Trotz heftiger Korruptionsvorwürfe wird Sepp Blatter als Fifa-Präsident bestätigt und geht in seine vierte Amtszeit. Gegenkandidaten hatte er zum Schluss keine - dafür überrascht der Schweizer mit einem revolutionären Vorschlag: Nicht das Exekutivkomitee, sondern die Delegierten der Mitgliedsverbände sollen künftig über die WM-Austragungsorte entscheiden.
Joseph Blatter bleibt für weitere vier Jahre Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa. Die Delegierten des Fifa-Kongresses wählten den 75 Jahre alten Schweizer am Mittwoch in Zürich mit deutlicher Mehrheit für eine vierte Amtszeit. "Ich freue mich, dass es gelungen ist, Solidarität und Einheit wieder in die FIFA einziehen zu lassen. Wir werden dieses Schiff der FIFA wieder in ruhigere transparentere Gewässer führen."
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Geht in seine vierte Amtszeit: Sepp Blatter. (© AFP)
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186 von 203 abstimmenden Mitgliedern votierten mit Ja. Blatter hatte bei der Wahl keinen Widersacher, nachdem Mohamed bin Hammam seine Kandidatur am Wochenende zurückgezogen hatte. Wegen Korruptionsvorwürfen war der Katarer anschließend vorläufig suspendiert worden.
Zuvor hatte Blatter den Kongress mit einem überraschenden Vorschlag eröffnet. "Ich möchte, dass in Zukunft die Organisation der WM vom Kongress der Fifa beschlossen wird", sagte Blatter in seiner Rede vor den Vertretern der 208 Mitgliedsverbände.
Bislang wurden die Weltmeisterschaften vom 24-köpfigen Exekutivkomitee vergeben, was immer wieder zu Korruptionsvorwürfen geführt hatte. Dieses soll in Zukunft nur noch eine Vorauswahl treffen dürfen. "Es geht jetzt darum, radikale Schritte zu unternehmen und nicht nur kleine kosmetische Verbesserungen", sagte Blatter.
Außerdem wolle er eine Kommission einrichten, die Vorwürfen und Anklagen nachgeht. "Wir müssen unsere Reputation zurückgewinnen. Dazu müssen wir auch unsere Kommunikation verbessern, damit die Medien auch gute Nachrichten aus der Fifa haben und ihnen nicht nur Gerüchte zugetragen werden", sagte Blatter.
Der Vorschlag trägt revolutionäre Züge, da Blatter das zuvor mächtige Exekutivkomitee damit entmachten will. Zuletzt wurden mit Fifa-Vize Jack Warner und Mohammed bin Hammam zwei Mitglieder des Komitees suspendiert.
"Wir stehen vor Herausforderungen. Ich habe Ohrfeigen erhalten, die Verwarnung hat gut getan", sagte Blatter und fügte hinzu: "Die Fifa braucht einen starken Führer, ich möchte das sein."
Wenige Stunden vor der Wahl hatte Blatter die letzte Hürde überstanden. Einen Antrag des britischen Verbands FA, die Wahl solle wegen anhaltender Korruptionsvorwürfe verschoben werden, lehnten die 208 Delegierten mit 172 Stimmen deutlich ab.
Vor dem Gebäude hatten zuvor etwa ein Dutzend Menschen gegen die Fifa und Blatter demonstriert. Die kleine Gruppe hielt im strömenden Regen Plakate in die Höhe mit der Aufschrift "Play fair Fifa" oder "Rote Karte für die Fifa". Auf einem kleinen Plakat stand: "Sepp verpiss dich, keiner vermisst dich."
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(sueddeutsche.de/dpa/sid/ebc)
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Champions-League-Finale
Die Schweiz regiert die Welt.....
(wie ging das schon wieder mit Brot & Spiele?)...
Auf politischer Ebene wäre es zumindest in Deutschland kaum vorstellbar, dass jemand, dem so viel "unterstellt" wurde, ein so "sozialistisches" Wahlergebnis bekommen hätte.
Nun sind die Wahlen bei großen Systemen demokratisch; und man müsse als Demokrat es achten. Man weiß aber auch aus bestimmten Staaten, dass Wahlen zumindest nicht fair stattgefunden haben.
Fairness zeigt den Sport aus. Ob das aber für die Funktionäre gilt, darf am Ergebnis von Blatter bezweifelt werden. Gewiss direkte Einflussnahme gibt es nicht (wer weiß?). Aber nachdem, was da in den letzten Tagen aufgekommen ist, darf zumindest der Beobachter seine Zweifel an den Tag legen, dass alles wirklich ohne Einfluss stattgefunden hat.
Wenn der englische Fußball darum wirbt, die Wahl zumindest zu verschieben, dann wird es bestimmt nicht aus Eigennutz getan; aber fast alle anderen sind anscheinend auf das Wohl des Großen Vorsitzenden angewiesen.
Wenn ich mir allein die Stellungnahme von Herrn Zwanziger betrachte, dann kommen einem die Tränen. "Es müsse vielleicht angedacht werden.." oder so ähnlich schweift der DFB-Präsident herum. Er wollte ja gewählt werden in das höchste Gremium.
Man kann nur hoffen, dass das große Geld, die Sponsoren, Druck auf die FIFA ausüben, damit sich etwas ändert.
Der Fan sollte sich vielleicht auch einmal fragen, ob er unbedingt alle FIFA-Prodkute kaufen "muss".
Jürgen Klopp hat es soeben vorgemacht: Er hat seinen Werbevertrag mit einer Fa. aufgelöst, nachdem diese in dubiose Geschäfte verwickelt ist. Hut ab vor Kloppi!
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