Kurz nach seinem Erfolg eröffnete er in Jackson eine Skischule, geködert vom Resort-Gründer Paul McCollister, der unbedingt auch den Weltcup nach Wyoming holen wollte. Es gelang: Der erste Sieger hieß Jean-Claude Killy.
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Heute hängt die Titelseite der Wild West Gazette vom März 1967 mit der Schlagzeile "Wanted: Killy alias Claude the killer" im "Stieglers" neben Autogramm-Karten von Bode Miller bis Hannes Trinkl. Der netteste Gruß stammt von Tochter Resi, die alle nur Racy nennen. Sie ist Rennfahrerin geworden, immerhin WM-Sechste vor zwei Jahren.
Die US-Amerikanerin, die mehrere Sprachen, aber kein Deutsch spricht, schrieb: "To my lovin uncle Pepi: Thanks for all the schnitzel!" Seit 1983 stehen hier in Wyoming weitgehend unbekannte Gerichte auf der Karte: Carpaccio Bolzano, Schlipfkrapfen, Mushroom Strudel, Tournedos Kaiser Franz II oder Lamm Bratl Loisl.
Hinter der Theke steht eine fesche Bedienung im Dirndl. Das Bier kommt aus München, der Jagatee aus der Mikrowelle.
All das hat Grand Targhee nicht. Schon auf dem knapp einstündigen Weg dorthin ändert sich bald die Szenerie. Bevor es den Teton-Pass hinauf geht, führt der Weg an der für ihre wilden Sonntagabende berüchtigten "Stagecoach Bar" von Wilson vorbei. Dort kommt es schon einmal vor, dass vor der Bar ein Pickup mit einem frisch abgetrennten Elchschädel auf der Ladefläche parkt. Ein paar Meilen geht es durch den Kartoffel-Staat Idaho, durch das 1500-Einwohner-Kaff Driggs und zwölf Meilen die Ski Hill Road hinauf nach Targhee.
Hier wohnt niemand. Es gibt 96 Gästebetten, zwei Cafés, ein Restaurant und eine Bar - letztere allerdings mit so abenteuerlichen Gerichten wie Chili Cheese Fries, einer monumentalen Kalorienbombe, vor der selbst die Speisekarte warnt: "It's not really health food."
Schon früher, bei den Shoshonen und Schwarzfuß-Indianern, war die Ruhe Programm. Von ihrem Häuptling Targhee ist überliefert, dass er zu denen gehörte, die nach Frieden mit den Weißen strebten. Er wurde allerdings erschlagen, der Frieden hielt nicht mehr lange. Bei der Eröffnung der Resorts 1969 erinnerte man sich des Erbes: Der erste Lift hieß Shoshone.
Seitdem sind nur drei weitere Lifte dazugekommen. Vor zehn Jahren kaufte schließlich George N. Gillett das Gebiet. Der Millionär aus Vail ist Sportliebhaber, besitzt mehrere Klubs, zum Beispiel das NHL-Eishockeyteam Montreal Canadiens sowie den FC Liverpool - und er hat vier Söhne. George III. kümmert sich um Targhee. Sein Ziel: Statt der 96 Betten soll es bald 870 geben.
Vorstellen kann und will man sich das nicht. Viel zu gemütlich geht es hier noch zu. Der Liftboy spielt Mundharmonika, im Open-Air-Jacuzzi bleibt der Cowboyhut auf dem Kopf und im Waldgebiet East Woods heißen die schwarzen Pisten The Good, The Bad und The Ugly. Doch der überzeugendste Werbespruch hängt im Büro der Tourismus-Chefin:
"Ski now, work later!"
Informationen
Anreise: United Airline fliegt von Deutschland nonstop nach Jackson und zurück ab 677 Euro
Reisearrangements: Faszination Ski bietet Flug, sechs Tage Skipass und sieben Übernachtungen im Best Western "The Lodge At Jackson" inklusive Frühstücksbuffet ab 1139 Euro. Oder im Wort Hotel inklusive Frühstück ab 1289 Euro, Adresse: Faszination Ski, Wintergasse 14, 69469 Weinheim, Tel.: 062 01/59 29 76, www.faszinationski.de
Weitere Auskünfte: Rocky Mountain International, c/o Wiechmann Tourism Service, info@wiechmann.de, Tel.: 069/25 53 82 30, www.rmi-realamerica.de
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(SZ vom 15.11.2007/kaeb)
Stockender Kita-Ausbau
Träumen, planen, reisen
Zum Artikel: Die Jackson Hole Air Force ist kein Base Jumper-Team sondern war ein geheimer Club von Skifahrern die es zu ihrem primären Ziel gemacht haben, möglichst viele Absperrungen innerhalb des Jackson Hole Ski Resorts zu missachten. Das war in den 80ern. Wird in dem gleichnamigen Film detailliert beleuchtet.
Zum oberen Kommentar: Chad Vanderham, der Skifahrer, den Doug Coombs retten wollte, ist ebenfalls tot. Nachzulesen hier: http://www.summitdaily.com/article/20060405/NEWS/60406002
Hallo liebes sueddeutsche.de Team,
wenn Ihr schon Artikel über die Gefährlichkeit des Extremskifahrens schreibt, dann recherchiert doch in Zukunft etwas oder schreibt den Artikel nicht so reisserisch. Doug Coombs ist nicht durch Skifahren an sich ums Leben gekommen, sondern vielmehr bei dem Versuch einer Person das Leben zu retten, welche auch noch am Leben ist und ebenfalls nicht durch extreme Unüberlegheit oder halsbrecherische Tricks in diese Situation geraten ist!
Vielen Dank