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Olympische Spiele in Brasilien:Wie Rios Olympiastätten verrotten

Der Putz geht ab und alles bröckelt: Ein gutes halbes Jahr nach dem Ende der Spiele verkommen zahlreiche Sportanlagen. Besonders schlimm hat es das Maracanã erwischt.

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Quelle: AP

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Von ganz oben deutet sich der Verfall bereits an: Das weltberühmte Maracanã-Stadion in Rio, jener Ort der Träume, in dem Deutschlands Fußballer 2014 die Weltmeisterschaft und im vergangenen Sommer Olympiasilber gewannen, ist nur noch eine Ruine. Die Arena in der Nähe des Stadtzentrums bröckelt verlassen vor sich hin - und keiner kümmert sich mehr um sie.

An aerial view of Maracana Stadium shows the turf being dry, worn and filled with ruts and holes, in Rio de Janeiro

Quelle: REUTERS

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Grund für den schlechten Zustand sind unbezahlte Stromrechnungen. In der Arena brennt schon lange kein Licht mehr, der Rasen wirkt eher wie ein vertrockneter Rübenacker, die Sitze verbleichen. Der Stromanbieter Light poche auf ausstehende Rechnungen in Höhe von 2,8 Millionen Reais (822 000 Euro), berichtete die Zeitung O Globo kürzlich. Im August 2016 hatten hier noch die prachtvollen Eröffnungs- und Schlussfeiern ...

Rio 2016 Media Venue Tour

Quelle: Getty Images

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... der Olympischen Spiele stattgefunden. Aber das Organisationskomitee von Rio 2016 ist in akuter Finanznot und konnte das Maracanã im Herbst nicht ordnungsgemäß wieder übergeben, kritisiert die Betreibergesellschaft. Zudem seien bei den Feiern im Sommer statt der vertraglich vereinbarten 81 Tonnen bis zu 189 Tonnen Feuerwerk eingesetzt worden. Nun ergibt sich ein trostloses Bild, vor allem ...

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Quelle: Silvia Izquierdo/AP

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... an den Stellen, wo einst die Fußballer auf der Bank saßen. So gibt das Stadion, neben dem Wembley in London und dem Camp Nou in Barcelona eines der bekanntesten der Welt, großen Anlass zu Ärger. Schließlich waren in seine Renovierung Millionen geflossen. Anwohner mussten wegen des Umbaus umsiedeln, selbst ein Krankenhaus musste weichen. Und heute? Totale Tristesse: Einbrecher stahlen im Januar mehrere Fernseher - und zwei Büsten, darunter eine des Journalisten Mario Filho, Namensgeber ...

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Quelle: Silvia Izquierdo/AP

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... der Arena, das im Volksmund aber nur als "Maracanã" bekannt ist. Der Bereich bei den Drehkreuzen ist übersät mit Kot, Katzen streunen umher. Wo einst vieles glänzte, sieht es nun aus wie auf dem Schrottplatz.

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Quelle: Silvia Izquierdo/AP

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Müll und Schutt türmen sich, überall geht der Putz ab - vereinzelt sind sogar Stromleitungen aus den Fugen gepurzelt. Kaum vorstellbar, dass sich hier einst zehntausende Menschen zu einem Großevent einfanden.

Aerial view shows the Olympic park which was used for the Rio 2016 Olympic Games, in Rio de Janeiro

Quelle: REUTERS

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Auch bei anderen Stadien und Sportstätten gibt es nach den Olympischen Spielen erhebliche Probleme, Betreiber zu finden. Diese müssten die Areale instandhalten, sie säubern und den Strom bereitstellen. Der Olympiapark etwa sieht aus wie eine große, entlegene Baustelle aus Rost und verlorenen Träumen.

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Quelle: AFP

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Dabei hatten Stätten wie das Schwimmstadion einmal wirklich hübsch ausgesehen. Noch im Juli 2016 (im Bild) bewunderten die Zuschauer hier Weltrekorde und Medallienzeremonien. Abgesehen von kleinen Pannen hatten die Veranstalter vieles überspielen können, was noch im Vorfeld als problematisch galt: Olympia in Rio, das waren schöne Bilder in vorwiegend nagelneuen Arenen.

A view of the Olympic Aquatics Stadium, which was used for the Rio 2016 Olympic Games, is seen in Rio de Janeiro

Quelle: REUTERS

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Heute herrschen ganz andere Impressionen vor. In der Schwimmhalle fehlt von Wasser und Bahnen jede Spur, der Innenbereich ist vergilbt und in trostlosem Zustand. Außen ...

A view of the Olympic Aquatics Stadium, which was used for the Rio 2016 Olympic Games, is seen in Rio de Janeiro

Quelle: REUTERS

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... staut sich wieder jene Art brauner Brühe, die bei Olympia für einen Eklat gesorgt hatte. Damals gab es bei den Turmspringern Probleme mit der Wasserzufuhr, auch von Algen und Chemie-Chaos war die Rede. Jetzt komplettieren Regenwasser und Schmutz das Bild einer Geisterstadt von ehemaligem Ruhm. Olympia in Rio, das war offenbar nichts als schöner Schein.

© SZ.de/jbe/chge/mane
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