Die deutsche Elf schlägt Kasachstan 4:0, bekommt für die pomadige zweite Halbzeit jedoch den Unmut des Publikums zu spüren. Das bringt vor allem Bastian Schweinsteiger auf die Palme.
Bastian Schweinsteiger dampfte. Da musste etwas raus. Es ist gewiss kein neuer Wesenszug des Bayern-Profis, direkt nach dem Spiel seinen Unmut kundzutun, wenn ihm etwas missfallen hat. Das tut er entweder, indem er das Publikum mit Schweigen straft. Oder er sucht sich gleich nach Schlusspfiff die entsprechenden Mikrofone. So auch diesmal.
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Trotz 4:0-Sieg schlecht gelaunt: Bastian Schweinsteiger ärgerten die Pfiffe der Fans. (© REUTERS)
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Deutschland hatte Kasachstan gerade 4:0 bezwungen, dabei einen nicht zu unterschätzenden Schritt in Richtung EM-Qualifikation getätigt, es war der fünfte Sieg im fünften Spiel. Die erste Halbzeit war zeitweise herausragend, die zweite höchst mäßig. In diese Zeit mischten sich einige Pfiffe des Kaiserslauterer Publikums: nach den vergebenen Chancen von Mario Gomez, oder auch bei Schweinsteigers Auswechslung.
"Ich verstehe die Zuschauer nicht", klagte Schweinsteiger deshalb unweit des Spielfelds, "das war ein bisschen komisch hier." Er setzte kurz ab, um in deutlicherem Ton fortzufahren: "Man muss die Kirche mal im Dorf lassen. Da holen wir den fünften Sieg im fünften Spiel, haben 15 Punkte und die Zuschauer pfeifen? Sollen die doch mal gegen eine Mannschaft spielen, die nur hinten drin steht."
Schweinsteiger war angegriffen, eher auf 360 als auf 180, die Szenerie erinnerte an das Länderspiel im Oktober 2009 gegen Finnland, als die deutsche Elf vom Hamburger Publikum ausgepfiffen wurde. Damals rief ein 1:1 die Unmutsbekundungen hervor, in Kaiserslautern pfiffen die Zuschauer nach einem nie gefährdeten 4:0.
Die Frage, die unweigerlich im Raum stand: Hat die fulminante WM 2010 das Anspruchsdenken der deutschen Fans derart verändert? Werden die Auftritte, die für Begeisterung sorgten unter den Fans, nun etwa zum Verhängnis, weil das Publikum auch im EM-Qualifikations-Alltag Spektakel fordert?
In Schweinsteigers Worte mischten sich Ärgernis und auch Frust. Denn es wäre für die deutsche Nationalmannschaft ein leichtes gewesen, ihr Publikum an diesem Abend zu verzücken. Selten war ein Gegner so unterlegen wie Kasachstan. Das 1:0 durch Miroslav Klose fiel prompt, Schweinsteiger hatte von links geflankt, Klose hielt schon in der dritten Minute am langen Pfosten den Fuß hin. Besonders Klose hätte in den folgenden Minuten erhöhen können, Thomas Müller machte es in der 25. Minute per Kopf und in der 43. Minute mit dem Fuß deutlich besser. Da stand es bereits 3:0. Die Bühne war bereitet für Spektakel, nur wollten die deutschen Kicker auf dieser Bühne nicht mehr herumtoben.
Anfang der zweiten Halbzeit war es mit dem Wirbel vorbei. Zwei, drei Gänge tourte die deutsche Mannschaft niedriger, spielte fahrig, schob den Ball fantasiearm umher, als den Weg in die Spitze zu suchen. Vor allem Schweinsteiger und seinem Nebenmann Sami Khedira, aber auch Mesut Özil oder Thomas Müller war große Ermüdung anzumerken. So war es aus professioneller Sicht nachvollziehbar, dass die Mannschaft weniger investierte, die Partie herunterspielte.
Das Problem: Ausgerechnet Bundestrainer Joachim Löw hatte mit seinen markigen Worten vor dem Spiel den Zuschauern Spektakel versprochen. Die Frage sei nicht, wie sich Kasachstan in Kaiserslautern präsentiere, sagte er: "Die Frage ist, wie gut wir sind."
