Dopingaffäre im Radsport Armstrong provoziert auf Twitter

Von "Betrüger" bis "Held": Die Reaktionen auf ein provokantes Foto, das der ehemalige Radprofi Lance Armstrong twittert, sind gespalten. Armstrong inszeniert sich vor den sieben gelben Trikots, die er einst bei der Tour de France gewann - nur kurze Zeit nach seiner Überführung als Doping-Sünder.

Der tief gefallene Ex-Radprofi Lance Armstrong hat mit einem provokanten Foto via Twitter für viel Aufsehen im sozialen Netzwerk gesorgt. Der lebenslang gesperrte Doper twitterte ein Foto von sich, wie er auf seiner Couch relaxt und seine sieben eingerahmten Gelben Trikots der Tour der France an der Wand betrachtet. Darunter ist zu lesen: "Zurück in Austin - ich liege so rum".

Am frühen Montagmorgen hatten etwa 250.000 Menschen das Foto gesehen, die Reaktionen in den Kommentaren reichten von "Betrüger" bis "Held". User bekundeten ihre Sympathien und gratulierten Armstrong, andere warfen ihm vor, keinerlei Moral zu besitzen.

Nach einem Enthüllungsbericht der US-Anti-Doping-Agentur Usada war der 41-jährige Armstrong vom Weltverband UCI vor drei Wochen lebenslang gesperrt worden, seine sieben Tour-Siege wurden ihm aberkannt. Die US-Behörde hatte Armstrong und Helfern in einem 1000-Seiten-Dossier jahrelanges, systematisches Doping nachgewiesen.

Im Zuge des Urteils geriet auch die ohnehin umstrittene UCI immer mehr in den Fokus der Vorwürfe und initiierte eine angeblich "unabhängige Untersuchungskommission". Die soll sich demnächst unter anderem mit den Verwicklungen des Verbandes in den Fall Armstrong beschäftigen. Das Armstrong-Urteil hatte eine Lawine von weiteren Anschuldigungen, Doping-Geständnissen und Entlassungen von Profis, Betreuern und Funktionären ausgelöst.

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