2. Fußball-Bundesliga Comeback von Lewan Kobiaschwili

Union Berlin ist so etwas wie die Mannschaft der Stunde der zweiten Liga. Nur zwei der letzten zehn Partien hatte der Klub zuletzt verloren - und sich nachhaltig an die Aufstiegsplätze heran gerobbt. Auch dass die Mannschaft in Markus Karl einen prägenden Akteur zur Winterpause an Konkurrent Kaiserslautern verlor, beeindruckte Union offenbar nicht. Nach dem frühen Führungstreffer zog sich der kleinere Hauptstadtklub ganz erwachsen zurück. Jedoch nur so weit, dass Hertha beim Aufbauspiel ziemliche Probleme bekam.

In der 33. Minute hätte Hertha trotzdem fast den Ausgleich erzielt. Stürmer Sami Allagui kam nach einer unterlaufenen Flanke plötzlich völlig frei zum Kopfball, bekam jedoch nur einen Rückpass-Köpfler zu Union-Keeper Daniel Haas zustande. Ein wenig wachte Hertha auf, doch es reichte nicht, um den Stadtrivalen in der ersten Halbzeit in Bedrängnis zu bringen.

In der zweiten Halbzeit gab es zunächst das Comeback von Lewan Kobiaschwili zu bestaunen. Der war nach den Ausschreitungen im Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf zu 264 Tagen Pflichtspielsperre verdonnert worden - nun durfte er wieder mitmischen. Dass die Hertha-Defensive zu Beginn erneut kurzzeitig die Arbeit einstellte, konnte jedoch auch der Georgier nicht verhindern. Nach einer Mattuschka-Flanke blieben drei Abwehrspieler am Boden - nur Unions Nemec sprang hoch und köpfte unbedrängt zum 2:0 ein (49.).

Es sah wenig danach aus, dass Hertha nochmal zurückkommen würde. Und es spricht wohl für den Status als Zweitliga-Spitzenmannschaft, dass der Klub es trotzdem schaffte. Nach dem Anschlusstreffer von Ramos (73.) begann die druckvollste Phase des Tabellenzweiten - die der Brasilianer Ronny (86.) kurz vor Schluss kunstfertig per Freistoß aus 20 Metern zum glücklichen Ausgleich nutzte.

An der Ausgangssituation in der Liga hat sich damit nicht viel verändert. Hertha rangiert weiter auf Platz zwei, mittlerweile komfortable 15 Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz. Union hätte sich mit einem Sieg ernsthaft in den Aufstiegskampf einmischen können. Doch so sind es weiterhin sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Etwas zu viel für Klaus Wowereits kühne Träume.