenes Jahr in finanziellen Schwierigkeiten und musste lange fürchten, die Lizenz für die 3. Liga nicht zu erhalten.

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Historisch gesehen stehen die Chancen nach großen Turnieren günstig, den FC Bayern auf dem falschen Fuß zu erwischen. Pep Guardiola verfügt zwar über einen flexiblen Kader, trotzdem hat die Konkurrenz den Spielplan genau studiert.

Und bei solchen Spielen in der Vorphase der Vorbereitung fragt sich der Fan ja zwei Dinge: Was können die Neuen und was könnte noch Neues kommen? Sportdirektor Matthias Sammer sagte vor dem Spiel jedenfalls dem Sender Sport1: "Wir müssen überlegen, ob das genug ist oder ob wir noch was tun." Die Spekulation um den Kolumbianer Juan Cuadrado, der bei der WM überzeugte und derzeit in Florenz spielt, seien aber "völliger Blödsinn".

So spielte Bayern am Montagabend erstmal neben Lewandowski nur mit dem Zugang Juan Bernat. Weil alle Weltmeister plus Arjen Robben und Dante noch im Urlaub sind und Franck Ribéry noch im Aufbautraining ist, füllte Pep Guardiola den Kader wieder unter anderem mit Scholl und Gaudino auf, mit Lukas Scholl und Gianluca Gaudino nämlich, Söhne der früheren Nationalspieler Mehmet Scholl und Maurizio Gaudino.

Guardiola spielte diesmal mit einem 4-1-4-1 -System, theoretisch mit den Innenverteidigern Holger Badstuber und David Alaba. Der Österreicher löste sich aber vor allem beim Aufbau immer wieder aus dem Abwehrverbund und war effektiv zusammen mit Pierre-Emile Hojbjerg Spielmacher und Taktgeber.

Bernat klebte wieder auf der Außenlinie und schlug einige passable Flanken. In der zweiten Halbzeit stand Alaba dann gar nicht mehr hinten, stattdessen rückten die beiden Außenspieler zurück. Somit spielte Bayern in einem Spiel mit Dreier-, Vierer- und Fünferkette, je nach Situation. Vermutlich meinte Guardiola sowas, als er mal sagte, er brauche "intelligente Spieler".

Bayern machte am Anfang das, was Guardiola nicht nur in Test-, sondern vermutlich auch in Trainings- und Tischfußballspielen unabhängig von jedem System fordert: Sie passten den Ball. Meistens allerdings ohne Erfolg. Der MSV hat wohl vor dem Spiel abgewogen, was sinnvoller ist: Mitzuspielen und aus dem Benefizspiel ein Torfestival machen? Oder kompakt stehen und dadurch eine Blamage vermeiden?

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Der neue Duisburger Trainer Gino Lettieri entschied sich für Zweiteres und hatte trotzdem die beste Chance der ersten Halbzeit. In der 16. Minute kam eine Flanke auf den frei vor Tom Starke stehenden Zlatko Janjic, der einfach nur den Fuß normal hinhalten muss, damit es 1:0 steht. Tat er aber nicht. Holger Badstuber, der insgesamt sicher spielte, klärte noch einmal gut gegen den Dennis Grote (34.), Lewandowski hatte noch zwei Chancen, aber ansonsten passierte bis auf die beiden Tore auch in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel.

In der 85. Minute ging dann Robert Lewandowski, für ihn kam Tobias Schweinsteiger. Lewandowski schaute nach links, Rafinha saß schon entspannt auf der Bank. Der Pole ließ sich in den Sitz fallen, nahm einen Schluck Wasser und lächelte. Er wirkte so zufrieden in Rot-Blau wie man ihn auch schon oft in Schwarz-Gelb gesehen hat.