Bundesliga Packendes Ende nach müdem Beginn

Tanz um den Ball: Leipzigs Emil Forsberg (links) und Werders Maximilian Eggestein.

(Foto: dpa)

Drei Tage nach der 2:5-Niederlage bei Olympique Marseille in der Europa League hat RB Leipzig auch sein Bundesligaspiel bei Werder Bremen nicht gewonnen. Die Mannschaft kam an der Weser nur zu einem 1:1 (0:1)-Unentschieden und muss bei vier Punkten Rückstand auf Platz vier immer mehr um die Qualifikation für die Königsklasse bangen. Die Hanseaten hingegen beseitigten mit diesem Remis auch die letzten Zweifel am Klassenverbleib und kommen nun auf 37 Punkte. Unter Trainer Florian Kohfeldt haben die Norddeutschen im Weserstadion noch keine einzige Partie verloren.

Vor 40 700 Zuschauern erzielte Niklas Moisander die Bremer Führung. Der ehemalige finnische Nationalspieler war in der 28. Minute im Nachschuss erfolgreich, zuvor hatte Max Kruse nur die Latte getroffen. Für den Ausgleich sorgte Adeloma Lookman (49.), der ein Missverständnis in der Bremer Defensive ausnutzte. In einer kampfbetonten, aber auch technisch ansprechenden Partie überzeugten die Platzherren in erster Linie in einer druckvollen Phase zwischen dem Führungstor und dem Halbzeitpfiff. In diesem Spielanschnitt wirkten die Sachsen nach drei Spielen binnen einer Woche nicht mehr vollständig fit.

Dabei hatte RB-Trainer rotiert und beispielsweise Dominik Kaiser in die Startformation beordert. Doch da es den Norddeutschen insbesondere in der ersten Hälfte gelang, den leichtfüßigen Leipziger Angreifern Timo Werner und Yussuf Poulsen durch Aggressivität im Zweikampf die Spielfreude zu nehmen, hielt sich die Torgefährlichkeit der Gäste zunächst in Grenzen. Die Bremer hingegen hätten nach 45 Minuten schon höher führen können. So segelte der Ball nach einem Freistoß von Zlatan Junuzovic (6.) nur knapp am Torwinkel vorbei, in der 36. Minute verpasste Milos Veljkovic das 2:0. Fünf Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte wurde eine gefährliche Hereingabe von Milot Rashica in letzter Sekunde zur Ecke geblockt.

Werner scheitert kurz vor Schluss an Torhüter Pavlenka

Hasenhüttl reagierte in der Pause personell und ersetzte Kaiser durch Lookman, der schon fünf Minuten nach seiner Auswechslung traf. 120 Sekunden später hätte Werner die Gäste sogar in Führung bringen können, schob den Ball jedoch aus spitzem Winkel knapp am rechten Torpfosten vorbei. Der Ausgleichstreffer setzte bei Leipzig neue Kräfte frei. Plötzlich wirkten die die Gäste wieder spritziger in den Zweikämpfen und drängten die Platzherren mit präzisem Kombinationsspiel in deren Spielhälfte zurück. Auch in der Schlussphase war RB das dominantere Team, nur beim finalen Pass fehlte es den Gästen an der erforderlichen Präzision. Wenn der Ball doch einmal aufs Tor ging, war Bremens Torhüter Jiri Pavlenka stets aufmerksam. Gegen Werner verhinderte er in der 86. Minute mit einer Glanztat einen Rückstand. Kurz darauf vergab Moisander noch eine große Chance für Werder.

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