Disziplinarkommission Fifa ermittelt nach Foul an Neymar

Foulspiel mit schweren Konsequenzen: Kolumbiens Zúñiga fügt dem Brasilianer Neymar einen Wirbelbruch zu.

(Foto: Getty Images)

Der Fußball-Weltverband nimmt nach dem Foul des Kolumbianers Zúñiga an Brasiliens Neymar Untersuchungen auf. Dante fiebert auf seinen ersten WM-Einsatz hin. Während des Viertefinalspiels zwischen Deutschland und Frankreich müssen im Stadion Sicherheitskräfte eingreifen.

Fifa, Disziplinarkommission: Der Fußball-Weltverband Fifa wird die Szene, die zum WM-Aus von Brasiliens Neymar geführt hat, unter die Lupe nehmen. Die Disziplinarkommission wird die Szene analysieren, teilte die Fifa mit. Der 22-jährige Neymar hatte am Freitag im Viertelfinale gegen Kolumbien (2:1) einen Bruch des Querfortsatzes des dritten Lendenwirbels erlitten. Der Stürmer des FC Barcelona war in der 88. Minute von seinem kolumbianischen Gegenspieler Juan Zuñiga mit dem Knie am Rücken getroffen worden. Ob es sich bei dem Vorfall um ein Foul oder ein Versehen gehandelt hat, soll nun eine Untersuchung klären. Unterdessen kündigte der brasilianische Fußball-Verband CBF an, die Möglichkeit einer juristischen Klage gegen Zuñiga zu prüfen.

Halbfinale, Dante: Der brasilianische Abwehrspieler fiebert dem Duell am Dienstag gegen seine Wahlheimat Deutschland entgegen. "Das ist das Beste, was es gibt. Ich spiele zu Hause eine WM, und mein Leben und meine Karriere sind in Deutschland", sagte der Bundesliga-Profi des deutschen Meisters Bayern München: "Ich freue mich sehr und bin schon ein bisschen heiß." Dante, der bislang im Turnier noch keine Minute spielen durfte, wird im Duell gegen die DFB-Auswahl in Belo Horizonte wahrscheinlich den gelbgesperrten Kapitän Thiago Silva in der Innenverteidigung ersetzen. "Das weiß ich noch nicht. Henrique und ich sind bereit. Wir werden sehen, was der Trainer entscheiden wird", sagte der 30-Jährige. Dante will die nächsten Tage auch Kontakt zu seinen deutschen Vereinskollegen aufnehmen und via SMS ein bisschen sticheln. "Klar steht man in Kontakt, es sind doch meine Kollegen", sagte Dante. Er habe aber gehörigen Respekt vor dem Team von Bundestrainer Joachim Löw: "Wir haben gesehen, dass Deutschland sehr, sehr gut drauf ist. Ihre größte Waffe ist, dass sie mit jeder Situation während eines Spiels zurechtkommen, auch wenn sie unter Druck geraten."

Frankreich, Festnahmen: Ein kurzer Polizeieinsatz auf der Tribüne des Maracanã-Stadions endete mit einem verletzten französischen Fan und zwei Festnahmen. Bei der 0:1-Niederlage im WM-Viertelfinale gegen Deutschland hatte der private Sicherheitsdienst die Polizeibeamten herbeigerufen, weil die Franzosen ihre Sitzplätze nicht einnehmen wollten und handgreiflich wurden. Ein Franzose wurde mit einem Schlagstock von einem der sechs herbeigeeilten Militärpolizisten am Kopf verletzt. Der Vorfall spielte sich im ersten Durchgang ab. Die abgeführten Franzosen wurden von brasilianischen Fans im Tribünenblock höhnisch beklatscht.

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Nigeria, Strafe: Wegen der unerlaubten Einmischung der Politik in die Arbeit des nationalen Verbandes droht Nigeria eine Suspendierung durch die Fifa. Mit der Ankündigung der Strafe reagierte die Fifa auf die Festnahme des nigerianischen Verbandspräsidenten Aminu Maigari unmittelbar nach der WM-Rückkehr des Teams in die Heimat nach dem Achtelfinal-Aus. Zudem seien Mitglieder der NFF-Exekutive unerlaubterweise von ihren Aufgaben entbunden worden. Nigerias Sportminister habe für diesen Samstag einen außerordentlichen Verbands-Kongress mit Neuwahlen angesetzt, teilte die Fifa weiter mit.

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Der Weltverband stellte klar, er würde nur den für 26. August angesetzten Kongress des nigerianischen Verbandes NFF anerkennen, auf dem auch Neuwahlen vorgesehen sind. Nigeria hat nun bis zum kommenden Dienstag Zeit, den gewählten Präsidenten Maigari und die anderen Funktionäre wieder einzusetzen. "Die Fifa hat den nigerianischen Verband daran erinnert, dass alle Fifa-Mitgliedsverbände ihre Dinge unabhängig und ohne Einfluss von Dritten regeln müssen", erklärte Fifa-Sprecherin Delia Fischer. Eine Verletzung der Fifa-Statuten könne sogar den Ausschluss der NFF nach sich ziehen.

Costa Rica, Viertelfinale: Trainer Jorge Luis Pinto vom Überraschungsteam Costa Rica fürchtet im Viertelfinale gegen die Niederlande vor allem die "Schwalben" von Arjen Robben. "Darüber sind wir sehr besorgt", sagte der Kolumbianer vor dem Duell mit dem Bayern-Star am Samstag (22.00 Uhr Liveticker auf SZ.de): "Ich bitte die Fifa und den Schiedsrichter, sehr vorsichtig zu sein und genau hinzuschauen." Robben hatte beim 2:1 im Achtelfinale gegen Mexiko mit einer spektakulären Flugeinlage den Elfmeter zum Siegtreffer von Klaas-Jan Huntelaar in der Nachspielzeit herausgeholt. Nachher entschuldigte er sich für eine andere "Schwalbe" während des Spiels. "Er ist einer der drei, vier besten Spieler der Welt", sagte Pinto, "aber wir sind sehr besorgt wegen seiner Schwalben." Der Coach des krassen Außenseiters, der erstmals in der WM-Geschichte in der Runde der letzten Acht steht, forderte von den Referees ein klares Zeichen. "Vielleicht muss er das Feld verlassen, weil er zwei Gelbe Karten wegen Schwalben bekommt", sagte Pinto, "das kann passieren."

USA, Kritk: Der von Jürgen Klinsmann ausgemusterte Landon Donovan hat nach dem Achtelfinal-Aus der USA gegen Belgien den ehemaligen Bundestrainer scharf attackiert. Der 32 Jahre alte Rekordtorschütze der Nationalmannschaft warf dem US-Chefcoach vor, eine zu defensive Taktik gewählt zu haben. "Ich glaube, das Team war nicht auf Erfolg eingestellt", sagte Donovan nach dem 1:2 gegen die Belgier und ergänzte: "Es hatte den Anschein, als hätten wir vom taktischen Standpunkt her nicht alles gegeben." Wäre es nach ihm gegangen, betonte Donovan, hätte die Mannschaft "auf Sieg" gespielt. Seine Teamkollegen nahm Donovan in Schutz. "Die Jungs haben alles getan, was sie konnten, was von ihnen verlangt wurde." Eine Rückkehr in die Nationalmannschaft dürfte sich für Donovan damit erledigt haben. Klinsmann hatte den Fan-Liebling, der mit 57 Länderspieltoren und 57 Assists die Rekordlisten anführt, vor der Endrunde aussortiert.