Champions League Bayern-Fans zahlen Geldbuße wegen homophoben Banners

Strafe für Beleidigung im Fußballstadion: Vier junge Fans des FC Bayern zeigten beim Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal ein homophobes Plakat. Nun zahlen sie ihrem Verein je 2000 Euro und leisten Sozialstunden. Trotzdem bleibt der FC Bayern auf einem hohen finanziellen Schaden sitzen.

Von Martin Zips

Die Eltern der vier jungen Südtiroler FC-Bayern-Fans, die am 11. März während des Champions-League-Achtelfinales gegen Arsenal London im Münchner Stadion ein als homophob kritisiertes Banner hochhielten, haben sich jetzt zur Begleichung einer Geldstrafe bereit erklärt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vereinbarten sie bei einem Treffen mit Vertretern des FC Bayern in München die Zahlung von je 2000 Euro.

Die Jugendlichen aus der Nähe von Meran hatten im April ein selbst gemaltes Banner mit einer Kanone, die unter dem Schriftzug "Gay Gunners" auf das Hinterteil eines entblößten Spielers zielt, in die Kameras gehalten. Deshalb hatte der europäische Fußballverband (Uefa) den FC Bayern zu einer Strafe von 10.000 Euro verdonnert. Zudem musste im Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United von den Münchnern ein kompletter Zuschauerblock geschlossen bleiben - Hunderte Eintrittskarten konnten nicht verkauft werden.

Der FC Bayern beziffert den Schaden, der dem Verein durch die Fans entstand, auf 150.000 Euro. "Die Jugendlichen werden zusätzlich zu der Geldstrafe im Sommer jeweils zehn Sozialstunden in München ableisten", sagte ein Vereinssprecher. Der Vater eines der Beschuldigten, Vermieter einer bei Deutschen beliebten Ferienanlage in Dorf Tirol, bestätigte der SZ: "Ja, es wird eine Strafe geben."

Der Bayern-Sprecher verwies auf die derzeit große Sensibilität in Sachen Homophobie bei der Uefa. "Vor 15 Jahren hätte so ein Plakat wahrscheinlich noch keinen gejuckt." Es gehe jedoch nicht, dass ein Verein auf der Strafe sitzen bleibe - "zumal wir 780 Tickets à 130 Euro wegen der Blocksperrung durch die Uefa nicht verkaufen konnten". Auf die Frage, ob es gut und richtig sei, dass der reiche FC Bayern eine solche Strafe auf vier heranwachsende Fans abwälze, sagte der Sprecher: "Was sollen wir denn machen? Sollen wir künftig 50.000 Menschen bei den Einlasskontrollen bis auf ihre Unterhosen ausziehen?"

Das Plakat hatte international für Diskussionen gesorgt, in Südtiroler Medien war sogar von einer Geldstrafe von 100.000 Euro die Rede. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge distanzierte sich "aufs Schärfste von diesem diskriminierenden Banner".