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klar, lustlos über den Platz traben,
sich aufregen, dass ein paar pfeifen,
kein überflüssiges statement abgeben,
was erlauben Schweini ??
atmosphärische störungen würde ich wohl eher in den bereich pfälzische oder deutsche befindlichkeit ansiedeln - mosern, anpflaumen, beleidigen. ein blick in den deutschen straßenverkehr genügt, um festzustellen, dass sich die leut' immer nur über sich selbst ärgern. das ist so ein freudscher irrweg, nach epikur fehlende seelenruhe und zu viel schmerz, um glücklich zu sein.
mit einem spiel, das doch vieleviele interessante aspekte hatte (dazu zählen auch die fragen, die man sich stellen sollte, wenn schweinsteiger bei 152? ballkontakten fünf fehlpässe spielt): meine favourites neuer und özil, jede sekunde ein genuss, ein lahm auf alter höhe, der im vergleich zum fcb nicht zurückspielt und auch nicht von robben blockiert wird, müller, der alte raumdeuter, mit seinem unkonventionellen spiel, wie macht sich aogo und badstuber, wie egoistisch ist gomez, wie agieren die leute hinter schweinsteiger, podolski und müller (götze, kroos).
also warum sich den abend verderben und sich krampfig und verbissen ins unglück hineinpfeifen. macht man als wahrer fan sowieso nicht, la ola wäre besser gewesen oder unterstützung, damit müde spieler wieder nach vorne gehen - noch dazu bei 15:0 punkten und sowieso zu einem tor...
außerdem: wer schon mal selbst ernsthaft den sport betrieben hat und saison für saison auf dem platz gestanden hat, der weiß, wie sowas läuft, vom kopf in die beine und von den beinen auf den platz, 3:0 zur halbzeit, abgehakt!!!
Abputzen und fertig.
"Wenn ein ganz normaler Arbeitnehmer nur einen halben Tag gute Leistung bringt, dann bekommt er mit dem Chef Probleme. Manchmal kann das ein Kündigungsgrund sein."
dein chef schmeißt dich ganz bestimmt nicht raus, wenn du deine arbeit an nem halben tag gemacht hast und den rest ein bißchen langsamer arbeitest und nen kaffe trinken gehst. 5 spiele, 5 siege. wie du den schraubenschlüsse hältst, oder ob du besonders schön an deinem schreibtisch sitzt, das wird deinen chef nicht besonders interessieren, oder?
also, ich würde mir manchmal etwas mehr verständnis für die spieler wünschen, die ganz schön ackern müssen. und noch was zur geld-diskussion. ich bin sicher, dass schweinsteiger auch fussball-profi wäre, wenn er nur 150.000 euro im jahr verdienen würde. die spielen das aus leidenschaft und nicht für geld. die frage ist halt, wenn mit dem sport so viel verdient wird, wer soll das ganze geld denn dann bekommen? die trainer? die fernsehsender? ein hoch- und tiefbau-unternehmen?
zopora, dein ansatz ist mir einfach zu kurz. :-)
Was geht eigentlich in den Köpfen unserer Fußballstars vor sich?
Wenn ein ganz normaler Arbeitnehmer nur einen halben Tag gute Leistung bringt, dann bekommt er mit dem Chef Probleme. Manchmal kann das ein Kündigungsgrund sein.
Wenn die Fußballjungs nur eine Halbzeit gut spielen und die Fans für zwei Halbzeiten gutes Geld hinlegen müssen, dann ist es an sich selbstverständlich, dass die Millionärsjünglinge, die ja für jedes Länderspiel sehr viel Geld bekommen, sich reinhängen.
Aber anscheinend gilt für die Spieler, für den Trainer (ich bin schwer enttäuscht von Löw) und für die "Bonzen": Lass die Fans ruhig schimpfen; Hauptsache sie kommen in die Stadien und bringen das Geld zum DFB.
Liebe Fans,
wir haben zwar Recht, wenn wir die Jungs auspfeifen; aber es würde sich vielleicht erst dann etwas ändern, wenn wir nicht mehr hingehen würden oder den Fernseher ausschalten. Denn ohne Geld stünde der gesamte DFB ein wenig dumm da.
Lieber Schweini,
für das Geld, was Du allein beim FCB verdienst solltest Du Dich anstrengen und nicht auf die Fans herumhacken; es ist ihr Geld, was du verdienst.
Paging