In Costa Rica gefällt es Touristen so gut, dass viele bleiben wollen. Nun fühlen sich die Einheimischen so fremd im eigenen Land, dass die Regierung keine Visa mehr ausstellt.
Costa Rica ist ein Disneyland für Naturliebhaber. Direkt neben der Küstenstraße klettern Nasenbären durch den Urwald. Eine Viertelstunde vom Parkplatz entfernt kracht ein Wasserfall in einen natürlichen Swimmingpool.
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(© Grafik: Thiessat)
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Nachts brüllen Affen hinter der Hütte am Strand. Ein riesiger blauer Schmetterling verfängt sich in einem Spinnennetz.
Menschen gibt es auch, aber die fallen kaum auf.
Die Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica habe ich im Dunkeln überquert. Der letzte Bus ins Land fährt in einer Viertelstunde.
Ich lasse mir von Gustavo helfen, einem zehnjährigen Jungen. Ich habe dazugelernt und weigere mich, die erfundene Aufenthaltssteuer zu bezahlen. An der Ausreisestelle von Nicaragua arbeiten die Grenzbeamten mit Computern. Das hilft nichts, weil der Strom ausgefallen ist.
Gustavo schleust mich an einer Schlange vorbei, die aus mehreren hundert Menschen besteht. Ich bekomme den Stempel und böse Blicke. Später erklärt mir Gustavo, dass er fünf Dollar braucht, um sie mit dem Beamten zu teilen.
Wie man das hier nennt, frage ich. "Chorizo", antwortet Gustavo. Es regnet. In Costa Rica bekomme ich meinen Stempel schnell. Der Bus ist trotzdem weg. Gustavo hilft weiter.
Im Schnellimbiss finden sich zwei Männer, die mich für zehn Dollar in die nächste Stadt mitnehmen wollen. Wir einigen uns auf sieben Dollar und eine Fahrt bis nach Kana. Das sind ungefähr zwei Stunden.
Bald trocknet die Luft. Der Vollmond geht auf. Am nächsten Tag ist Mondfinsternis. In Kana setzen mich die Fahrer vor dem "Gran Hotel" ab und warnen mich davor, alleine herumzulaufen.
Der Rezeptionist im "Gran Hotel" nimmt drei Dollar für das Zimmer, steckt sie in die Tasche seines grünen Trainingsanzugs und fragt mich, ob ich ein Mädchen brauche.
Zwei arbeitsbereite Damen warten im Fernsehraum. Drei Minuten verbringe ich in der Dusche, dann klopft der Rezeptionist und erklärt mir, dass andere Gäste auch duschen wollen. Ich besuche das chinesische Restaurant gegenüber.
In der Nacht kracht ein betrunkenes Paar in mein Zimmer.
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