Sänger Xavier Naidoo rechnet mit der Kanzlerin ab, erinnert sich an Partys in der DDR zur Wendezeit und erzählt von erlittenem Rassismus in seiner Kindheit.
sueddeutsche.de: Südafrika, Indien, Irland: Herr Naidoo, Ihre Ahnen kommen aus der ganzen Welt, Sie sehen sich vor allem als Mannheimer Bürger. Wie kam es dazu?
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Geboren in Mannheim und "froh über Deutschland": Xavier Naidoo (© Foto: Alexander Laljak)
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Xavier Naidoo: Meine Familie geht wohl als ein Beispiel gelungener Integration durch. Ich bin ja in Mannheim geboren und in einem Vorort namens Wallstadt aufgewachsen. Meine Mutter hat dafür gesorgt, dass unsere Familie keine Außenseiterrolle spielte. Bei uns lief viel über die Kirche: Meine Eltern sind beide katholische Südafrikaner, meine Mutter engagierte sich im Kirchenchor, mein Vater ging zum Männergesangsverein, dem ich dann mit 14 auch beigetreten bin - und schon war man mittendrin statt nur dabei. (lacht)
sueddeutsche.de: Sie betonen immer wieder, ein Schwarzer zu sein - warum?
Naidoo: Solange es diese Unterteilungen gibt, solange sich Weiße Weiße nennen, nenn ich mich Schwarzer. Schon als Kind habe ich bei Besuchen in Südafrika gemerkt, wie deutlich zwischen Hautfarben unterschieden wird.
sueddeutsche.de: Wurden Sie in Deutschland diskriminiert?
Naidoo: Bis zu einer gewissen Zeit habe ich einiges ertragen müssen. Als Kind war das manchmal schon schlimm.
sueddeutsche.de: Können Sie ein Beispiel nennen?
Naidoo: Na, da gab es die Bezeichnung LENOR, eigentlich der Name eines Waschmittels, in meinem Fall aber die Abkürzung für "LeibEigener Neger Ohne Rechte". Manchmal musste ich zu den Großen kommen, die haben mir dann in die Hand oder auf den Kopf gespuckt.
sueddeutsche.de: Haben Sie sich gewehrt?
Naidoo: Später schon, aber erstmal nicht, vieles habe ich geschluckt. Auf dem Heimweg habe ich 'ne Träne verdrückt. Ich hatte da kein Mittel dagegen, bei meiner Mutter wollte ich nicht petzen. Sie hätte sich nur aufgeregt und wäre dann zu den Leuten hin - für mich war das eine sehr unangenehme Vorstellung.
sueddeutsche.de: Heute sind Sie ein Star. Wie ist es, wenn Sie den Leuten begegnen, die Sie damals schikanierten?
Naidoo: Ich habe einen Mann wiedergesehen, der früher abfällig mit mir geredet hatte. Das kam sofort wieder hoch: Der Typ hat eine Tochter, die so alt ist wie du, und nannte dich "Bimbo", vor allen anderen Kindern! Aber dann bemerkte ich, wie gebrechlich und krank er ist, er hat ein Alkoholproblem. Da muss man sich dann auch nicht mehr rächen.
sueddeutsche.de: Nach ähnlichen Erfahrungen wenden sich viele Menschen mit Migrationshintergrund von Deutschland ab - bei Ihnen ist das anders: Sie sind Mannheimer Lokalpatriot und singen auf Ihrem neuen Album: "Deutschland ist ein Land der Ehre." Wie entstanden bei Ihnen solch starke Gefühle?
Naidoo: Für mich war die Sprache der Schlüssel. Deutsch begeistert mich: Diese Tiefe, dieser Reichtum, diese Deutlichkeit. Bildlich gesprochen: Ich knie nieder vor dieser Sprache. Sie ist ein Geschenk. Und das dazugehörige Land kann ja so schlecht nicht sein, im Gegenteil: Deutschland ist schön. Ich habe es lieben und schätzen gelernt. Sehen Sie sich andere Länder an: Da liegt einiges mehr im Argen.
sueddeutsche.de: Doch in keinem anderen Land hat der extreme Nationalismus, haben Rassismus und Menschenhass solch furchtbare Folgen gehabt wie hier.
