Flugbegleiter in Hongkong Auf Lächel-Entzug

Der Top-Flugbegleiter ist perfekt gekleidet, stets zuvorkommend und gut gelaunt. Im Streit um höhere Gehälter kann sich das schlagartig ändern. Das beweist der Fall einer Hongkonger Airline: Ihre Flugbegleiter drohen im Tarifstreik den Passagieren mit fehlender Freundlichkeit.

Von wegen "Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Flug". Die Flugbegleiter der Hongkonger Fluglinie Cathay Pacific drohen im Kampf für Lohnerhöhungen mit Dienst nach Vorschrift.

(Foto: Philippe Lopez, AFP)

Passagiere, die in der kommenden Zeit planen mit Cathay Pacific zu fliegen, sollten nicht empfindlich sein. Im Streit um eine Lohnerhöhung haben die Flugbegleiter der Hongkonger Airline mit sturem Dienst nach Vorschrift gedroht: So könnten die Passagiere bald nicht mehr angelächelt werden, auch werde möglicherweise kein Alkohol mehr serviert, sagte der Generalsekretär der Flugbegleiter-Gewerkschaft, Tsang Kwok-fung, der Nachrichtenagentur AFP.

Auch würden die Servicekräfte konsequent zu großes Gepäck ablehnen und damit möglicherweise den Abflug verzögern. Für die Passagiere bedeuteten die Maßnahmen, dass sie "einen Fünf-Sterne-Preis bezahlen, um einen Drei-Sterne-Service zu bekommen", sagte Tang. Die Arbeitnehmer drohten zudem mit einem Vollstreik an Neujahr, falls das Unternehmen nicht an den Verhandlungstisch zurückkehre.

Die Gewerkschaft fordert ein Lohnplus von fünf Prozent, die Fluggesellschaft hatte im vergangenen Monat jedoch lediglich zwei Prozent angekündigt. Cathay Pacific hat in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von umgerechnet knapp 94 Millionen Euro eingefahren, was unter anderem mit hohen Kerosinpreisen begründet wurde.