DFB-Team Kimmich will "ein Gesicht des deutschen Fußballs werden"

Aus Joshua Kimmich, dem ehemaligen Mittelfeldspieler, ist ein eleganter Rechtsverteidiger geworden.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Der Profi des FC Bayern möchte künftig Führungsrollen übernehmen - in der Nationalelf sieht er sich auf dem Weg dazu. Er deutet auch an, sich dauerhaft mit der Rolle als Rechtsverteidiger anfreunden zu können.

Von Christof Kneer und Benedikt Warmbrunn

Vor den Länderspielen gegen Spanien und Brasilien hat Joshua Kimmich, 23, Führungsansprüche für die Zukunft angemeldet. "Natürlich würde ich gerne ein Gesicht des deutschen Fußballs werden", sagte Kimmich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Sein Ziel sei es, "bei Bayern und beim DFB ein Führungsspieler zu werden. Angst vor dieser Rolle habe ich jedenfalls keine". Er sei "von Haus aus einer, der gerne Verantwortung übernimmt", aber das funktioniere natürlich nur, "wenn die eigene Leistung konstant gut ist, sonst glaubt dir keiner ein Wort".

Zumindest in der Nationalmannschaft sieht sich der FC-Bayern-Profi bereits jetzt auf dem Weg zu einer Führungsrolle. "Es ist zumindest schon so, dass der Bundestrainer mir zweimal die Kapitänsbinde anvertraut hat, einmal beim Confed Cup, einmal in der Quali gegen Aserbaidschan", sagt Kimmich, "das sind Sachen, an denen ich schon merke, dass ich in der Hierarchie möglicherweise gestiegen bin."

Kimmich und seine Rolle als Rechtsverteidiger

Was seine Position anbetrifft, deutet Kimmich im SZ-Interview erstmals einen Meinungsumschwung an. Er gibt zu erkennen, dass er sich, obwohl gelernter Mittelfeldspieler, auch dauerhaft mit jener Rolle des Rechtsverteidigers anfreunden könnte, die er beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft von Philipp Lahm übernommen hat.

Er sei viele Jahre der Meinung gewesen, "dass ich meine Stärken am besten im Zentrum einbringen kann", sagt er, "und auch bei der EM 2016 hätte ich noch gesagt: Rechtsverteidiger ist okay, aber auf Dauer kann ich da wahrscheinlich nicht die internationale Topklasse erreichen". Inzwischen merke er aber, dass er viele seiner Stärken auch rechts hinten zeigen könne. "Ich habe mich rechts so entwickelt, dass ich denke: Gut möglich, dass ich jetzt auch als Rechtsverteidiger eine entscheidende Rolle spielen kann."

"Die entscheidende Phase bricht jetzt an"

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