Rumänien wirbt mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles, von transsilvanischen Gnaden

Adel verpflichtet: Charles, der Prince of Wales, hat einen illustren Ahn: Vlad der Pfähler erlangte seine Bekanntheit als Vorlage für die fiktive Gestalt Dracula. Nun soll Charles als wiederentdeckter Sohn Rumäniens Scharen von Touristen in die transsilvanischen Berge locken.

Der britische Thronfolger ist nicht nur eine touristische Werbefigur über die Grenzen des Königreiches hinaus - sondern auch gern gesehener Gast.

(Foto: AFP)

Prinz Charles ist der Thronfolger des britischen Königshauses, eifriger Naturschützer, Ehrenoberst einiger Einheiten der britischen Streitkräfte und Schirmherr vieler wohltätiger Organisationen. So weit, so bekannt. Nun hat er eine weitere Funktion eingenommen: Er ist Werbefigur für Rumänien.

Wie der britische Telegraph berichtet, wirbt die rumänische Tourismusbehörde nun mit der Blutsverwandschaft des Prinzen mit einer sagenumwobenen Figur aus der Geschichte Rumäniens: der realen Vorlage der fiktiven Figur Dracula.

Peinlich genau dröselt die Zeitung die Verwandtschaft des britischen Thronfolgers mit Vlad III. auf, der im 15. Jahrhundert als Woiwode das Fürstentum Walachei grausam verteidigte und dafür den Beinamen "der Pfähler" erhielt.

Prinz Charles selbst scheint mit Stolz auf seine Ahnen zu blicken. Die Zeitung zitiert aus einem Fernseh-Interview mit dem Prinzen: "Die Genealogie zeigt, dass ich ein Nachfahre von Vlad dem Pfähler bin. Transsylvanien ist in meinem Blut." Für die Tourismusbehörde des südosteuropäischen Landes kommt dieses Bekenntnis wie gerufen. Auf der "World Travel Market"-Messe, die am Montag in London eröffnete, verteilt sie in einer breit angelegten Kampagne nun Broschüren und Videos mit der Werbebotschaft des blaublütigen Abkömmlings.

Er selbst geht mit gutem Beispiel voran. Seit Jahren schon setzt Prinz Charles sich für den Naturschutz in Rumänien ein. Vor sechs Jahren kaufte er ein Anwesen in Viscri (Deutsch-Weißkirch). Der Ort inmitten der transsilvanischen Hügel gehört zu Siebenbürgen. Seine Kirchenburg und die von sächsischen Höfen geprägte Dorfstruktur stehen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Zu bestimmten Terminen im Jahr steht das Anwesen des Prince of Wales als Gästehaus übrigens auch normalsterblichen Touristen offen.