Spiel in Lissabon BVB-Fans kritisieren harten Polizei-Einsatz

Ein Fanvertreter soll vor dem Spiel gegen Benfica Lissabon verletzt worden sein. Die Türkei bewirbt sich um die EM 2024. Felix Neureuther hofft auf ein Comeback bei der Ski-WM.

Borussia Dortmund: Dichtes Gedränge, gereizte Stimmung, körperliche Auseinandersetzungen - nach massiven Problemen bei den Einlasskontrollen vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Benfica Lissabon gab es erneut Schlagzeilen um die Fans von Borussia Dortmund. Doch anders als bei den skandalösen Vorgängen vor gut einer Woche am Rande des Bundesligaspiels gegen RB Leipzig trugen die Sicherheitskräfte dieses Mal nach Augenzeugenberichten erheblich zu den unwürdigen Zuständen vor dem Estádio da Luz bei.

Schon Tage vor dem Spiel war der BVB über strenge Sicherheitskontrollen informiert worden, die aufgrund von Pyrotechnik bei den vorherigen Spielen des Fußball-Clubs in Porto und bei Sporting durchgeführt werden sollten. Doch offenbar mangelte es an Personal, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Aufgrund der langen Kontrollen gelangten Hunderte der rund 3500 mitgereisten Fans erst kurz vor der Halbzeit ins Stadion. "Borussia Dortmund bemühte sich auf Bitte der vor Ort befindlichen Fanbeauftragten vergeblich bei der Uefa um eine Verschiebung der Anstoßzeit", hieß es in einer BVB-Mitteilung von Mittwoch.

Die Fanabteilung des Klubs berichtete von rigorosem Vorgehen der Polizei, bei dem ein Fanvertreter verletzt worden sei. "Der Ordnungsdienst von Benfica ist nach unseren Infos akut unterbesetzt", hatte der BVB noch während der Partie via Twitter moniert. Die Verantwortung für die Verzögerungen liege deshalb allein bei den Gastgebern. Wie ein BVB-Sprecher am Abend bestätigte, waren allerdings zuvor fünf BVB-Anhänger festgenommen worden, die Pyrotechnik bei sich trugen. Sie sollen am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Fußball, EM 2024: Die Türkei hat offiziell ihre Kandidatur für die Ausrichtung der Fußball-EM 2024 verkündet und ist in Konkurrenz zu Deutschland getreten. "So Gott will, reichen wir als Türkei unsere Bewerbung für die Kandidatur am 2. März ein", sagte der Chef des Türkischen Fußballföderation (TFF), Yildirim Demirören, am Mittwoch in Istanbul. Am 3. März läuft die Bewerbungsfrist bei der Uefa ab.Sportminister Akif Cagatay Kilic sagte bei der Pressekonferenz, die Bewerbung habe die Unterstützung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und von Ministerpräsident Binali Yildirim.Bislang hat nur Deutschland bei der Uefa sein Interesse an einer Ausrichtung des übernächsten Kontinentalturniers bekundet. Möglich ist auch noch eine Gemeinschaftskandidatur aus Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen. Allerdings hätte das Quartett angesichts fehlender Stadioninfrastruktur gerade gegen Deutschland praktisch keine Chance. Die EM-Vergabe durch das Uefa-Exekutivkomitee erfolgt im September 2018. Die Türkei hatte sich auch schon um die EM 2016 beworben, war damals aber mit 6:7 Stimmen an Frankreich gescheitert. TFF-Verbandschef Demirören sagte am Mittwoch: "Wir glauben daran, dass wir diesmal sowohl als Team als auch als Vorstand und als Land verdient haben, das Turnier zu bekommen."

Wintersport, Ski-WM: Felix Neureuther hat nach seiner bei der Ski-WM in St. Moritz erlittenen Rückenblessur am Mittwoch wieder leicht trainiert und darf damit auf einen Start im Riesenslalom hoffen. Ob der 32-Jährige am Freitag antreten kann, will er erst am Renntag entscheiden. Das gab der Deutsche Skiverband am Mittwoch bekannt. Neureuther hatte sich am Dienstag beim Team-Event am Rücken verletzt. Der Routinier berichtete nach dem Aus in der ersten Runde, dass es ihm in seinem Lauf "in den Rücken eingeschossen" sei. Es handelt sich um eine Muskelverletzung im Bereich der Lendenwirbelsäule. Neureuther lässt die Blessur physiotherapeutisch behandeln.

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