Bundesliga Pyrotechnik in Hannover: "Wer sowas macht, ist irgendwo ein Schwachkopf"

Leuchtraketen in Hannover: Unrühmliche Szenen im Wolfsburg-Block

(Foto: Bongarts/Getty Images)
Von Carsten Eberts, Hannover

Der Schiedsrichter wollte gerade anpfeifen, als die Rakete einschlug. Hannovers Mannschaftsarzt Felix Hessel, Physiotherapeut Ralf Blume und Ersatz-Torwart Philipp Tschauner sprangen auf, stoben auseinander, rannten einige Meter Richtung Spielfeld.

Bloß weg von diesem grellen Licht, weg von diesem Lärm.

Zwei Leuchtfeuer hatten die Fans des VfL Wolfsburg bereits vor Beginn des Niedersachsen-Derbys aufs Spielfeld gefeuert. Die dritte Rakete flog weiter, bis einen Meter vor die Hannoveraner Reservebank. Dort saßen Spieler und Verantwortliche von Hannover 96, die Funken sprühten bis unter das Plastikdach. Mit viel Glück wurde niemand verletzt. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied, den Chaoten nicht noch mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Er wartete einen Moment, dann pfiff er pünktlich an.

Trotz des lockeren 4:0-Sieges beim Lokalrivalen war die Wolfsburger Freude getrübt. Hätte die Rakete jemanden schwer verletzt; die Partie hätte wohl abgebrochen werden müssen. Mit ernsten Gesichtern entschuldigten sich die Wolfsburger beim Gegner. "Das sind Dinge, die wir nicht haben wollen", erklärte Geschäftsführer Klaus Allofs. An die eigenen Fans gerichtet fuhr er fort: "Ich weiß nicht, was in sie gefahren ist." Normalerweise habe der Klub gar keine Probleme mit der Anhängerschaft.

Für den VfL dürfte es nun teuer werden

Das stimmte nicht ganz, denn es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Schon beim letzten Aufeinandertreffen in Hannover im Dezember 2014 wurde im Wolfsburger Fanblock gezündelt, bengalische Feuer und Rauchbomben hüllten das Stadion in dichten Nebel. Der Verein wurde mit einer Geldstrafe von 6000 Euro belegt. Diesmal dürfte es für den VfL deutlich teurer werden.

Trainer Dieter Hecking kündigte bereits Konsequenzen an: "Da haben wir sicher kein Ruhmesblatt abgegeben", erklärte er bei Sky: "Wir werden die Bilder auswerten, und wenn jemand zu erkennen ist, dann muss man mit aller Schärfe dagegen vorgehen."

Der passendste Kommentar zum Vorfall gelang jedoch seinem 96-Trainerkollegen Thomas Schaaf. "Das kann kein Fan sein", entfuhr es ihm grundehrlich: "Wer sowas macht, ist irgendwo ein Schwachkopf."


Quelle: Opta Sportdaten

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