Essaouira in MarokkoWinde des Wahnsinns

Essaouira gilt als Afrikas "Windhauptstadt". Ein Traum für Surfer, manchmal ein Albtraum für Strandurlauber. Schließlich heißt es, die Winde könnten einen durchdrehen lassen. Doch seit 2000 Jahren zieht die pittoreske Medina Eroberer und Liebhaber an: Von Phöniziern über Römer und Piraten bis zu Jimi Hendrix und den "Rolling Stones".

Essaouira an der Küste Marokkos gilt als Afrikas "Windhauptstadt", was Surfern aus aller Welt gefällt, Strandurlaubern manchmal weniger - es heißt, die Winde könnten wahnsinnig machen. Dabei können sich die Touristen in die pittoreske Altstadt zurückziehen. Einen besonderen Charme hat das alte jüdische Viertel - zumindest tagsüber. Eine Bilderreise von Marcel Burkhardt

Yassine El Kradsi liebt Essaouira, denn in keiner anderen Küstenstadt Marokkos bläst der Wind so kühl und stetig wie hier. "Hier kann ich frei atmen, hier fühle ich mich lebendig - das ist meine Stadt", sagt der Mittzwanziger, der sein Geld im 170 Kilometer östlich gelegenen Marrakesch verdient, indem er das Haus eines deutschen Architekten hütet und instand hält. Doch so oft wie möglich fährt er aus dem heißen Landesinneren an den Atlantik, um Freunde zu besuchen, die Nächte durchzufeiern und um dann in den Ruinen des alten jüdischen Stadtviertels ungestört einen neuen Tag mit einem Spezial-Frühstück zu beginnen: gegrillten Sardinen in frisch gebackenem, duftend warmem Fladenbrot, dazu Tomatenscheiben und dicke Zwiebelringe. "Das musst du probiert haben", sagt Yassine El Kradsi, "so frisch wie hier kriegst du das nirgends." Und es schmeckt sehr gut - sogar um sieben Uhr morgens. Die Sardinen und einen großen Wolfsbarsch hat er gerade erst im Hafen von Essaouira geholt, wo die ...

Bild: Burkhardt 21. November 2011, 14:412011-11-21 14:41:23 © sueddeutsche.de/Burkhardt/kaeb/lala