Naidoo: Das bestreitet ja auch niemand. Aber Deutschland hat seine schlimmen Zeiten hinter sich. Es ist falsch, wenn andere mit dem Finger auf unser Land zeigen und von den "bösen Deutschen" sprechen. Was den Umgang mit Menschen angeht, die ihre Wurzeln im Ausland haben, ist unsere Gesellschaft inzwischen weitgehend offen. Länder wie Großbritannien, Südafrika und die USA habe ich teilweise wesentlich rassistischer, viel verschlossener und ghettoisierter erlebt. Die Diskriminierung, die ich als Kind erfahren habe, war im Vergleich dazu weit weniger schlimm.
sueddeutsche.de: Waren es diese Erfahrungen, die Sie zu einem politischen Menschen gemacht haben?
Naidoo: Nicht nur das. Seitdem ich denken kann, interessiere ich mich für Politik, ich bin da durch meine Eltern geprägt. Zuhause guckten wir immer das "Auslands-Journal", die "Tagesthemen" und andere politische Sendungen. Jeden Abend saß ich vor den Fernsehnachrichten und ich habe sie gerne gesehen. Eigentlich hatten wir immer die Hoffnung, etwas über Südafrika zu erfahren, doch auf diese Weise bekam ich auch von allen möglichen anderen politischen Themen was mit.
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Also ich finde die Beiträge von Xavier Naidoo richtig gut! Ich wusste bis heute nicht was in diesem Mann alles steckt!!! Für mich gehört er in die Politik!!!Ja,er hat zwar schon viel zu melden,durch seine Liedtexte berührt er viele Menschenherzen. Aber wenn man Xavier mehr zuhören würde, könnte er noch mehr positives in Deutschland und in der Welt bewegen!=)
Mich hat er inspiriert!!! Dankeschön auch!
Wir haben im schlimmsten Leid, auf der Suche nach Glauben, nach dem Mord an unserer Tochter lernen dürfen, dass es nach dem Tod keine Hautfarbe, kein Geschlecht, keine Rasse, bzw. Staatenzugehörigkeit mehr geben wird.
In Johannes 4, 24 konnten wir lesen:
"Gott ist Geist, und die ihn anbeten,
die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten".
Uns hat es getröstet, zu wissen, dass es nach dem Tod einen Ausgleich geben wird, für all dies Leid hier auf Erden, aber auch Bestrafung, für das Unrecht, für das Böse, für Mord und Totschlag.
Paulus schreibt im 2. Korintherbrief 5, Vers 10:
"Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi,
damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten,
sei es gut oder böse".
Xavier Naidoo hat bestimmt viele jungen Menschen durch seine Texte, durch seine Musik zum Nachdenken gebracht und sicherlich auch eine Änderung ihres Lebens bewirkt.
Danke dafür.
Uns haben nach dem Mord an unserer Tochter die Texte von Xavier Naidoo in unserem Leid und Schmerz sehr geholfen. Wir haben lernen dürfen, obwohl wir vorher nur Namenschristen waren, dass es mehr gibt, als dieses sichtbare Leben.
http://www.youtube.com/user/Melanielebt#p/u/2/8LufsVa2Brc
http://www.youtube.com/user/Melanielebt#p/u/4/KDzpCMUYnB0
Uns hat dies alles geholfen, keine Selbstjustiz zu üben, vor der ich als Vater, kurz davor stand. Jesus hat uns durch seinen Tod und seine Auferstehung gezeigt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.
Wir konnten in der Bibel lesen:
"Satan ist der Fürst der Welt".
Jesus sagt aber:
"Mein Reich ist nicht von dieser Welt".
Unser Trost in unserem Leid, dass es eine "sichtbare und eine unsichtbare Welt" gibt,
so wie dies Paulus im 2. Korintherbrief 4, 18 schrieb:
".....uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare.
Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig".
Jesus sagt in Lukas 17, 21:
"Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch".
Uns tröstet es zu wissen, dass es dem Mörder unserer Tochter nicht gelungen ist, sie zu töten.
Es gibt immer noch Musikstücke, die mir gefallen. Aber mehr als ein paar Stücke kann ich nicht hören, sonst bin ich Selbstmordgefährdet.
Seine Ansichten gefallen mir, weil ich sie teile.
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