FC Bayern besiegt Hoffenheim Dank Ribéry entspannt auf die Wiesn

Die Stimmung steigt beim FC Bayern: Gegen Hoffenheim feiern die Münchner erneut einen Erfolg und stellen mit sieben Siegen ihren eigenen Startrekord ein. Franck Ribéry gelingt das fast im Alleingang - und Bastian Schweinsteiger freut sich nun aufs Oktoberfest.

Bayern München hat auch das siebte Spiel in dieser Bundesligasaison gewonnen und damit wiederholt, was dem Verein zuletzt 1995 und später nur noch Kaiserslautern (2001) sowie Mainz (2010) gelungen war. Beim 2:0 (1:0) am Samstag gegen 1899 Hoffenheim ließ der Rekordmeister - und vor allem Franck Ribéry - nie Zweifel aufkommen, dass die Serie bestehen bleibt. Der überragende Franzose sorgte vor 71.000 Zuschauern im Münchner Stadion für beide Tore des Tabellenführers (19./47.).

Ribéry zeigte sich nach der Partie zufrieden und blickte nach vorn: "Wir müssen versuchen, alle Spiele zu gewinnen. Wir dürfen dabei nicht auf die anderen gucken, sondern müssen uns auf uns konzentrieren." Bastian Schweinsteiger plante etwas kurzfristiger: "Von der Bilanz her ist alles gut. Wir können morgen entspannt auf die Wiesn gehen."

Vor fast genau einem Jahr hatten die Hoffenheimer noch den Siegeszug der Münchner durch ein Unentschieden gestoppt. Dieses Mal waren sie schon froh, dass sie die Niederlage in Grenzen halten konnten. Die Mannschaft von Trainer Markus Babbel, die auch in diesem Spiel noch unter dem Eindruck des schweren Autounfalls von Boris Vukcevic angetreten war, beschränkte sich über weite Teile der Partie auf die Defensivarbeit. In der Offensive blieben die Hoffenheimer dagegen blass.

"Das Spiel nach vorn war einfach zu harmlos", bemängelte Kapitän Marvin Compper beim Sender Sky und fügte hinzu: "Wir wollten mutiger, frecher auftreten. Aber das ist derzeit keine einfache Phase für uns."

Vier Tage nach der ersten Saisonniederlage, dem 1:3 in der Champions League bei Bate Borissow, traten die Bayern den Beweis an, dass das Resultat von Minsk wohl nur ein Ausrutscher war. Sie haben sich nach dem Kompetenzgerangel zwischen Trainer Jupp Heynckes und Sportvorstand Matthias Sammer wieder auf das Sportliche konzentriert. Der Bayern-Trainer schickte Bastian Schweinsteiger nach dessen Startelf-Pause in Weißrussland für Luis Gustavo ins zentrale Mittelfeld, verzichtete dieses Mal aber auf weitere Rochaden.

War gegen Hoffenheim nicht zu stoppen: Bayerns Franck Ribéry.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Dass Franck Ribéry unter der Woche an einer Muskelverhärtung laborierte und nach der Rückkehr vom Champions-League-Ausflug nach Weißrussland kaum trainieren konnte, war dem Franzosen nicht anzumerken. Mit großem Eifer und hohem Tempo trieb er das Offensivspiel an, in der 19. Minute wurde er dafür belohnt. Ribéry ging links an dem ehemaligen Nationalspieler Andreas Beck vorbei und schoss den Ball durch die Beine von Hoffenheims Torhüter Koen Casteels zur 1:0-Führung der Münchner ins Tor. Für den 29-Jährigen war es der erste Bundesliga-Treffer in dieser Saison.

Wenige Minuten später musste Thomas Müller ausgewechselt worden. Er war in der Anfangsphase des Spiels mit seinem Kollegen Mario Mandzukic zusammengestoßen und hatte sich am Auge verletzt. Für ihn kam Xherdan Shaqiri (26.). Der Strippenzieher im Münchner Spiel, dem trotz aller Dominanz manchmal die Präzision fehlte, blieb Ribéry. Die einzige nennenswerte Offensivaktion der harmlosen Hoffenheimer in der ersten Hälfte gelang Sebastian Rudy (35.). Den Schuss, der eigentlich eine weite Flanke sein sollte, klärte Bayern-Torhüter Manuel Neuer vor dem Strafraum per Kopf.

Gleich nach der Pause krönte Ribéry seine an diesem Tag sehr gute Leistung mit seinem zweiten Treffer. Mandzukic schlug eine präzise Flanke von rechts zu Toni Kroos. Dem Nationalspieler versprang zunächst zwar der Ball, aber er bekam ihn noch unter Kontrolle und schob ihn ein paar Meter weiter zu Ribéry. Der Franzose zirkelte den Ball gegen die Laufrichtung von Casteels zum 2:0 ins Tor (47.). Hoffenheim bemühte sich nun zwar, öfters die eigene Hälfte zu verlassen. Aber meist konnte die sehr konzentrierte Bayern-Abwehr um Dante, der sein 100. Bundesligaspiel absolvierte, den Angriff schon kurz nach der Mittellinie stoppen. Neuer blieb deshalb weitgehend beschäftigungslos.