First Vienna FC Das Team könnte als Meister absteigen

18,94 Euro kostet eine Karte, angelehnt ans Gründungsjahr der Vienna. Mit 5000 Zusehern kalkuliert Krisch, 3000 der 7500 Karten sind bisher verkauft für das Spiel auf der Hohen Warte, einem der traditionsreichsten Sportplätze der Welt. In den 1930er-Jahren zauberte dort Österreichs sogenanntes Wunderteam um Mittelstürmer Matthias Sindelar - vor 90 000 Zuschauern. Das Stadion war damals die größte Naturarena Europas, noch heute erhebt sich gegenüber der Haupttribüne ein grasbewachsener Hügel. Die Hohe Warte ist ein Sehnsuchtsort für Fußball-Romantiker, es gibt Touristen, die Wien nur wegen ihr besuchen.

Dass dort auch in der kommenden Saison Fußball gespielt wird, dafür soll Krisch sorgen. Eine internationale Sponsorengruppe half in den vergangenen Wochen, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Man kennt die Vienna im Ausland. "Doch auf die eine Gruppe werde ich mich nicht alleine verlassen", sagt Krisch. Er wolle nicht den gleichen Managementfehler wie seine Vorgänger machen, sondern mehrere Sponsoren akquirieren: Sein Ziel lautet "150 für 5000" - mindestens 150 Sponsoren sollen je 5000 Euro geben.

Mit Rapid strebt die Vienna zudem eine engere Beziehung an, sie will im Merchandising vom Bundesligisten profitieren. Denn die Vienna, der Oldtimer auf der Hohen Warte, hat nicht nur Liebhaberwert. Sie ist immer noch Zubringer für die anderen Wiener Vereine. 300 Kinder und Jugendliche werden in den Nachwuchsteams ausgebildet, so wie früher etwa Rapids Torhüter Tobias Knoflach.

Gelingt Krisch die Neustrukturierung, müsste die Vienna nach den Regularien des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) trotzdem eine Liga tiefer antreten, in der viertklassigen Wiener Liga; so tief sank sie noch nie. Ihr Geschäftsführer will mit dem ÖFB über einen Verbleib in der Regionalliga sprechen, "Managementfehler" will er sich nicht nachsagen lassen: "Ich habe mich mit der Wiener Liga noch nicht angefreundet, wir planen zweigleisig." Sollte der ÖFB nicht Gnade walten lassen, steigt die Vienna ab, möglicherweise als Meister. Denn sportlich läuft es gut wie lange nicht. Beim Titelkonkurrenten Ritzing gewann sie jüngst 5:0.

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