Zahlen des Innenministeriums Politisch motivierte Straftaten steigen stark an

Bundesinnenminister Thomas de Maizière zeigt sich besorgt über einen starken Anstieg politisch motivierter Delikte. Vor allem Straftaten aus dem linken Spektrum häufen sich demnach.

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Deutschland haben im vergangenen Jahr stark zugenommen. Insgesamt seien 31.645 politisch motivierte Straftaten und 2848 Gewalttaten registriert worden, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Dies entspricht bei den Straftaten einer Steigerung von 15,3 Prozent und bei den Gewalttaten um 15,6 Prozent.

Minister Thomas de Maizière äußerte sich besorgt. Mit etwa 40 Prozent stiegen vor allem die Straftaten, die dem linken Spektrum zuzuordnen sind, überdurchschnittlich. Fremdenfeindliche Delikte stiegen um 11,2 Prozent. Knapp neun Prozent aller politisch motivierten Taten standen nach Angaben des Ministeriums im Zusammenhang mit der Bundestagswahl.

Härtere Strafen bei Verbrechen aus Hass

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Zu 60 Prozent handelte es sich um Sachbeschädigungen wie etwa Zerstörungen oder das Beschmieren von Wahlplakaten. De Maizière sagte, die Zunahme der Gewaltdelikte bereite ihm Sorge. "Der Verweis auf die Bundestagswahl darf kein entschuldigendes Argument sein", sagte der CDU-Politiker. Zugenommen habe auch die Brutalität der politischen Gewalttäter. So wurden vergangenes Jahr durch diese Übergriffe 1873 Personen verletzt. Das sind 283 mehr als im Vorjahr.