Pechsteins Mitstreiter konzentrieren sich bei ihrer Strategie auf angebliche Verfahrensmängel. Eine Erklärung für die auffälligen Blutwerte der fünfmaligen Olympiasiegerin lieferten sie bislang nicht.
Der zweite Teil einer medialen Inszenierung mit dem Arbeitstitel "Claudia Pechstein wird zu Unrecht des Dopings bezichtigt" hat begonnen: An diesem Donnerstag, 11 Uhr, gibt die fünfmalige Olympiasiegerin im Saal Femina eines Hotels in Berlin-Charlottenburg eine Pressekonferenz. Vor einem Monat, nachdem Pechstein vom Eislauf-Weltverband (ISU) wegen des dringenden Verdachts auf Blutdoping für zwei Jahre gesperrt worden war, hatte die 37-Jährige bereits in einem Interview-Marathon ihre Unschuld beteuert. Inzwischen legte Pechstein auch Einspruch beim Weltsportgerichtshof Cas ein. Fakten aber, welche vierzehn schwer auffällige Blutwerte erklären könnten, lieferte sie bisher nicht. Dies soll am Donnerstag geschehen - das Nachrichtenfernsehen ist live dabei.
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Beteuert ausdauernd ihre Unschuld: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. (© Foto: dpa)
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Die ISU hatte bei Pechstein zwischen Februar 2000 und Februar 2009 bei 95 Blutanalysen 14 Mal Retikulozytenwerte festgestellt, die über dem zulässigen Höchstwert lagen. Retikulozyten sind die Vorstufe zu roten Blutkörperchen. Den erbetenen Beweis, dass es sich bei den teils exorbitanten Abweichungen um eine krankheitsbedingte Anomalie handeln könnte, erbrachte Pechstein nicht, sie leitete bis Juni nicht einmal Untersuchungen ein. Pechsteins Anwalt Simon Bergmann und ihr Manager Ralf Grengel bleiben offenbar bei ihrer Strategie: Sie konzentrieren sich auf angebliche Verfahrensfehler.
Rafael J., ein Mitarbeiter Grengels, verlangte Mitte Juli im Krankenhaus von Hamar (Norwegen) die Herausgabe aller Originaldaten von der WM im Februar 2009. Er wurde mit Polizeigewalt aus dem Labor verwiesen, die Klinikleitung erstattete Anzeige. Am Mittwoch veröffentlichte Sport-Bild nun einen Bericht, wonach bei drei Blutanalysen im Februar 2000 in Milwaukee (USA) andere Retikulozytenwerte gemessen wurden, als in der von der ISU erstellten Tabelle auftauchen. Die Differenzen sind minimal und wirken sich bei der Kontrolle vom 4. Februar 2000 sogar entlastend für Pechstein aus, weil sie dadurch unter dem zulässigen Höchstwert blieb: In der von der ISU erstellten Excel-Tabelle wird der Retikulozytenwert 2,3 Prozent geführt - im Protokoll stehen 2,5 Prozent.
Nada nennt Verfahren korrekt
Über derlei Differenzen zwischen Protokollen und der ISU-Tabelle wurde allerdings bereits im Frühjahr verhandelt, wie sich im 15-seitigen Beschluss der ISU-Disziplinarkommission vom 1. Juli nachlesen lässt. Diskutiert wurde über Werte im März 2000 in Nagano, bei den Winterspielen 2002 in Salt Lake City und im Februar 2009 in Hamar - und über die Zuverlässigkeit des Analysegeräts "Advia 120". Obgleich sich minimale Abweichungen nicht zweifelsfrei erklären ließen, urteilte die Kommission, dass sich damit nichts an der Indizienkette ändere. Grengel argumentiert nun: "Drei Protokolle, drei Fehler. Das sagt doch alles. Auf welcher Basis soll da den restlichen Daten der ISU ohne entsprechende Belege vertraut werden."
