FC Bayern Götze schiebt Dienst nach Vorschrift

Nach 54 Minuten war der Arbeitstag von Mario Götze gegen Bremen vorbei.

(Foto: Ulmer/Imago)

Der Nationalspieler steht erstmals seit Oktober 2015 wieder für den FC Bayern auf dem Platz. Bis zu seiner Auswechslung läuft er viel, aber bleibt wirkungslos. Reicht das?

Aus dem Stadion von Martin Schneider

Die letzte Frage des Tages an Pep Guardiola war eine Frage zu Mario Götze. Wie er ihn denn fand in diesem Spiel, in dem Götze von seinen Mitspielern auf dem Feld selten gefunden wurde. "Wissen Sie, was ich an Mario Götze mag?", fragte Pep Guardiola zurück. "Er ist immer in der richtigen Position. Wenn ein Spieler in der richtigen Position ist, bekommen andere Spieler einfacher den Ball. Er hat gut gespielt", dozierte Guardiola nach diesem 5:0 des FC Bayern gegen Werder Bremen. Er schränkte dann noch ein: Natürlich sei das nicht einfach für Mario Götze, er war vier Monate verletzt. Aber er habe "korrekt gespielt."

Die wichtigste Nachricht für den korrekt Spielenden an diesem Samstagabend war: Er spielt überhaupt wieder. Das letzte Mal stand Götze im Oktober gegen Borussia Dortmund auf dem Platz, dann riss ein Muskel im Adduktorenbereich. Am 20. Februar war er gegen Darmstadt wieder im Kader, aber Guardiola wechselte ihn fünf ganze Spiele lang nicht mal ein. Gegen Bremen brachte ihn sein Trainer dafür direkt von Beginn an. "Es war eine lange Zeit", sagte Götze nach dem Spiel. "Ich bin froh, dass ich wieder zurück bin und beschwerdefrei spielen kann." Er berichtete zwar von einem schmerzenden und angeschwollenen Ellbogen, aber das schien nicht weiter dramatisch zu sein.

Bis zu seiner Auswechslung läuft er mehr als alle anderen Münchner

Götze kam in ein Spiel, in dem er eigentlich nur gewinnen konnte. Bremen zeigte schon von Anfang an, dass sie diese 90 Minuten nur irgendwie hinter sich bringen wollten. Robert Lewandowski blieb draußen und so war es die Aufgabe von Götze, zusammen mit Thomas Müller Lücken in der Abwehr zu finden. Und er war eifrig. Wenn man ihn auf dem Feld beobachtete, sah man ihn starten, stoppen, gucken, wieder lossprinten, wieder stoppen. Meistens ohne Ball-Aktion. Bis zu seiner Auswechslung in der 54. Minute hatte er die meisten Kilometer aller Bayern-Spieler gesammelt.

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Das Problem: Mario Götze ist im Finden von Lücken nicht halb so begabt wie Thomas Müller, der freie Räume so zielsicher sieht, dass er auch durch eine überfüllte U-Bahn sprinten könnte. Mario Götze lief viele Kilometer ohne Ball und ohne direkte Wirkung. Zwei Torschüsse brachte er aufs Tor, aber die waren kein Problem für Felix Wiedwald. Die Statistiker zählten bei ihm 77 sogenannte "intensive Läufe", die drittmeisten bei Bayern, obwohl er schon nach 54 Minuten für Sebastian Rode ausgewechselt wurde. Er hielt seine Position, wurde dafür von Pep Guardiola artig gelobt und vermutlich hatte er durch seine vielen Sprints zum Beispiel Kingsley Coman in manchen Situationen mehr Platz verschafft. Aber reicht das? Ist Dienst nach Vorschrift gegen einen zeitweise unterirdischen Gegner genug?