Touristen und ihre Selfie-SticksReisen am Stock

Früher war der Arm zu kurz, um auch den sehenswerten Hintergrund aufs Bild zu bringen. Dank des Selfie-Sticks fällt kein Tourist mehr aus dem Rahmen. Zwölf Regeln für die korrekte Anwendung am Urlaubsort.

Von Katja Schnitzler

Früher gab es Reiseaccessoires, mit denen wollte sich niemand sehen lassen, der älter als zwölf Jahre war und ein Mindestmaß an Stilempfinden hatte: zum Beispiel Gürteltaschen oder Brustbeutel. Unzweifelhaft nützliche Dinge, zweifelsfrei aber auch das Gegenteil von cool. Heute schleppen Reisende ebenso uncoole Dinge mit sich herum - um lässig zu wirken. Freiwillig.

Es geht um einen Stock, genauer um eine ausfahrbare Stange mit Auslöser, sozusagen der verlängerte Arm des Selbstverliebten: den Selfie-Stick.

Die Ego-Porträtisten machen am Urlaubsziel zwar einen durchaus lächerlichen Eindruck, doch es geht auch vielmehr darum, vor seinen Lieben und Freunden und allen anderen (Hallo, Welt!) gut dazustehen - einfach vor jedem, der Zugriff auf Instagram, Facebook oder Twitter hat. Wer sich auf diesen Seiten höchstens am eigenen Geburtstag blicken lässt, dem werden Liveporträts aus dem Urlaub über Whatsapp aufgedrängt, zur Not auch per SMS.

Im Bild: vor der Skyline von Seoul, Südkorea

Bild: Ed Jones/AFP 3. Februar 2015, 11:322015-02-03 11:32:34 © SZ.de/sks