Bayern-Profi Javi Martínez "Ich bin der deutscheste Spanier"

Münchens Javi Martínez: "Fast ganz Spanien hat bei mir angerufen"

(Foto: REUTERS)

Als teuerster Transfer in der Bundesliga-Geschichte kam Javi Martínez nach München und hat sich beim Rekordmeister etabliert. Im Interview mit der SZ spricht er über sein Leben als Spion der spanischen Nationalelf - und das Staunen in seiner Heimat über den Guardiola-Transfer.

Von Andreas Burkert und Boris Herrmann

Dass der FC Bayern in der Rückrunde ausschließlich Siege gefeiert hat in sämtlichen Wettbewerben und dabei ist, eine Rekord-Saison hinzulegen - das liegt auch an Javi Martínez. Der 24-jährige spanische Nationalspieler, im Sommer für 40 Millionen Euro aus Bilbao nach München gewechselt, ist seit der Winterpause gesetzt im defensiven Mittelfeld des souveränen Tabellenführers, der am Mittwochabend gegen den FC Arsenal auch den Vorstoß in das Viertelfinale der Champions League perfekt machen will.

"Ich bin da, um den anderen zu helfen", erwidert der junge Mann aus Navarra denjenigen, die den Wert seiner Arbeit in der Defensive noch nicht erkennen wollen. Er sehe sich durchaus in der Tradition eines Stefan Effenberg. "Ich bin der deutscheste Spanier", sagt Martínez.

Im Sommer entschied er sich trotz Offerten von Real Madrid, des FC Barcelona und aus England für die Bayern. Trainer Jupp Heynckes sei ebenso involviert gewesen wie Landsmann Raúl, berichtet er. Der frühere Schalke-Stürmer habe ihm von der Bundesliga "nicht erzählt - er hat geschwärmt. Ich fragte ihn, wo er leben wolle, wenn seine Karriere beendet ist. Ich meinte natürlich: Wo in Spanien? Raúl sagte aber, seine Kinder wollten unbedingt zurück nach Düsseldorf".

Generell sei die Bedeutung des deutschen Fußballs in Spanien stark gestiegen, nicht zuletzt durch die Münchner Verpflichtung von Pep Guardiola als Heynckes-Nachfolger: "Alle waren überrascht. Und die Spanier erst recht. Ich weiß das, weil fast ganz Spanien bei mir angerufen hat, als die Nachricht mit Guardiola herauskam."

Mit der deutschen Nationalmannschaft, deren Kern in München spielt, rechne er künftig als größtem Gegner: "Da gibt es unglaubliche Spieler: Toni Kroos, Marco Reus, Götze, Basti, Thomas Müller, Manu Neuer. Und dazu kommt, dass sie fast alle jung sind. In zwei bis drei Jahren geht es hier richtig ab."

Das ganze Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder in der Digitalausgabe mit dem iPad oder Windows 8.