Was Grengel, Schwiegersohn des langjährigen Pechstein-Trainers Joachim Franke, nicht sagt: Die Differenzen betreffen keinesfalls die vierzehn Extremwerte und sprengen schon deshalb nicht die Indizienkette. Bei den Analysen von Milwaukee handelte es sich um die ersten je von der ISU genommenen Blutproben. Selbst wenn man die Werte aus dem ersten Jahr wegen möglicher Anlaufschwierigkeiten aus der Liste streichen würde, ergäbe sich kein grundsätzlich anderes Bild. Anja Berninger, Juristin der Nationalen Antidopingagentur (Nada), hatte am Dienstag auf einem Workshop in Bonn erklärt, die ISU habe "mit hinreichender Sicherheit" einen Dopingverstoß nachgewiesen. Erstinstanzlich sei kein Gegenbeweis erbracht worden. Das Vorgehen der ISU sei durch das seit Januar 2009 gültige Anti-Doping-Reglement gedeckt.
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(SZ vom 06.08.2009/dop)
Sorgerechtsverfahren in der Kritik
Die Werte sind nicht fehlerhaft, sondern Werte sind im Sport nicht mehr vorhanden.
Lieber Moderator, es stellt sich mir die Frage, wieso man (ich) Frau Pechstein nicht als 'Formfehler' bezeichnen darf? Glauben Sie immer noch an den 'sauberen' Sport oder, dass all' die Leistungen, z.B. Schwimm-WM, nur durch hartes Training erreicht werden?Finden Sie es nicht seltsam, dass ein 35-Jährige Frau schneller läuft, als eine 25-Jährige? Egal.
es lohnt sich, einfach mal nach dem "Experten" Prof. Kiesewetter, Charite zu googlen.
Mich wundert in diesem Verfahren wirklich nichs mehr...
@olleluja
und was glauben sie was bei einem alkoholtest passiert, da kann ihnen auch niemand direkt den alkoholkonsum nachweisen, aber aufgrund der werte kann man ihnen indirekt den alkoholmissbrauch nachweisen und genau das ist bei pechstein passiert
die blutwerte sind so hoch, dass es eben nur 2 möglichkeiten gibt, und da sich pechstein weigerte einen medizinischen test machen zu lassen ist sie automatisch schuldig, das selbe passiert autofahreren, wer sich weigert einen alkoholtest machen zu lassen ist automatisch schuldig, er hat aber die möglichkeit zu wählen, entweder blasen oder eben den genaueren bluttest
lustig ist jetzt auch dass von den pechsteinleuten verlangt wird, dass die medien bei ihnen nachfragen was veröffentlicht werden darf und was nicht
@kurikolla
also eine anleitung für richtiges lesen liefere ich nicht mit
und ich ahbe niemanden vorverurteilt, nur alle fachleute, die weder mit pechstein noch mit den dopingfandern was zu tun haben, sagten, dass diese werte von pechstein nur zwei erklärungen zulassen, nämlich
1.) sie haben irgendeinen genetischen hintergrund, den man nachweisen könnte, aber gegen den sich pechstein strickt wehrt
2.) sie hat blutdoping begangen
jetzt auf juristische spitzfindigkeiten sich rauszureden finde ich ehrlich gesagt nicht ehrlich und auch nicht glaubwürdig, das ist so wie wenn bei einem test in der schule, gesagt wird, weil von 15 multiplikationen drei falsch sind, sind alle anderen auch falsch, das ist doch absurd so zu argumentieren
dass "man" sportlern nichts mehr glaubt, na ja das liegt nicht an den menschen, sondernb an der vielzahl der gedopten sportler und wenn jetzt spitzensportler gerade in ausdauersportarten wesentlich schneller sind, als zu hochzeiten des dopings, dann glaubt man den sportlern eben nichts mehr
jkeder langläufer hat asthma, warum, weil man dann einen nasenspray verwenden kann, der eigentlich auf der liste der dopingmittel steht
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