Von der "Costa Concordia" gerettete Passagiere berichten, dass sie um die Plätze in den Rettungsbooten regelrecht hätten kämpfen müssen. Der Grundsatz "Frauen und Kinder zuerst" sei vielfach ignoriert worden. Doch diese Regel war niemals rechtlich verbindlich.
Dramatische Szenen müssen sich bei der Evakuierung der Costa Concordia abgespielt haben. "Jeder wollte in die Rettungsboote rein", erzählt eine gerettete Passagierin. "Es wurde geschubst und Ellenbogen eingesetzt." Jeder sei sich selbst der Nächste gewesen und von der Crew habe es widersprüchliche Informationen und wenig Hilfestellung gegeben.
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Dass Frauen und Kinder als Erste gerettet werden sollen, geht auf den Untergang der HMS Birkenhead aus dem Jahr 1852 zurück. Der Truppentransporter der britischen Marine sank vor der Küste Südafrikas, nachdem er einen nicht in den Seekarten verzeichneten Felsen gerammt hatte. Oberstleutnant Alexander Seton gab das Kommando, die an Bord befindlichen Frauen und Kinder zuerst in die viel zu wenigen Rettungsboote zu lassen. Alle überlebten, viele der Soldaten dagegen starben.
Alle Passagiere sollen gerettet werden
Auch beim Untergang der Titanic 1912 hielten sich viele mit der Evakuierung betraute Offiziere an die Birkenhead-Regel. Deutlich mehr Frauen und Kinder als Männer überlebten. In den internationalen Statuten über die Sicherheit des menschlichen Lebens auf See (SOLAS), die daraufhin erstmals 1914 formuliert wurden, geht es um die Mindestanforderungen, die Schiffe hinsichtlich Bauweise, Ausrüstung, Betrieb und Sicherheit erfüllen müssen. Mehrfach modifiziert ist in der seit 1980 geltenden Fassung zum Beispiel genau vorgeschrieben, dass jedes Schiff über eine Rettungsboot-Kapazität von 125 Prozent verfügen muss. Das heißt, es muss mindestens fünf Plätze für vier Passagiere geben. Von der Regel "Frauen und Kinder zuerst" steht dort allerdings nichts. Die von der International Maritime Organization erlassenen Bestimmungen sind darauf ausgerichtet, dass möglichst alle Passagiere ein Schiffsunglück überleben.
Robert Ashdown, technischer Direktor des Europäischen Kreuzfahrt-Verbandes (European Cruise Council) erklärte in der britischen Tageszeitung Guardian, dass die Birkenhead-Regel immer eine ungeschriebene, niemals aber eine rechtlich verbindliche Regel gewesen sei. Die einzige Passagiergruppe, die bei der Evakuierung nach den SOLAS-Bestimmungen bevorzugt wird, sind Passagiere mit Behinderungen. Für sie muss es speziell angepasste Rettungsboote geben. Sobald diese Kreuzfahrt-Gäste an Bord gekommen sind, wird ihnen ihr Rettungsweg und das ihnen nächstgelegene Rettungsboot gezeigt. Dort enden die rechtlichen Bestimmungen für behinderte Passagiere - um tatsächlich ins Boot zu gelangen, seien sie auf die Hilfe der Crew oder anderer Passagiere angewiesen. "Anderen in einer dramatischen Krisensituation zu helfen oder den Vortritt zu lassen, ist kein Verhalten, das man rechtlich vorschreiben kann", so Ashdown.
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Träumen, planen, reisen
... diese Gender-Diskussion in diesem Zusammenhang überhaupt nicht. Ich war zum Glück noch nie auf einem untergehenden Schiff, aber ich könnte mir vorstellen, dass viele freiwillig länger an Bord bleiben um noch zu helfen. Man kann doch sicherlich davon ausgehen, dass unter den Passagieren auch viele Ärzte, Krankenschwestern, Feuerwehrler oder sonstige Personengruppen sind, die in der Situation helfen können und auch gebraucht werden? So ergibt schon die reine Logik, dass z.B. Kinder und Schwächere zuerst evakuiert werden.
Junge Junge, Verküpfungen werden hier erstellt das einem die Ohren schlackern - sorry aber wer hier irgendwie von ungeschultem und sowieso unterbezahlten Personal anfängt und damit irgendwelche Gesellschaftskritiken anfängt sollte ggf mal das Wort "Pietät" googlen - könnte helfen.
Ich möchte - wie bereits von anderen vorher erwähnt - mal kurz darauf hinweisen, dass derzeit die maximale Anzahl der Todesopfer unter 50 bleiben dürfte was kaum mehr als 1% der an Bord befindlichen Personen ausmacht. Ergo sing 99% aller Menschen an Bord gleich welchen Geschlechts, Alters, der Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung gerettet worden. Das ist im Vergleich zu anderen Schiffsunglücken ein verdammt guter Wert - auch wenn man nicht vergessen sollte, das jeder Tote einer zu viel ist.
Hier zu orakeln warum einige Menschen diese Katastrophe leider nicht überlebt haben ist ziemlich anstandslos - vielleicht sollte man ob der Opfer dieses Unglückes einfach mal ruhig sein und hinterher Schlüsse ziehen anstatt sich in Sensationsgier und Kritikgeilheit zu ereifern...
so far
Das Thema hat mich interessiert und ich habe etwas recherchiert um zu sehen ob sich die Aussage "Frauen und Kinder zuerst" in irgendeiner Form mit Fakten untermauern lässt.
Bisher scheint dies nicht der Fall zu sein. Meine Recherchen können Sie in meinem Blog nachlesen: http://www.robert-hennig.de/blog/2012/01/17/wer-denn-nun-zuerst/
dass viele Leute alles besser wissen, obwohl sie nicht dabei waren und es noch gar keinen Untersuchungsbericht gibt.
"Frauen und Alte zuerst" - ist ein Mythos, der spätestens mit der Gleichberechtigung und Alterdiskrimierung beerdigt gehört. Gleiche Rechte bedeute auch gleiche Pflichten.
Das tragische an dem Unglück ist aber, wenn es denn stimmt, dass die Crew nicht richtig geschult war, und auch die Passagiere bei der Sicherungseinweisung vielleicht auch nicht aufgepasst haben.
Es ist aber schon eine Leistung über 4000 Leute aus einem kenternden Schiff zu evakuieren. Was die Todesursache der Leute anbetrifft, sollte man erst einmal die Untersuchungsergebnisse abwarten und sich dann erneut aufregen -- über was auch immer
Mit so einem Unsinn eine Quote einzufordern ist schwachsinnig - nun gut, die Quote an sich ist es schon.
Es gibt Dinge, die Frauen tendenziell lieber tun und andere, bei denen das auf Männer zutrifft.
Und wenn trotz aller illegitimen Frauenbevorzugungsmechanismen, die es heute gibt, ein bestimmtes Berufsfeld wie etwa Bergbauingenieurwesen oder Dachdeckerei nicht von Frauen frequentiert wird, dann ist das Sache der Frauen.
Und ob man einen Job bekommt oder nicht darf sich genausowenig daran orientieren, ob man zufällig einer Gruppe angehört, die sich irgendeine Quote erpolitisiert hat!
Wer so etwas fordert, hatte meist mit eigenen Mitteln nicht allzu viel Erfolg!
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