Die Bahn will künftig auch in Regionalbahnen die Möglichkeit anbieten, einen Platz zu reservieren - doch der Plan hat noch einen Haken.
Bislang müssen vor allem Pendler jeden Morgen ein Glücksspiel mitmachen, auf das sie eigentlich gar keine Lust haben: Ist in ihrem Regionalzug zur Arbeit ein Sitzplatz frei - oder müssen sie stehen? Das soll sich nach dem Willen der Deutschen Bahn ändern.
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Wann es allerdings auf welchen Strecken so weit ist, steht noch nicht fest. Der Grund: Die Regionalbahnen werden nicht von der Deutschen Bahn allein betrieben, sondern mit Partnern in regionalen Verkehrsverbünden - und die haben bei einem Ausbau der Serviceangebote mitzureden.
Zunächst soll in Pilotprojekten auf einzelnen Strecken eine Sitzplatzreservierung eingeführt werden. Es stehe allerdings noch nicht fest, welche Strecken das sein werden und welche Kosten bei der Reservierung entstehen. Eine Sprecherin der DB Bahn Regio geht davon aus, dass spätestens Ende März konkretere Pläne vorliegen werden.
Die Lösungen können regional sehr unterschiedlich aussehen. Das liege daran, dass die Verkehrsverträge mit den Ländern jeweils anders ausgestaltet seien. Zudem müssten Faktoren wie die Beschaffenheit der Fahrzeuge oder das Fahrgastaufkommen geprüft werden. Gewünscht werde der Service vor allem von regelmäßigen Fahrern, also Pendlern.
Einfluss nehmen könnten auch die Auftraggeber des Regionalverkehrs, meist die Bundesländer.
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Mit der Situation im Allgäu-Express bin ich jetzt leider nicht so vertraut, dafür aber bestens mit den Regionalexpressen der Strecke Köln - Düsseldorf - Duisburg - Dortmund. Wo die Züge oft ohnehin schon über die Maßen ausgelastet sind, wären Reservierungen schlichtweg Irrsinn (wie python11 schon anschaulich beschrieben hat).
Außerdem finde ich schon den Ansatz falsch: Wenn ich Dauerkunde bei der Bahn bin, möchte ich prinzipiell Anspruch auf einen Sitzplatz haben, ohne dass ich dafür gesondert bezahlen muss. Und dass die Antwort der Bahn darauf der "Service" der Sitzplatzreservierung und nicht etwa die Schaffung zusätzlicher Verbindungen oder zumindest Sitzplätze ist (wer braucht 1. Klasse-Wagen im Regionalverkehr?), finde ich gelinde gesagt unverschämt.
Ja sicher... im Regionalverkehr...
Selbst wenn das zutrifft was Sie behaupten, dann wäre der Ansprechpartner der Besteller und nicht der Betreiber, in Bayern wäre dass die BEG. Das Nahverkehr vom Staat ausgeschrieben wird und zwar haarklein vom Takt bis zum Rollmaterial ist anscheinend noch nicht angekommen, hm?
"Was haben Sie denn? Die Regionalzüge waren hierzulande selbst im schneereichsten Dezember seit Jahrzehnten recht stabil unterwegs... "
Das stimmt tatsächlich. Ich habe im Dezember einen Bahnsprecher im Radio gehört:
"Die Regionalzüge sind momentan fast alle planmässig unterwegs. Der Regionalverkehr wurde eingestellt" (Nahezu O-Ton und das war ernst gemeint! )
Man muß nur die richtigen Maßnahmen ergreifen, dann läufts wieder rund...
Naja jetzt schauen wir mal...
Im Arriva Länderexpress (vormals: Allgäu Express) ist es so, dass man als Inhaber einer Jahreskarte 30€ pro Jahr berappen muss um einen Stammplatz zu bekommen, bestellt man diesen gleich mit der Jahreskarte mit, gibts ihn kostenfrei.
Selbst 30€ pro Jahr für einen garantierten Sitzplatz zweimal täglich finde ich ehrlich gesagt nicht so dramatisch, je nach dem wie weit man fährt...
Die Idee ist super, wer demnächst ein Auto kauft, muß die Sitze extra bezahlen, das ist dann auch Sonderausstattung. Selbst die Automobilindustrie, denen sonst auch viel einfällt um den Kunden über Sonderleistungen das Geld aus der Tasche zu ziehen ist nicht auf eine solche Idee gekommen, aber die Bahn.
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, daß die Bahn sich bemüht ihre Kunden in einem annehmbaren Zustand - also sitzend - von A nach B zu bringen. Statt dessen kommt sie auf die Idee für eine Selbstverständlichkeit die Kunden zahlen zu lassen, anstatt zu versuchen den Mangel der überfüllten Züge abzuschaffen.
Diese Idee beweist wieder einmal auf welchem minialsten Niveau sich bei der Bahn Service und Kundenorientierung befinden.
Vor allem hat damit die Bahn keinerlei Interesse mehr nicht mit überfüllten Zügen zu fahren, denn nur bei überfüllten Zügen verdienen sie jetzt noch zusätzlich. Die Folge sind weitere Ausdünnung von Verbindungen und noch höhere Fahrpreise für noch schlechteren Service. Die Bahner bringen es immer wieder fertig, daß wenn man denkt schlechter geht es nicht mehr, noch einen drauf zu legen - Respekt.
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