Bei deutschen Fluglinien dürfen Kinder künftig im mitgebrachten Autositz reisen - die Sache hat allerdings einen Haken.
Bei Flügen mit Kleinkindern mussten Eltern bislang heftig improvisieren. Kinder unter drei Jahren kamen auf den Schoß und wurden dort mit einem Schlaufengurt festgeschnallt oder - bis vor kurzem - einfach festgehalten. Das war weder bequem noch sicher, etwa bei schweren Turbulenzen oder gar einer Bruchlandung.
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Und in den Mitgliedsländern der Europäischen Union galten auch noch unterschiedliche Vorschriften. Dass man den eigenen Auto-Kindersitz mitbringen und ins Flugzeug schnallen könnte, wird seit langem diskutiert.
Auf sanften Druck der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA hin haben die deutschen Fluggesellschaften nun eine Liste der Sitze erstellt, die sie an Bord akzeptieren. Mitgemacht haben bereits Air Berlin, TUI-fly, Condor, Cirrus und Germania.
Lufthansa, die eine Flotte mit vielen unterschiedlichen Flugzeugtypen betreibt und viel durchrechnen muss, will bald folgen.
Die Eltern können somit bei den deutschen Airlines künftig wählen, ob sie mit ihrem Sitz oder ohne fliegen wollen. Der Haken an der Sache, vom zusätzlichen Ballast mal abgesehen: Wer sicher sein will, dass sein Kind wirklich im Autositz fliegt, muss einen zusätzlichen Platz im Flugzeug bezahlen.
Bleibt keiner frei, muss der Autositz zum Gepäck und das Kind wieder auf den Schoß. Hintergrund der neuen Regelung ist ein jahrelanger Streit darüber, wie Kleinkinder sicher befördert werden können. Das deutsche Luftfahrtbundesamt etwa lehnte den Schlaufengurt wegen Sicherheitsbedenken ab, der TÜV Rheinland kam in Studien zu ähnlichen Ergebnissen.
Trotzdem musste Deutschland den Gurt im vergangenen Jahr auf Druck der Europäischen Kommission zulassen. Die EASA hofft nun, dass sich andere europäische Airlines das Vorgehen ihrer deutschen Kollegen zu Herzen nehmen und ebenfalls Kindersitze erlauben.
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(SZ vom 3.12.2009/kaeb)
Träumen, planen, reisen
"Auch Autokindersitze bringen in praxi nichts, weil bei ordentlichen Turbulenzen, Notlandungen bzw. Abstürzen Kräfte walten, die durch nichts mehr gehalten werden können. "
Das sehe ich anders. Ein festgeschnallter Autokindersitz sollte sogar besseren Schutz bieten als ihn ein Erwachsener im Flugzeug hat.
Übrigens ist eine der Hauptgefahren ein simpler Zusammenstoß des Flugzeugs am Boden.... Aber noch vieeel gefährlicher ist die Anfahrt zum Flughafen:-)
Das Problem ist doch der freie Sitzplatz, der dann nicht anderweitig verkauft werden kann. Den werden viele Eltern nicht bezahlen wollen und die Airlines natürlich nicht umsonst hergeben wollen.....
wenn man an Schizophrenie leidet, wenn man die Logik der Fluggesellschaften verstehen will. Warum nicht klar und eindeutig. Auch Kleinkinder müssen einen Platz bezahlen und bekommen dafür die Sicherheitsausrüstung. Ansonsten kann ich Herrn Urban Ibarras nur zustimmen.
So unsicher der sog. "Schlaufengurt" auch ist - er ist immer noch um Meilen besser als die ansonsten bisher im Flugzeug übliche Sicherung für Kleinkinder: nämlich gar keine!
Es ist ein offenes Geheimnis, dass Kleinkinder im Flieger in Notfällen so gut wie keine Überlebenschancen haben.
Kann das Kleinkind irgendwie auf dem Schoß gehalten werden, hat es allerbeste Chancen vom Körper des Elternteils, der beim Aufprall zusammenklappt, zerquetscht zu werden.
Bei mehreren Kindern reicht es allenfalls für das Lieblingskind.
Auch Autokindersitze bringen in praxi nichts, weil bei ordentlichen Turbulenzen, Notlandungen bzw. Abstürzen Kräfte walten, die durch nichts mehr gehalten werden können.
Bereits sog.Turbulenzen können ausreichen, die gar nicht mal schwer sein müssen.
Letztens erstickte eine Mutter ihr vier Wochen altes Kind während des Fluges, weil sie beim Stillen eingeschlafen war.
Flugreisen und kleine Kinder - das sollten sich alle Eltern sehr gut überlegen.
Ist das der gewünschte Einfluss der übergeordneten Instanz EU? Dass unzureichende Sicherheitsmaßnahmen zugelassen werden müssen, weil es die Komission sagt?