Wähernd Alex Ferguson über "typische Deutsche" lästert, steht kein englischer Klub im CL-Halbfinale. Das Ende der Insel-Hegemonie? Eher nicht.
Sir Alex Ferguson war stinksauer. "Typische Deutsche" schimpfte er nach dem 3:2 gegen den FC Bayern, womit sein Manchester United nach dem 1:2 in München das Champions-League-Viertelfinale verlor. Sein Furor richtete sich gegen die Szene nach dem zweiten Foul von Rechtsverteidiger Rafael, der nach 50 Minuten Franck Ribéry leicht am Arm gezogen hatte und dafür mit Gelb-Rot vom Platz musste.
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Wayne Rooney musste zu Beginn der zweiten Halbzeit aufgeben. (© Foto: AP)
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"Sie haben den Schiedsrichter bedrängt und es geschafft, dass Rafael raus musste. Der Referee wollte gar nichts tun, doch sie haben ihn gedrängt, die zweite gelbe Karte zu zeigen. Aber das haben wir schon öfter von Mannschaften wie diesen gesehen." Zudem hätten die Münchner Verteidiger zielgerichtet den angeschlagen Wayne Rooney attackiert bis dieser raus musste. Der 68-Jährige redete sich fast in Rage.
Die zwei Szenen Anfang der zweiten Halbzeit hatten am Mittwochabend im Stadion Old Trafford tatsächlich entscheidenden Charakter, doch ob Daniel Van Buyten Gegenspieler Rooney wirklich absichtlich zweimal am rechten Knöchel traf, und ob nicht dem 19-jährigen Rafael eher seine Unerfahrenheit zum Verhängnis wurde als der bayerische Protest, bleibt unergründlich. Fergusons Worte waren wohl auch dem Frust geschuldet, zum ersten Mal seit drei Jahren das Halbfinale der Champions League verpasst zu haben.
Dass Manchester United gegen den FC Bayern ausgeschieden ist, muss als Überraschung gewertet werden. Dass im Halbfinale zum ersten Mal seit 2003 kein einziger Klub der mit Geld vollgepumpten Premier League steht, ist fast eine Sensation. Die europäische Topliga wurde je zuletzt von England aus regiert, besser gesagt vom Vierer-Kartell Manchester United, FC Liverpool, Arsenal und Chelsea: Dreimal kamen zuletzt je drei von ihnen ins Halbfinale, fünfmal in Folge stand mindestens ein Verein im Finale.
Liverpool scheiterte diesmal schon in der Vorrunde an Florenz und Lyon, der Klub ist in Schwierigkeiten, weil die amerikanischen Eigentümer Gillett und Hicks zu wenig Geld in die Mannschaft investieren. Chelsea kommt etwas in die Jahre und verlor gegen eines von Ex-Trainer José Mourinho aufgeputschtes Inter Mailand. Arsenal ging gegen ein brillantes FC Barcelona mit der Zaubermaus Lionel Messi unter. Und Manchester United ist nach den Abgängen von Cristiano Ronaldo und Carlos Tévez in der Offensive zu sehr von Wayne Rooney abhängig.
Nun also Bayern - Lyon und Inter - Barcelona. Das Ende der englischen Hegemonie? Haben die anderen Ligen trotz erheblich weniger Einnahmen aufgeholt und holen die Premier League nun vom Thron? Trotz des diesjährigen Scheiterns ist das wohl nicht abzusehen.
Die Stimmung vor dem Manchester-Bayern-Vergleich in England darf als exemplarisch für das englische Problem in dieser Spielzeit gelten: Ein wenig übertrieben ausgedrückt, verglichen viele die Münchner mit einem Freilos. Wer in der Premier League vorne liegt, kann gegen eine deutsche Mannschaft gar nicht rausfliegen. Eine Haltung als Sinnbild für fehlenden Respekt vor dem Gegner, für eine Sättigung nach all den Erfolgen. Fergusons Hader mit dem Schiedsrichter setzt diese Einstellung fort: "Sie hätten niemals gewonnen, wenn wir zu elft gewesen wären", beklagte er noch einmal die Hinausstellung von Rafael.
Später allerdings blickte er voraus: Die Premier League "ist immer noch die stärkste Liga in Europa", sagte er, "aber du kriegst nicht immer, was du willst". Sir Alex und die Kommentatoren in England sehen in dem vorzeitigen Scheitern ihrer Klubs einen einmaligen Unfall. "Lass den Vorhang fallen, wir sehen uns wieder im nächsten Jahr", schreibt der Guardian.
Die Times führt dabei das schlagkräftigste Argument für eine starke Rückkehr der Engländer: das weiterhin im Überfluss vorhandene Geld. Franck Ribéry könnte auf die Insel geholt, José Mourinho zurückgeholt werden. "Wenn du sie nicht besiegen kannst, kauf sie!"
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(sueddeutsche.de/jüsc)
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Es gibt Zeiten, da hört sich das Kaufen und Verkaufen auf. Das sind dann die besten Zeiten: Menschen, die einander helfen. Das gibt es dann auch vermehrt.
Gruss vom cc. an den Schaunmermal
"Was eigentlich nicht in dieser Zeit?"
Die eigentliche Frage lautet doch: Zu welcher Zeit eigentlich nicht? Man konnte schon immer alles kaufen was sie aufgezählt haben. Und das wird wohl auch immer so sein, da braucht man sich nichts vormachen.
Der S Z - Artikel drückt es deutlich aus. Es gibt keinen echten Sport. Wenn die Deutschen an oberster Stelle im Medaillenregen, dann heisst das auch: sie haben sehr viel Geld und "Material" hineingesteckt.
Es gibt keine echten Wettbewerbe, da die Ausgangsbasis völlig ungleich.
Die Nationen können sich nicht messen. So ist die WM auch eine einzige Verhöhnung des Prinzips der Fairneß.
Über was der Sir jammert, ist kindisches Heulen, jedoch verständlich.
Wer sich den Sport mit Geld erkauft, ist schon verloren.
Wenn`s nur beim Sport bliebe: es wird auch die Politik, es wird die Wirtschaft, die Wissenschaft gekauft.
Was eigentlich nicht in dieser Zeit?
In was für einem Traumtheater gehen denn die supporters (!) bei einem CL-Spiel vor dem Abpfiff nach Hause, wenn nur ein Tor des Heimteams ausreichen würde? Ist ja schlimmer als damals bei den Bayern im Olympiastadion.
War der Handschlag von AF mit dem Zuschauer vor oder nach dem Abpfiff? Erst zwei Spiele komplett vercoachen und dann die beleidigte Leberwurst spielen.
Was die Anti-ManU-Kommentare in England angeht: da sind aber auch viele Londoner dabei, die schon vorher für Bayern waren!
Hat keine Klasse der Mann. Dabei muss er sich schon an die eigene Nase fassen : mir werden seine Auswechselungen in Muenchen unerklaerlich bleiben, da hat er selber die Naegel gekauft fuer den Sarg.
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