HSV gegen Wolfsburg DFB hält an Schiedsrichter Gräfe fest

Schiedsrichter Manuel Gräfe (Mitte), hier bei einem Spiel des Hamburger SV.

(Foto: imago/DeFodi)
  • Schiedsrichter Manuel Gräfe soll das Abstiegsendspiel zwischen dem HSV und Wolfsburg leiten - eine umstrittene Wahl.
  • Der DFB will an seiner Ansetzung aber festhalten.
  • Kritik kommt von den früheren Referees Merk und Heynemann.
Von Javier Cáceres

Auch nach der Kritik an der Schiedsrichteransetzung für das Bundesligaspiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg hält der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an Referee Manuel Gräfe fest. Eine mögliche Auswechslung des Schiedsrichtergespanns stehe "in keiner Weise zur Debatte", sagte ein DFB-Sprecher am Freitag der Süddeutschen Zeitung.

Es sei zwar theoretisch immer denkbar, Änderungen vorzunehmen - etwa bei Verletzungen oder Krankheit von Schiedsrichtern. Es bestehe aber keinerlei Notwendigkeit. Der DFB-Sprecher verwies auf die öffentlichen Äußerungen von Verantwortlichen des HSV und des VfL Wolfsburg. Beide Vereine hätten sich positiv über die Auswahl Gräfes als Schiedsrichter des brisantesten Duells des 34. Spieltags (Samstag, 15.30 Uhr) geäußert. Der HSV und Wolfsburg kämpfen am letzte Spieltag der Saison dagegen, die Spielzeit als Tabellen-16. und damit auf dem Relegationsplatz zu beenden.

Gräfe steht deswegen im Blickpunkt, weil er vor zwei Jahren im zweiten Relegationsspiel des HSV beim Karlsruher SC in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für die Hamburger gab, den Marcelo Díaz dann zum 1:1 verwandelte. Nach dem Hinspiel-1:1 ging es dadurch noch in die Verlängerung, in der Nicolai Müller den HSV mit dem 2:1 zum Klassenverbleib schoss.

Merk und Heynemann kritisieren den DFB

Gräfes Freistoß-Entscheidung wird seitdem kontrovers diskutiert, oft heißt es "kann, aber muss man nicht geben". Bei jeder Ansetzung von Fifa-Referee Gräfe für ein HSV-Spiel kocht dieses Thema wieder hoch. Vor diesem Hintergrund kritisierten auch zwei frühere deutsche Top-Referees, Markus Merk und Bernd Heynemann, den DFB scharf.

"Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht in Frage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen", sagte Merk der Hamburger Morgenpost in Anspielung auf Gräfe. "Das Wichtigste ist immer, dass der Schiedsrichter nicht im Fokus steht - sondern das Spiel! Das ist hier, bei aller unbestrittenen Kompetenz von Manuel Gräfe, nicht möglich", monierte der 55-Jährige.

Heynemann, 63, nannte die Schiedsrichteransetzung, die erst am Donnerstag publik wurde, "unglücklich", da Gräfe angesichts der Bedeutung des Spiels für den HSV und Wolfsburg enorm unter Druck geraten kann. "Man kann nur hoffen, dass nichts passiert. Wenn in einer entscheidenden Szene etwas passieren sollte, hat der DFB ein Problem", sagte Heynemann bei Sport1.

Mit Material von dpa

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