Bundesliga BVB hat die Pubertät überwunden

Der BVB hat die Pubertät überwunden, er spielt seine individuelle Überlegenheit nun aus - wie beim 3:1 in Mönchengladbach.

(Foto: REUTERS)
Kommentar von Freddie Röckenhaus

Wird Borussia Dortmund noch deutscher Meister? Nein, dieses Jahr nicht mehr. Nun gut, der BVB gewinnt zum Rückrundenstart souverän beim hochkarätigen Verfolger Mönchengladbach, er hat knapp nach Saison-Halbzeit schon atemberaubende elf, zwölf Punkte Vorsprung auf die vermeintlich größten Konkurrenten, Gladbach, Wolfsburg, Schalke, Leverkusen. Und Dortmund spielt einen reifen, technisch hochstehenden Fußball. Vielleicht reifer als je zuvor.

Meister wird der BVB trotzdem nicht mehr, auch wenn so ziemlich alle Nicht-Bayern-Anhänger noch so hartnäckig ihre letzten Hoffnungen auf ein bisschen Spannung den Dortmundern hinterhertragen wollen. Und auch wenn BVB-Stimmungskanone Pierre-Emerick Aubameyang den Bayern-Titel noch nicht wahrhaben will. Der Spannungsabfall ist schade für die deutsche Liga, die sich so gern als Klasse-Liga mit Engländern und Spaniern messen will.

Dortmunds Trost: Erwachsener Zweiter zu sein

Dortmund kann sich damit trösten, dass Thomas Tuchel beim BVB in nur einem halben Jahr verschüttete kreative Kräfte wecken konnte. Aus der Pressingmaschine Kloppscher Prägung ist eine Mannschaft geworden, die erwachsener auftritt, die ihre individuelle Überlegenheit nun ausspielt, die den Ball am liebsten selbst in den eigenen Reihen hält - und das Pressing nur noch als Variante im Repertoire hat.

In der Winterpause hat man zudem erleben können, wie gelassen Dortmund inzwischen mit dem üblichen Gerüchte-Gewitter um seine begehrten Spieler umgehen kann. Schwindelerregende Summen, kolportiert in englischen und spanischen Medien, werden vom BVB-Management nicht mehr groß zur Kenntnis genommen.