Im Champions-League-Rückspiel gegen Manchester United hofft Schalke 04 auf ein mittelschweres Wunder. Nebenbei plant der Klub jedoch bereits die Zukunft - und hält Ausschau nach einem Ersatz für Torhüter Manuel Neuer.
Horst Heldt war am Samstag ein bisschen unruhig, als Clemens Tönnies in München zum Mittagessen ging. Das Problem war nicht das Mittagessen, sondern der Gastgeber, ein Mann namens Uli Hoeneß. Der Präsident des FC Bayern und Schalkes Aufsichtsratschef sind sich nicht nur geschäftlich verbunden - der eine als Bratwurst-Unternehmer, der andere als Fleisch-Lieferant -, sondern auch freundschaftlich, weshalb der Manager Heldt leicht nervös war.
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Mehr Chancen im Rückspiel? Schalkes Raúl (unten) gegen Nemanja Vidic. (© dpa)
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Es hätte ja passieren können, dass Hoeneß seinen Gast in eine nachgiebige Stimmung versetzen würde. Doch Tönnies blieb standhaft, er machte keine Zusagen zum Verkauf von Manuel Neuer.
Weiterhin ist es zwar unwahrscheinlich, aber immer noch möglich, dass sich München und Gelsenkirchen nicht einig werden über den Wechsel des Nationaltorwarts. Der Fall wird beiden Parteien noch eine Weile erhalten bleiben, doch zumindest für die Dauer der Reise nach England zum Wiedersehen mit Manchester United sind die Schalker Zukunftsplanungen weit entfernt.
Für Manuel Neuer sowieso. "Wir stehen im Halbfinale der Champions League. Das ist nichts Alltägliches, das sollte sich jeder noch mal vor Augen führen", hat Schalkes Kapitän gesagt, bevor er in Düsseldorf ins Flugzeug gestiegen ist. Dort hat er dann allerdings erst mal eine Verspätung von anderthalb Stunden abgesessen - es gab Visaprobleme bei jenen Schalker Profis, die nicht aus Europa stammen. Der Anfertigung der Einreisedokumente für Farfan, Uchida, Karimi, Hao und Edu stand angeblich die königliche Hochzeit sowie ein weiterer Feiertag im Weg, die den Behördenbetrieb stillgelegt haben.
Schließlich landete die Delegation aber vollzählig und blickte in einen blau-weißen Himmel über Manchester. Solche Omen sind willkommen, denn Neuer wird am Mittwoch eine Mannschaft auf den Platz führen, die mit dem amtlichen Auftrag antritt, ein Wunder zu vollbringen.
Unmittelbar nach der niederschmetternden Begegnung mit United in der Vorwoche waren sich in Schalke alle einig, dass die Mannschaft in Old Trafford mindestens so gut spielen müsste, wie Neuer im löchrigen Gelsenkirchener Stadion sein Tor verteidigt hatte, nämlich überirdisch. Dass es also, wie Abwehrspieler Christoph Metzelder meinte, mit einem handelsüblichen Mirakel wie beim 5:2 in Mailand nicht getan wäre, sondern "San Siro hoch zehn" vonnöten sei.
Aber mit jeder Stunde des Verdrängens der furchtbaren Hinspiel-Erfahrung ist ein wenig mehr Hoffnung zurückgekehrt. Man möchte mindestens "etwas gutmachen", wie Manuel Neuer betonte, die angekratzte Ehre aufpolieren, aber es gibt auch noch höhere Ambitionen. "Wir wollen jede noch so kleine Chance nutzen", sagte Trainer Ralf Rangnick, "wenn sich die Tür einen Spalt weit öffnet, dann müssen wir sie aufstoßen."
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Führungsstreit der Linken
In jedem Fußballartikel geht es um die Zukunft von Manuel Neuer ...das nervt liebe SZ!!!
Zu heutigen Spiel: der "Zauber" von Rangnick ist schon längst wieder verschwunden...alles andere als eine Niederlage wäre schon eine Sensation...allerdings gönne ich den Schalkern nach dem peinlichen und lustlosen Auftritt am Samstag in München eine Klatsche
es könnte doch in der tat so sein, dass schalke einen überragenden tag erwischt und das glück auf seiner seite hat, während "manu" mittelmäßig bis schlecht spielt und vom pech verfolgt wird - zu wünschen wär's ihnen jedenfalls ...
Abgerechnet wird auch in der CL am Schluß.