Deutschland und Argentinien im Vergleich Khedira wird nicht mehr nach seiner Fitness gefragt

Mats Hummels: Ist leicht angeschlagen am Knie, wird aber gebraucht. Als Klassensprecher der Innenverteidigung und als torgefährlichster Innenverteidiger der WM. Trägt inzwischen nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Sympathie. Ist laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der drittbeliebteste deutsche Nationalspieler - hinter Neuer und Müller. Ist schlau genug, um zu wissen, weshalb Müller vor ihm liegt: "Very funny guy. In Germany we call it Pausenclown."

Ezequiel Garay: Genannt "el Negro", der Schwarze. Ist schweigsam wie eine Mumie. Hatte bei Racing Santander für Furore gesorgt, wurde von Real Madrid entdeckt, dann aber von dort hastig an Benfica Lissabon weitergereicht, weil er in den Augen des früheren Trainers José Mourinho zu langsam war. Galt als ein Unsicherheitsfaktor der argentinischen Abwehr. Profitierte aber wie kein Zweiter von der Hereinnahme von Demichelis.

Wertung: Vorteil Deutschland

LINKSVERTEIDIGER

Benedikt Höwedes: Gilt als der Umschüler des Jahres. Hat sich von der Notlösung in der Innenverteidigung zur Speziallösung auf der linken Seite entwickelt. Stiftet alleine durch seinen Namen so viel Eindruck beim Finalgegner, dass sich sein Einsatz unbedingt rechtfertigt. Vereint den Vornamen eines deutschen Papstes mit dem Nachnamen eines deutschen Wadenbeißers. Ist in Südamerika als Benedikt Howetz bekannt.

Marcos Rojo: War laut Fifa-Statistik mit einer Spitzengeschwindigkeit von 31,8 Kilometern pro Stunde sogar schneller als der Niederländer Arjen Robben. Liebt nicht nur Tempo, sondern auch Risiko. Beim Spiel gegen Bosnien gab er einen Schlag namens "Rabona" zum Besten, der darin besteht, das Schussbein hinterm Standbein auszuholen, sich zu verknoten und den Ball dann zu treffen. So hatte es sein Vater mal gemacht. Allerdings nicht bei einem WM-Spiel, und auch nicht im eigenen Strafraum. Sondern auf dem Bolzplatz.

Wertung: Klassisches Unentschieden

Große Dramen sind anderswo

Hier wurde niemand gebissen, es gab keine epischen Aufholjagden oder dramatische Elfmeterschießen. Das weltberühmte Stadion Maracanã sollte das Herz der WM werden, doch es wartet noch auf seinen großen Moment. Im Endspiel muss nun irgendetwas Unvergessliches passieren. Von Claudio Catuogno mehr ...

MITTELFELD

Bastian Schweinsteiger: Stiftet alleine durch seinen Namen so viel Verwirrung bei Gegnern aus dem spanischen Sprachraum, dass sich sein Einsatz unbedingt rechtfertigt. Hat sich außerdem im besten (also höchst unuruguayischen) Sinne in dieses Turnier hineingebissen und sich vom Ergänzungsspieler mit Trainingsrückstand zum Spielsortierer und Chefstrukturierer entwickelt. Wird auf seiner Position von wenigen übertroffen - außer vielleicht vom Spielsortierer und Chefstrukturierer der Argentinier.

Javier Mascherano: Ein Spielsortierer, dessen Führungsanspruch bereits im Spitznamen durchklingt: El jefecito, der kleine Chef. Mag diesen Namen angeblich nicht, weil er sich für einen großen Chef hält. Reißt sich bei Barça im übertragenen Sinn den Hintern auf, tat dies nun im Spiel gegen die Niederlande im Wortsinn. "Ich möchte nicht vulgär sein, aber ich hab' mir beim Tackling den Anus verletzt", sagte er ohne rot zu werden. Wird nun in seiner Heimat ehrfurchtsvoll als "Mascheranus" (Diario Olé) gefeiert.

Wertung: Vorteil Argentinien im Fotofinish

Sami Khedira: Kam direkt aus dem Rehazentrum nach Brasilien (mit einem kleinen Umweg übers Champions-League-Finale). Wurde zu Turnierbeginn ständig nach seiner Fitness gefragt. Läuft seitdem mehr als jeder andere deutsche Nationalspieler. Harmoniert als Pressing-Leader bestens mit dem Aggressive-Leader Schweinsteiger. Spielt inzwischen wieder wie vor seinem Kreuzbandriss. Wurde schon lange nicht mehr nach seiner Fitness gefragt.

Lucas Biglia: Er ist ein klassischer defensiver Mittelfeldmann, der wie etwa Diego Maradona oder Fernando Redondo aus der Schule von Argentinos Juniors stammt. Hat den ursprünglich gesetzten Fernando Gago aus der Startelf verdrängt. Läuft seitdem mehr als jeder andere argentinische Nationalspieler. Darf bald als der Khedira Südamerikas bezeichnet werden. Ist aber noch nicht ganz so gut wie das Original.

Wertung: Vorteil Deutschland