Bundesliga BVB: Aubameyang beendet den zähen Kick

Pierre-Emerick Aubameyang: Glänzt auch beim Jubeln

(Foto: Bongarts/Getty Images,)
Von Ulrich Hartmann, Dortmund

"Das wird ein zähes Ding heute", hatte der Stadionsprecher Norbert Dickel vor dem Anpfiff gesagt, nachdem er Pierre-Emerick Aubameyang einen bunten Blumenstrauß in die Hand gedrückt hat. Der Mittelstürmer von Borussia Dortmund spielte am Samstag erstmals vor heimischer Kundschaft, seit er neulich zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt worden war. Dafür beklatschten ihn die BVB-Fans bereits vor einem Spiel, vor dem die Dortmunder gegen hartnäckige Ingolstädter auch deshalb Skepsis walten ließen, weil ihnen die erkrankten Ilkay Gündogan und Marco Reus fehlten und weil Afrikas Fußballer des Jahres eine Woche zuvor beim Sieg in Mönchengladbach allerhand Chancen versiebt hatte.

Auch diesmal ging nicht viel, weder beim BVB, noch bei Aubameyang. Doch die Blumen vor dem Anpfiff - sie haben geholfen. Im strömenden Regen und peitschenden Wind erzielte Aubameyang nach wirklich zähem Spiel spät - 13 Minuten und vier Minuten vor dem Ende - die beiden Treffer zum Dortmunder 2:0 (0:0)-Sieg.

Beim ersten Tor hatte er nach einer Flanke von Lukasz Piszczek minimal im Abseits gestanden. Die Ingolstädter haben zum vierten Mal nacheinander kein Auswärtstor geschossen. Sie sind nun seit 6:51 Stunden auswärts ohne Treffer, verließen den Rasen aber nicht primär deswegen deprimiert.

Aus jener Dortmunder Mannschaft, die in Mönchengladbach noch Magie hatte walten lassen, standen diesmal beim Anpfiff gleich vier Fußballer nicht mit auf dem Rasen. Gündogan und Reus fehlten wegen eines Virus, Joo-Ho Park und Gonzalo Castro saßen zunächst auf der Bank. Doch auch ohne das Quartett dominierten die Borussen mit den dafür aufgebotenen Erik Durm, Matthias Ginter, Shinji Kagawa und Adrian Ramos von Beginn an das Spiel - wenn auch nur im Mittelfeld. Beim FC Ingolstadt spielte der neue Stürmer Dario Lezcano (für Elias Kachunga) erstmals von Beginn, und für den gelbgesperrten Pascal Groß spielte im Mittelfeld Max Christiansen.

Im Grunde durften die Dortmunder froh sei, zur Pause nicht zurückzuliegen. Ihnen selbst war in der ersten Halbzeit nicht viel gelungen, stattdessen hatte Ingolstadts Lezcano in der 29. Minute die große Chance zur Führung besessen. Allein war er nach einem langen Ball vom eigenen Keeper Ramazan Özcan auf den BVB-Torwart Roman Bürki zugelaufen, hatte ihn bereits überlupft und musste sich in letzter Sekunde vom Dortmunder Innenverteidiger Mats Hummels unter leicht fragwürdigem Körpereinsatz stören und vom Ball trennen lassen. Beschwerden gab es von Ingolstädter Seite in dieser Szene überraschenderweise kaum. Kurz vor der Pause hatte Aubameyang mit einem Kopfball am zweiten Pfosten eine der ganz wenigen guten Dortmunder Chancen der ersten Hälfte.