Wer sein Bahnticket am Computer bucht, zahlt unter Umständen mehr als nötig. Die Bahn gibt dem eigenen Buchungssystem die Schuld.
Fahrgäste, die online ein Zugticket buchen wollen, zahlen bei der Deutschen Bahn drauf - wenn sie zu ungeduldig sind. Entscheidet sich der Kunde mit Zeitdruck bei der Hinfahrt für den Normalpreis, so werden ihm für die Rückfahrt keine Rabattmöglichkeiten mehr angezeigt, auch wenn die billigen Plätze noch nicht ausgebucht sind.
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Der ausgebuffte Fahrgast aber kann das System überlisten. Wer Hin- und Rückfahrt getrennt bestellt, also in zwei separaten Buchungsvorgängen, bekommt Rabatte wie Sparpreise angezeigt, und er kann sie auch buchen. Ein Bahnsprecher bezeichnete dies als "systembedingt".
Der Normalpreis für ein Bahnticket wird in der Regel dann fällig, wenn der Kunde ohne Zugbindung reisen, also jederzeit in einen beliebigen Zug zu seinem Reiseziel steigen können möchte. Auch wenn er sich weniger als drei Tage vor Reiseantritt zum Ticketkauf entschließt, muss er den Normalpreis zahlen. In diesen Fällen zeigt ihm das Online-Buchungssystem für eine Rückfahrt keine Rabattmöglichkeiten an, auch wenn der Kunde dann eine Zugbindung akzeptieren will.
Der Computer lässt keine Wahl
Konkretes Beispiel: Der Bahnkunde will morgen von Berlin nach Frankfurt am Main fahren und vier Tage später zurück. Für die Hinfahrt hat er gemäß den Bahn-Bestimmungen weder am Schalter noch am Automaten noch bei der Online-Buchung eine Wahl: Er muss den Normalpreis nehmen, in diesem Fall 113 Euro (2. Klasse ohne BahnCard). Klickt der Kunde nun die Option "Rückfahrt hinzufügen" an, lässt ihm der Computer ebenfalls keine Wahl: Er weist nur Tickets aus, die den vollen Normalpreis kosten. Dabei liegt die Rückfahrt mehr als drei Tage in der Zukunft, was dem Nutzer ein Sparpreis-Ticket ermöglichen würde.
Bestellt der Bahnkunde dagegen beide Fahrten in separaten Buchungsvorgängen, werden diese Rabattmöglichkeiten angezeigt. Im konkreten Fall kann der Preis von 113 auf 89 Euro sinken - mehr als 20 Prozent. Angeboten wird sogar ein Umstieg in die 1. Klasse zum Preis von 109 Euro, also vier Euro oder knapp vier Prozent billiger als das 2.-Klasse-Normalpreis-Ticket.
Zwei Preiskategorien, zwei Fahrscheine
Ein Bahnsprecher begründete dieses Fehlen von Rabattinformationen damit, dass es "systemisch" nicht möglich sei, zwei verschiedene Preiskategorien auf einem Fahrschein auszudrucken. "Einmal ohne, einmal mit Zugbindung geht nicht", sagte er. Er riet den Bahnkunden, die Fahrten in solchen Fällen separat zu buchen.
Am kommenden Wochenende tritt der neue Jahresfahrplan der Deutschen Bahn AG in Kraft. Er bringt im Fernverkehr erstmals seit langem keine Preiserhöhungen. Im Nah- und Regionalverkehr steigen die Preise um durchschnittlich 1,9 Prozent.
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(Thomas Rietig, dapd)
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Es ist systembedingt, da das System der Bahn darin besteht, den KundInnen Informationen über preisgünstigere Tickets vorzuenthalten.
... wenn es auch schwerer geht?!
Was bitte ist an der einfachen Formel: Entfernungskilometer mal Kilometerpreis (nebst feststehenden Zuschlägen für Platzreservierung, Zugart, Feier- und Sonntage sowie feststehendem Abzug für das Vorbuchen) so schlimm, das sie für die Verantwortlichen der Bahn absolut nicht in Frage kommt?
Könnte es sein, das der gemeine Fahrgast auf diese Art zu leicht feststellen könnte, wie teuer Bahnfahren mittlerweile geworden ist?
ist der Winter auch jedes Jahr ein überraschendes Hindernis für die Bahn. Und der Sommer erst...
Das ist zweifellos ein Systemfehler, denn der Fehler liegt im System.
Nämlich in dem System, nach dem solche Projekte üblicherweise durchgeführt werden.
Ein überbezahlter, aber fachlich unbelasteter Projektleiter bekommt einen Auftrag, den er nicht wirklich versteht, sucht sich vermeintliche Fachleute zusammen, die ein fest gefügtes Weltbild aus Irrtümern haben und gemeinsam schaffen sie ein Gebilde, das niemand wirklich brauchen kann. Und wenn es abgeliefert ist, ist der Zug schon abgefahren. Somit sind solche Fehler systembedingt.
Ich wage zu bezweifeln, dass es sich hier um einen Systemfehler handelt. Ich vermute vielmehr Absicht dahinter, schließlich ist das Geschäft für die Bahn so besser. Solche Fälle abzubilden kann nämlich nicht so schwer sein.
Das ist genau dasselbe, wie mit den Sparpreisen, gleich zu Beginn der Vorausbuchungsfrist für einen Tag. Versucht man, kurz nach 0:00 Uhr zu buchen, so gibt es meistens nur die teuereren Spartickets, so ab 49,00 € aufwärts. Schaut man dann ein paar Stunden später im Verlaufe des Vormittags rein, so sind - oh Wunder - plötzlich Plätze für 29,00€ zu bekommen. Wenn man sich bei der Bahn mit dem Hinweis auf die Angebotsbedingungen beschwert, dann bekommt man die Stornierungsgebühr für das teuere Ticket erstattet mit der ellenlangen Entschuldigung, dass man auch nicht wüßte, worum dieser Systemfehler aufgetreten ist.
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